Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzmail.de

Karl Otto Bührer: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Inhalt gelöscht Inhalt hinzugefügt
Anna (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Schmelzle (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(17 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Bild:Karl Bührer Gedenkplatte.jpg|thumb|Gedenkplatte auf dem Hauptfriedhof beim Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes]]
'''Karl Otto Bührer''' (* [[3. Juni]] [[1901]] in [[Pforzheim]]; † [[27. Dezember]] [[1942]] im Zuchthaus Brandenburg/Havel) war Lehrer und Widerstandskämpfer gegen den [[Nationalsozialismus]].
'''Karl Otto Bührer''' (* [[Geburtstag::3. Juni]] [[Geburtsjahr::1901]] in {{Geboren in|Pforzheim}}; † [[Todestag::27. Dezember]] [[Todesjahr::1942]] in {{Gestorben in|Brandenburg/Havel}}) war [[Ist::Lehrer]] und Widerstandskämpfer gegen den [[Nationalsozialismus]].


==Leben==
== Leben ==
Karl Otto Bührer ist ab [[1927]] Hauptlehrer in Pforzheim, Mitglied der [[SPD]] und Leiter des Verbundes der Arbeitersportvereine mit über 3 000 Mitgliedern. 1931 geht er zur SAP (Sozialistische Arbeiterpartei), die ein Bündnis der Arbeiterparteien und Gewerkschaften gegen den drohenden Faschismus anstrebt.
Karl Otto Bührer war ab [[1927]] Hauptlehrer in [[Tätig in::Pforzheim]], Mitglied der [[SPD]] und Leiter des Verbundes der Arbeitersportvereine mit über 3000 Mitgliedern. [[1931]] trat er in die [[Sozialistische Arbeiterpartei]] (SAP), die ein Bündnis der Arbeiterparteien und Gewerkschaften gegen den drohenden Faschismus anstrebte, ein.


== Widerstand ==
[[1933]] arbeitet Bührer als führender Kopf der SAP trotz Verbot weiter: Flugblätter warnen vor der ''"Erweiterung des Lebensraums nach Osten"'' (A. Hitler in „Mein Kampf“), was ''"soviel wie Krieg bedeutet"''<sup>1</sup>. Spendensammlungen helfen Verfolgten und ihren Familien, Fluchthilfestationen in Pforzheim und [[Schwann]] (Pfarrer [[Friedrich Honecker]]) retten Bedrohte.
[[1933]] arbeitete Bührer als führender Kopf der SAP trotz Verbot weiter: Flugblätter warnten vor der ''"Erweiterung des Lebensraums nach Osten"'' (A. Hitler in „Mein Kampf“), was ''"soviel wie Krieg bedeutet"''<ref>Karl Schroth: Karl Bührer darf nicht vergessen werden, S.4</ref>. Spendensammlungen halfen Verfolgten und ihren Familien, Fluchthilfestationen in Pforzheim und [[Schwann]] (Pfarrer [[Friedrich Honecker]]) retteten Bedrohte.


[[1935]] wird Karl Bührer verhaftet, doch die Beweise gegen ihn reichen nicht zu einer Verurteilung. Im Herbst [[1937]] wird er nach [[Dietenhausen]] versetzt. [[1938]] wird er erneut verhaftet und zusammen mit 15 anderen SAP-Leuten [[1939]] vor Gericht gezerrt. Vom Volksgerichtshof erhält er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zehn Jahre Zuchthaus. Er stirbt unter unbekannten Umständen am 27. Dezember 1942 im Zuchthaus Brandenburg/Havel.
[[1935]] wurde Karl Bührer verhaftet, doch die Beweise gegen ihn reichten nicht zu einer Verurteilung. Im Herbst [[1937]] wurde er nach [[Dietenhausen]] versetzt. [[1938]] wurde er erneut verhaftet und zusammen mit 15 anderen SAP-Leuten, darunter [[Hans Brammer]] und [[Karl Schroth]], [[1939]] vor Gericht gezerrt. Vom Volksgerichtshof erhielt er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zehn Jahre Zuchthaus. Er war zuerst wie [[Otto Habmann]] und [[Walter Purkl]] von der [[SAP]] Pforzheim und [[Wilhelm Künzler]] ([[KPD]]) aus [[Singen]] im Zuchthaus [[Ludwigsburg]] inhaftiert, dann wie Hans Brammer im Zuchthaus Brandenburg/Havel, wo er unter unbekannten Umständen am 27. Dezember 1942 starb.


== Erinnerung ==
In Pforzheim erinnern die [[Karl-Bührer-Straße]] beim [[Hauptfriedhof]] und eine Gedenkplatte beim [[Mahnmal für die Opfer des Faschismus]] auf dem Hauptfriedhof an ihn.
In Pforzheim erinnern die [[Karl-Bührer-Straße]] beim [[Hauptfriedhof]] und eine Gedenkplatte beim [[Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes]] auf dem Hauptfriedhof an ihn.


