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Interview mit Marga Reutter und Klaus Fritz

Von PFENZ
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Von Gasthöfen, Stadtbad und anderen Originalen

Das Interview mit Klaus Fritz und Marga Reutter fand im Jahr 2016 statt. [1]


Gasthöfe

Die Maulbronner Gasthöfe von Ost nach West:

Klaus Fritz (KF): Der Buggl (Berg) in der Stuttgarter Straße von Schmie her kommend hinunter ins Tal heißt „G‘hängter Mann“. Da hat sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Mann aufgehängt.Gleich am Anfang vom Buckel, nach rechts rein, da, wo heute die Eigentumswohnungen drin sind, in dem neuen Gebäude hinten, da gab es das „Wirtshaus zur Linde“. Das war die Kantine von den Arbeitern der Firma Burrer im Steinbruch. Das war die äußerste Beiz - die Linde.

Weiter runter, da wo man die Danziger Straße hoch läuft, da war rechts das im Eckhaus das "Gasthaus zum Adler". Das war lange Zeit das Vereinslokal vom Fußballverein. Da war im Erdgeschoss eine recht wacklige kleine Dusche. Da haben die Fußballer dann reinlaufen müssen - vom Sportplatz am Hohenacker See bis zum Adler rein. Da konnte, wenn man wollte, duschen.

Zuletzt wurde die Wirtschaft von Frau Anni Koran geführt. Das war eine liebe Frau. Da sind wir als Jugendliche gerne eingekehrt und da gab es einen Fernseher und da haben wir Fußball bei ihr geguckt.

Da da gab's dann Bauernsäufzer (Bauernbratwurst), Schinkenwurst und Flaschenbier, mehr hat es nicht gegeben. Da hat sie hinter der Theke ein großes Blatt Papier gehabt und da hat sie dann die Namen der anwesenden Gäste drauf geschrieben, Klaus, Peter, Philipp, Werner. Und da hat sie immer drauf geschrieben, was wir gekriegt haben. Wenn wir weg wollten, hat sie es zusammengerechnet. Das war ein Original.

Dann gehts weiter auf der linken Seite war das „Gasthaus zum Ochsen“. Das Lokal besteht bis heute noch, ist nur geschlossen, kann man jederzeit wieder aufmachen. Das war offen bis Ende der 60iger Jahre. Als die alten Bromms das nicht mehr konnten, da haben es die Kinder übernommen und dann später zugemacht. Ja das war ein Lokal, Metzgerei und Schlachthaus.

Marga Reutter (MR): Da hat es bis zum Schluss Tagesessen gegeben für die Ämter, die da gegessen haben, die es in Maulbronn gegeben hat Und wenn die von der Mark 10 Pfennig erhöht hatten, dann gab es eine Revolution, denn 10 Pfennig waren viel.

Dann weiter auf der Stuttgarter Straße auf der rechten Seite an der Ecke zur Heilbronnerstraße, da wo heute der Sailer sein Geschäft hat war der „Grüne Baum“ und gegenüber wo heute der Goldschmied sein Geschäft hat war bis nach dem 2. Weltkrieg das Gasthaus „Germania“ .

KF: Auf der linken Seite weiter westlich da gab es das "Gasthaus zur Sonne" von der Familie Erassimi. Dazu gehörte eine Bäckerei und eine kleine Gaststube. Das hieß später "Bistro Gewölbe".

Und dann geht es weiter in den Klosterhof. Da gab es früher die Klosterkatz nicht; das war eine Küferei. Das Gebäude, das waren die Vorfahren von Herrn Willy Asperger.

Dann gab es das Gasthaus zum Klosterhof und zwar über der heutigen Informationsstelle der Klosterverwaltung und Kartenausgabe. Dort im ersten Stockwerk war das „Gasthaus zum Klosterhof“. Das haben die Eltern von der Rosa Kraus geführt. Die Rosa war dann später die Wirtin vom Scheffelhof.

Dann gab es die Klosterschmiede, das hat die Familie Kübler bewirtschaftet und der alte Emil Kübler stammt aber nicht aus Maulbronn, sondern aus Diefenbach und vorher noch – jetzt kann die Marga geb. Schempf weitersprechen – das waren ihre Großeltern.

MR: Ja vor der Familie Kübler waren meine Großeltern väterlicherseits als Wirtsleute drin. Wilhelm und Christine Schempf. Und damals hieß es noch Ratskeller. In jeder Stadt gibt es neben dem Rathaus meistens einen Ratskeller. Da sind die Gemeindeverwaltung und die Räte nach den Sitzungen eingekehrt.

KF: Weiter von Ost nach West da wo die Wirtshäuser waren. Dann westwärts gehen wir aus dem Klosterhof wieder raus. Dann kommt da auf der linken das heutige „Klostercafe“ ehemals Schlegel. Das war das „Gasthaus zum Hirsch“. Das hat die Familie Steeb gehabt. Und vor dem Steeb war eine Familie Piston. <ref> Klaus Fritz erzählt noch folgende unbestätigte Anekdote: "Die (Familie Piston) hatte einen Sohn und drei Mädchen und das waren alles stolze Wirtstöchter, kein Bewerber war gut genug und der Sohn hat dann Banklehre gelernt und die Wirtstöchter sind vor lauter Hochmut in Armut gestorben." /ref>


Einzelnachweise

  1. Interview: Daniela Dauth, Transskript: Hans Hermsen, Bearbeitung: Dieter Schempf