Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Wilhelm Hepp: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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'''Wilhelm Hepp''' (* [[Geburtsjahr::1835]] in {{geboren in|Pforzheim}}; † [[Todesjahr::1911]]) war [[Ist::Unternehmer]] und [[Ist::Gemeinderat]] in [[Tätig in::Pforzheim]].


Er kam in Pforzheim als Sohn eines angesehenen Kaufmanns zur Welt. Mit 14 Jahren beginnt er eine dreijährige kaufmännische Lehre bei seinem Onkel, einem Großhändler aus Hamburg. Er reist – in 123 Tagen – auf einem Segelboot nach Sydney, geht dann nach Chile und gründet

dort ein eigenes Importhaus. Nach elf Jahren in Südamerika kehrt Wilhelm Hepp in seine Hei­mat Pforzheim zurück. Er engagiert sich politisch
Wilhelm Hepp (1835–1911) kommt in Pforzheim als Sohn eines angesehenen Kaufmanns zur Welt. Mit 14 Jahren beginnt er eine dreijährige kaufmännische Lehre bei seinem Onkel, einem Großhändler aus Hamburg. Er reist – in 123 Tagen – auf einem Segelboot nach Sydney, geht dann nach Chile und gründet
dort ein eigenes Importhaus.Nach elf Jahren in Südamerika kehrt Wilhelm Hepp in seine Hei­mat Pforzheim zurück. Er engagiert sich politisch
in der nationalliberalen Partei, ist Stadtrat und Mitglied der Handelskammer und wird vom Großherzog zum Richter an die Handelskammer
in der nationalliberalen Partei, ist Stadtrat und Mitglied der Handelskammer und wird vom Großherzog zum Richter an die Handelskammer
Karlsruhe für Handelssachen berufen. Als der bisherige Direktor des Vorschussvereins Christoph Becker verstirbt, wird sein Nachfolger Wilhelm Hepp, der den Posten im Herbst 1877, zum Höhepunkt der Krise, übernimmt. In seinen Memoiren erzählt er von der fatalen Situation zu Beginn seiner Amtszeit:''Ich kam gerade in die ärgste Krisis hinein – hatte die ganze Sauce auszutrinken, in welcher der Vorschußverein sich befand. Entsprechend seinen großen Mitteln (er hatte 3.600 Mitglieder damals mit einem Geschäftsguthaben von über 1 ¼ Millionen [Mark], und sonst Darlehen bis zu 1 Million) hatte sich die Verwaltung in leichtes Creditgeben eingelassen und auch Effecten gekauft, um die müßigen Gelder verzinslich anzulegen. An den Effecten ging Geld verloren durch den Cursverlust u. an den Ausständen ging sehr viel Geld verloren, weil die, meistens 2te Hypotheken, zur Deckung nicht ausreichten u. mit den Bürgern in Folge der allgemeinen Crisis selbst zahlungsunfähig geworden waren.''
Karlsruhe für Handelssachen berufen. Als der bisherige Direktor des Vorschussvereins Christoph Becker verstirbt, wird sein Nachfolger Wilhelm Hepp, der den Posten im Herbst 1877, zum Höhepunkt der Krise, übernimmt.

1877 wird er auf dem Höhepunkt der Gründerkrise zum neuen Direktor des Vorschussvereins gewählt. In seinen Memoiren erzählt er von der fatalen Situation zu Beginn seiner Amtszeit:''„Ich kam gerade in die ärgste Krisis hinein – hatte die ganze Sauce auszutrinken, in welcher der Vorschußverein sich befand. Entsprechend seinen großen Mitteln (er hatte 3.600 Mitglieder damals mit einem Geschäftsguthaben von über 1 ¼ Millionen [Mark], und sonst Darlehen bis zu 1 Million) hatte sich die Verwaltung in leichtes Creditgeben eingelassen und auch Effecten gekauft, um die müßigen Gelder verzinslich anzulegen. An den Effecten ging Geld verloren durch den Cursverlust u. an den Ausständen ging sehr viel Geld verloren, weil die, meistens 2te Hypotheken, zur Deckung nicht ausreichten u. mit den Bürgern in Folge der allgemeinen Crisis selbst zahlungsunfähig geworden waren. Glücklicherweise“''so notiert er in seinem Tagebuch, ''„hatte ich an den Mitgliedern des Aufsichtsrats Männer zur Seite, welche den Verein im Unglück nicht im Stich ließen, die Herren Zerrenner, Wilkens, Locher, Eisenmenger.“'' Als Wilhelm Hepp 1907 seine Vorstandsstelle niederlegt, zählt der Pforzheimer Vorschussverein nicht nur zu den führenden Kreditgenossenschaften Badens, er ist auch auf dem besten Weg, sich vom „bankähnlichen“ Verein zur echten Bank zu entwickeln. Neben der reinen Vergabe von Vorschüssen hat sie seit einigen Jahren auch den Scheck- und Kontokorrentverkehr aufgenommen. 1907 ändert die Genossenschaft deshalb ihre Satzung und nennt sich fortan Gewerbebank eGmbH. Wilhelm Hepp sieht nun den Zeitpunkt gekommen, sich nach 30 Jahren in den Ruhestand zurückzuziehen.