==Literatur==
== Literatur ==
*Dagenbach, Klaus; Rupp, Markus, Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995
* Klaus Dagenbach, Markus Rupp: ''Die Pforzheimer SAPD im Widerstand'', Pforzheim, 1995
*Van Dick, Lutz, Oppositionelles Lehrerverhalten 1933 – 1945, München, Weinheim, 1988
* Lutz Van Dick: ''Oppositionelles Lehrerverhalten 1933 – 1945'', München, Weinheim, 1988
*[[Karl Schroth|Schroth, Karl]], Karl Bührer darf nicht vergessen werden, unveröffent. Manuskript, Pforzheim, 1994
* [[Karl Schroth]]: ''Karl Bührer darf nicht vergessen werden'', unveröffent. Manuskript, Pforzheim, 1994
* {{Schroth 1977}}
*Schroth, Karl, Und immer wieder für die Freiheit, Pforzheim, 1977
*„Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, HRSG: Stadtjugendring Pforzheim, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995
* ''„Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945'', Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg: [[Stadtjugendring Pforzheim]], Redaktion: [[Gerhard Brändle]], Pforzheim, 1995


=== Einzelnachweise ===
==Quellen==
<references/>
:<sup>1</sup> Schroth, Karl: Karl Bührer darf nicht vergessen werden, S.4


{{DEFAULTSORT:Buhrer, Karl}}
[[Kategorie:Geschichte (Person)|Buehrer, Karl]]
[[Kategorie:SPD|Buehrer, Karl]]
[[Kategorie:Mann]]
[[Kategorie:Pädagoge]]
[[Kategorie:NS-Gegner]]
[[Kategorie:Person (Pforzheim)]]
[[Kategorie:SPD]]
[[Kategorie:SAP]]

Aktuelle Version vom 8. Mai 2019, 20:15 Uhr

Gedenkplatte auf dem Hauptfriedhof beim Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes

Karl Otto Bührer (* 3. Juni 1901 in Pforzheim; † 27. Dezember 1942 in Brandenburg/Havel) war Lehrer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Karl Otto Bührer war ab 1927 Hauptlehrer in Pforzheim, Mitglied der SPD und Leiter des Verbundes der Arbeitersportvereine mit über 3000 Mitgliedern. 1931 trat er in die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), die ein Bündnis der Arbeiterparteien und Gewerkschaften gegen den drohenden Faschismus anstrebte, ein.

Widerstand

1933 arbeitete Bührer als führender Kopf der SAP trotz Verbot weiter: Flugblätter warnten vor der "Erweiterung des Lebensraums nach Osten" (A. Hitler in „Mein Kampf“), was "soviel wie Krieg bedeutet"[1]. Spendensammlungen halfen Verfolgten und ihren Familien, Fluchthilfestationen in Pforzheim und Schwann (Pfarrer Friedrich Honecker) retteten Bedrohte.

1935 wurde Karl Bührer verhaftet, doch die Beweise gegen ihn reichten nicht zu einer Verurteilung. Im Herbst 1937 wurde er nach Dietenhausen versetzt. 1938 wurde er erneut verhaftet und zusammen mit 15 anderen SAP-Leuten, darunter Hans Brammer und Karl Schroth, 1939 vor Gericht gezerrt. Vom Volksgerichtshof erhielt er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zehn Jahre Zuchthaus. Er war zuerst wie Otto Habmann und Walter Purkl von der SAP Pforzheim und Wilhelm Künzler (KPD) aus Singen im Zuchthaus Ludwigsburg inhaftiert, dann wie Hans Brammer im Zuchthaus Brandenburg/Havel, wo er unter unbekannten Umständen am 27. Dezember 1942 starb.

Erinnerung

In Pforzheim erinnern die Karl-Bührer-Straße beim Hauptfriedhof und eine Gedenkplatte beim Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes auf dem Hauptfriedhof an ihn.

Literatur

  • Klaus Dagenbach, Markus Rupp: Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995
  • Lutz Van Dick: Oppositionelles Lehrerverhalten 1933 – 1945, München, Weinheim, 1988
  • Karl Schroth: Karl Bührer darf nicht vergessen werden, unveröffent. Manuskript, Pforzheim, 1994
  • Karl Schroth: "Und immer wieder für die Freiheit: Pforzheimer sozialdemokratische Arbeiterbewegung 1924-1939", Pforzheim (SPD-Kreisverband Pforzheim) 1977
  • „Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg: Stadtjugendring Pforzheim, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995

Einzelnachweise

  1. Karl Schroth: Karl Bührer darf nicht vergessen werden, S.4