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Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus Pforzheim

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Das Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus befand sich Östliche Karl-Friedrich-Straße 4 in 75175 Pforzheim.

Pforzheimer Kirchen, Klöster, geistliche Ordenshäuser in der Vorreformationszeit
Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Pforzheimer Kloster gehörte zum damaligen Bistum Speyer und bestand in den Jahren 1279 bis 1555. Danach wurde die Klosterkirche zur protestantischen Stadtkirche St. Stephan. Am 18.5.1789 brannte das Gebäude ab. Im Jahre 1294 wird das Dominikanerkloster anlässlich einer Schenkung urkundlich erwähnt. In den Jahren 1382, 1414, 1488 und 1507 erfolgten dort Provinzialkapitel des Dominikanerordens.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Klostergebäude erweitert und umgebaut. Diese Baumaßnahmen wurden von dem Markgraf Jakob I. von Baden finanziell unterstützt. Ein bedeutender Konventuale war Wendelin Fabri.[1] Der Güterverwalter des Klosters war der Vater von Johannes Reuchlin: Georg Reuchlin. [2] Das Epitaph der Mutter von Johannes Reuchlin befand sich bis zur Zerstörung im Kreuzgang.[3]


Mit der Einführung des Protestantismus in der Markgrafschaft Baden-Durlach durch Markgraf Ernst I. von Baden-Durlach verloren die Dominikaner im Jahre 1566 endgültig ihren Besitz in Pforzheim; die Klosterkirche wurde protestantische Stadtkirche St. Stephan.

Baugeschichte

Die Dominikanerkirche (1254/1256) [4]

Im Jahre 1279 genehmigte der Markgraf Hermann VII. von Baden den Dominikanermönchen den Bau der Klosteranlage. Die Grundrissform des Chors der heute nicht mehr erhaltenen Klosterkirche könnte sogar den Bau der Klosterkirche in die Zeit vor 1279 nahelegen. Der Chor hatte eine 7/12-Schluß und zwei Joche. die ist die um 1265/75 benutzte Größe der Bettelordens-Chöre. Es handelte sich dabei um die Zwischenstufe zwischen dern Kurzchören der Anfangszeit und der im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts verwendeten Bauweise zum Langchor. Den seltenen 7/12-Schluß zeigte auch die erste 1254/1256 erbaute Dominikanerkirche zu Straßburg. Von der Ausstattung des Dominikanerklosters ist ein spätgotischer Kruzifixus aus dem Kreuzgang erhalten.

Die Dominikanerkirche als Stadtkirche St. Stephan 1566-1692 [5]

Die Reformation wurde eingeführt und die Dominikanerkirche 1566 als protestantische Stadtkirche genutzt. 1588 erwarb man eine neue Kirchenorgel. Von einer Fürsten-Loge konnte der Markgraf dem Gottesdienst beiwohnen, das „fürstl. Cabinett“[6] befand sich auf der Südseite und hatte einen eigenen Eingang vom Kreuzgang her.

Wiederaufbau der Stadtkirche 1716-1721 [7]

Beim dritten Franzosenbrand am 21.9.1692 brannte die Kirche aus. Chor, Sakristei, Westwand und Umfassungsmauern des Langhauses standen noch. 1716 begann der Wiederaufbau. Am 23.11.1721 fand die Einweihung statt. Im Inneren wurden statt der steinernen Mittelschiffsarkaden sieben hölzerne Emporenstützenpaare eingestellt mit hölzernen Emporen. Das mittlere Kirchenschiff wurde von einer hölzernen Tonnengewölbe überdeckt. Der Stuckateur Johann Adam Steudtlein (Steudling) sollte nach einem Vertrag vom 22.7.1737 die Stuckarbeiten machen.Nach Dem Entwurf von Johann Heinrich Arnoldt wurde ein Portalrisalit an die Nordwand des Langhauses gebaut.

Brand der Stadtkirche 1789; Neubaupläne [8]

Die Kirche wurde 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Ein Nachfolgebau von 1711 brannte am 18. Mai 1789 ab.[9]

1792 wurden die Langhausmauern abgetragen. Bis Februar 1793 wurde der Chor abgetragen. 1812 wurde das gesamte Gelände eingeebnet.

Es gab zwar rasch Pläne zum Bau einer neuen Stadtkirche, doch für lange Jahre diente die Pforzheimer Schloßkirche als Ersatz. Gleichzeitig begannen langwierige Planungen für den Bau einer neuen, repräsentativen Stadtkirche. Entwürfe kamen im Jahre 1816 von Friedrich Weinbrenner der eine neue Kirche plante, die sich im Grundriss ziemlich genau mit dem abgebrannten Vorgängerbau deckte, aber einen neuen Westturm hatte.[9] Baumeister Schwarz plante 1825 auch einen Neubau. Der Bauplan von Heinrich Hübsch aus dem Jahre 1829, der eine zweitürmige Fassade vorsah, sollte umgesetzt werden. 1829 wurden Fundamente gelegt, aber 1831 der Neubau an alter Stelle aufgegeben. 1899 wurde an anderer Stelle, am Lindenplatz, eine neue Stadtkirche gebaut.

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. DNB
  2. Hans-Peter Willi
  3. inschriften.net
  4. Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 257f.
  5. Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 258f.
  6. Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 259.
  7. Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 259.
  8. Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 263.
  9. 9,0 9,1 Dominikaner („Prediger“) Kirche und -Kloster St. Stephanus; nach 1566 ev. Stadtkirche. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 254-269, hier S. 263.

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