1877 wird er auf dem Höhepunkt der Gründerkrise zum neuen Direktor des Vorschussvereins gewählt. In
seiner dreißigjährigen Amtszeit schafft er es, den Verein wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
== Weblink ==
== Weblink ==
* https://www.vbpf.de/content/dam/f0130-0/150-Volksbank/Jubilaeumsbuch/2017-11-27_VoBa%20Pforzheim_Jubilaeumsschrift_web-.pdf
* https://www.vbpf.de/content/dam/f0130-0/150-Volksbank/Jubilaeumsbuch/2017-11-27_VoBa%20Pforzheim_Jubilaeumsschrift_web-.pdf
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[[Kategorie:Hepp]]
[[Kategorie:Hepp]]

Aktuelle Version vom 19. Juni 2019, 08:20 Uhr

Wilhelm Hepp (1835–1911)

Wilhelm Hepp (* 1835 in Pforzheim; † 1911) war Unternehmer und Gemeinderat in Pforzheim.

Er kam in Pforzheim als Sohn eines angesehenen Kaufmanns zur Welt. Mit 14 Jahren beginnt er eine dreijährige kaufmännische Lehre bei seinem Onkel, einem Großhändler aus Hamburg. Er reist – in 123 Tagen – auf einem Segelboot nach Sydney, geht dann nach Chile und gründet dort ein eigenes Importhaus. Nach elf Jahren in Südamerika kehrt Wilhelm Hepp in seine Hei­mat Pforzheim zurück. Er engagiert sich politisch in der nationalliberalen Partei, ist Stadtrat und Mitglied der Handelskammer und wird vom Großherzog zum Richter an die Handelskammer Karlsruhe für Handelssachen berufen. Als der bisherige Direktor des Vorschussvereins Christoph Becker verstirbt, wird sein Nachfolger Wilhelm Hepp, der den Posten im Herbst 1877, zum Höhepunkt der Krise, übernimmt.

1877 wird er auf dem Höhepunkt der Gründerkrise zum neuen Direktor des Vorschussvereins gewählt. In seinen Memoiren erzählt er von der fatalen Situation zu Beginn seiner Amtszeit:„Ich kam gerade in die ärgste Krisis hinein – hatte die ganze Sauce auszutrinken, in welcher der Vorschußverein sich befand. Entsprechend seinen großen Mitteln (er hatte 3.600 Mitglieder damals mit einem Geschäftsguthaben von über 1 ¼ Millionen [Mark], und sonst Darlehen bis zu 1 Million) hatte sich die Verwaltung in leichtes Creditgeben eingelassen und auch Effecten gekauft, um die müßigen Gelder verzinslich anzulegen. An den Effecten ging Geld verloren durch den Cursverlust u. an den Ausständen ging sehr viel Geld verloren, weil die, meistens 2te Hypotheken, zur Deckung nicht ausreichten u. mit den Bürgern in Folge der allgemeinen Crisis selbst zahlungsunfähig geworden waren. Glücklicherweise“so notiert er in seinem Tagebuch, „hatte ich an den Mitgliedern des Aufsichtsrats Männer zur Seite, welche den Verein im Unglück nicht im Stich ließen, die Herren Zerrenner, Wilkens, Locher, Eisenmenger.“ Als Wilhelm Hepp 1907 seine Vorstandsstelle niederlegt, zählt der Pforzheimer Vorschussverein nicht nur zu den führenden Kreditgenossenschaften Badens, er ist auch auf dem besten Weg, sich vom „bankähnlichen“ Verein zur echten Bank zu entwickeln. Neben der reinen Vergabe von Vorschüssen hat sie seit einigen Jahren auch den Scheck- und Kontokorrentverkehr aufgenommen. 1907 ändert die Genossenschaft deshalb ihre Satzung und nennt sich fortan Gewerbebank eGmbH. Wilhelm Hepp sieht nun den Zeitpunkt gekommen, sich nach 30 Jahren in den Ruhestand zurückzuziehen.

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