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Thailfingen

Von PFENZ
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Die Wüstung Thailfingen (Tailfingen, Dalfingen, Dallfingen, Dagelfingen, ältester bekannter Name Dagolfingen) war eine Ortschaft zwischen Enzberg, Dürrn und Ötisheim. Heute ist "Tailfingen" der Name einer Straße im Gebiet Mühlacker.

Geschichte

Die Endung -ingen verweist auf eine mögliche alamannische Gründung. Namensgeber dürfte ein Sippenanführer oder Gutsbesitzer namens "Dagolf" oder "Dagwolf" sein. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Lorscher Codex und datiert auf das Jahr 883. Dort ist von der "dagolvinger marca" (Dagolfinger Mark/Gebiet) die Rede. Die Lorscher Urkunden erwähnen die Stadt letztmals 1100. Weitere Urkunden lassen eine Existenz bis 1120/1140 vermuten. Das Aufgeben der Ortschaft im 12. oder 13. Jahrhundert führte zu einer relativ starken Zuwanderung nach Enzberg, Dürrn und Ötisheim. Die Markschaft wurde zwischen Dürrn und Enzberg aufgeteilt. Der Name T(h)ailfingen wird bis heute als Flurname gebraucht.

Tailfingen / Dagelvingen

Da wo die Gemarkungen Dürrn, Enzberg und Ötisheim zusammentreffen, findet sich auf Dürrner Gemarkung der Flurname „Dallfingen“ und auf der Gemarkung Enzberg der sinnverwandte Name Tailfingen. Diese Namensformen lassen vermuten, dass wir es hier mit dm Namen einer ehemaligen Siedlung zu tun haben. In Dürrn (1924) waren bei alten Leuten noch dunkle Erinnerungen an ein Dorf, das hier in der Gegend vorhanden gewesen sein soll. Wir haben hier wohl den Ort Dagolfingen zu suchen, der im Jahre 883 im Urkundenbuch des Klosters Lorsch bei Benzheim (Codex Laureshamensis) vorkommt. In der Urkunde von 883 handelt es sich um den Gütertausch zwischen dem Kloster Lorsch und einem gewissen Ernst. Lorsch erhält gegen Abgabe von Gütern an Ernst, Besitz in Nußbaum, Mühlhausen und auf Dagelfinger Mark. Nun liegt aber Nußbaum in dieser Gegend, Mühlhausen ist sehr wahrscheinlich das bei Bauschlott abgegangene Mühlhausen, dann muss auch Dagelfingen, da es sich doch um eine Besitzabrundung handelt, in dieser Gegend gesucht werden. Im Jahr 1100 wird Dagelfingen wieder erwähnt. In diesem Jahr gründet der Bischof Johannes I. von Speyer, der Sohn des Enzgaugrafen Wolfram, das Kloster Sinsheim und stattete es mit zahlreichen Ortschaften aus. Seine Verwandte und Mitstifterin schenkte dem Kloster noch Enzberg und Dagelfingen im Enzgau. Hier ist die Lage ziemlich genau bezeichnet, so dass ein Zweifel über sie nicht mehr entstehen kann. Näheres sagen uns dann die Flurnamen Großes Dalfingen, Kleines Dalfingen, Kirchäcker an der Landesgrenze. Der Ort scheint sehr früh abgegangen zu sein. Vielleicht hat Wassermangel die Bewohner genötigt, den Platz wieder zu verlassen. Die Gemarkung blieb aber noch länger als besondere Gemarkung erhalten, wie das in häufig in solchen Fällen vorzukommen pflegt. Dieser Umstand erschwert die genaue Feststellung der Zeit des Abganges einer Siedlung, weil bei urkundlichen Erwähnungen oft nicht zu erkennen ist, ob man es mit dem Dorfe selbst oder nur mit seiner Gemarkung zu tun hat.

Quelle Der Enz- und Pfinzgau aus dem Jahr 1925 - bearbeitet von R. Cölsch

Heute

T(h)ailfingen oder Dal(l)fingen ist heute der Name eines Gewanns auf dem Gelände der ehemaligen Ortschaft. Ebenso erinnert die Straße "Tailfingen", bestehend aus nur einem Haushalt, an die Wüstung.