Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
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Alois Herdecker
Alois Herdecker (* 7. September 1873 in Ötheim/Oedheim, † 5.Februar 1943 in Pforzheim) war Gewerkschafts-Sekretär und Sozialdemokrat in Pforzheim und Gegner der Nationalsozialisten.
Weimarer Zeit
Herdecker war Werkmeister bei der Firma Lanz und trat in Mannheim dem Hirsch-Dunckerschen Gewerkverein bei, einer kleinen Gewerkschaft, die den Liberalen nahestand. 1919 kam er als Sekretär des Gewerkvereins nach Pforzheim, wurde SPD-Mitglied und wirkte ehrenamtlich als Schöffe. 1931 war er Mitbegründer der SPD-nahen „Schutzformation“: “Die Zeichen stehen auf Sturm. Krawalle und Zusammenstöße, durch die SA provoziert, mehren sich. Herdecker will gewappnet sein, um, wie er sagt, 'jeden Ansturm auf die Republik und ihre Verfassung abzuwehren'.“ 1932 wirkte er mit bei der Gründung der „Eisernen Front“, einem Bündnis zur Verteidigung der Demokratie: „Für die Brandfackeln rechts sollen Wassereimer links bereitstehen“.
1933: "Schutzhaft" und Rausschmiss
„Hitler – das bedeutet Krieg“ war er sich am 31. Januar 1933 mit seinen SPD-Genossen in der Gaststätte Klostermühle einig. Im Frühjahr 1933 sperrten ihn die Nazis in „Schutzhaft“. Am 2. Mai 1933 stürmten SA-Männer das Büro des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins in der Holzgartenstraße, Bibliothek, Mobiliar und Schreibmaschine wurden beschlagnahmt, Herdecker stand mit seiner Frau Barbara und vier Kindern auf der Straße. 1938 wurde er dienstverpflichtet. Kurz vor seinem Tod 1943 sagte er zu seiner Familie: „Ihr geht schweren Zeiten entgegen“.
Literatur
- Kiefer, Irmentraud, Alois Herdecker: Er wollte für sein Vaterland eine Erhellung des Denkens – er starb in dunkler Zeit, Pforzheim, 1988 (unveröffentlicht)
- Karl Schroth: "Und immer wieder für die Freiheit: Pforzheimer sozialdemokratische Arbeiterbewegung 1924-1939", Pforzheim (SPD-Kreisverband Pforzheim) 1977