Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
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Vereine in Pforzheim
Die Besiedlung am Hachel machte große Fortschritte. Natürlich gab es noch den kargen Hachelhang und die entlegenen Gärten. Aber die waren so ein Problem.Die Hachelbewohner stammten meistens aus der Arbeiterklasse und die hatten viele Kinder.Wenn jetzt so ein Innen-Stadtbewohner seinen gekauften Garten hegte und pflegte ( das war bei dem steinigen, unfruchtbaren Boden gar nicht so leicht ) hatte er automatisch immer viele ungebetenen Mitesser. Die Kirschen aus Nachbars Garten schmecken halt immer gut! Man konnte seinen kleinen Obst- und Gemüsegarten ja nicht Tag und Nacht bewachen. Die Arbeiterfamilien waren arm, kinderreich und über jede Ergänzung im Speiseplan froh. Der Heimatkundler Oskar Trost beschreibt das in etwa so. Sein Opa war im Garten, als eine Mutter mit ihren 5 Plagen auf den Garten zuging. Alle hatten entweder Spankörble oder andere, geeignete Behältnisse dabei. Als die Mutter den Opa erblickte, sagte sie hurtig und verlegen " So Kinder, jetzt erzähle ich Euch die Geschichte vom Rotkäppchen." Doch ihr Kleinster greinte " Aber Mama, Du hast uns doch Hansträuble versprochen. Und guck! Die sind doch schon richtig reif!" Wie gesagt. An freiwilligen Erntehelfern mangelte es in den Hachelgärten nicht .Doch eine andere Begleiterscheinung der vielen Kinder und unbeschäftigten Jugendlichen gab Grund zur Besorgnis.Tagsüber war der Hachel ein ideales Spielparadies für Kinder aus Brötzingen, dem Wartberg und der Durlacher Straße. Da wurde eifrig Räuber und Gendarm gespielt. Aber sobald die Dämmerung hereinbrach, übernahmen die Jugendlichen das Kommando. Da wurde mit den aus den Gärten gemopsten Bohnenstangen fast richtige Schlachten ausgetragen, bei denen es wiederholt zu Verletzungen kam. Das altbekannte Problem. Jugendliche ohne Aufgabe, in ihrer Sturm und Drangzeit, dazu jede Menge Blödsinn im Kopf.Was tun?
Das Vereinsheim der TG 88 wird im Schlupf ( Wilferdinger Höhe ) gebaut.
Die Alten beratschlagten und schnell war klar. Die Jugendlichen brauchen eine Aufgabe, ein Ziel und sollen dabei ihre überschüssige Kraft sinnvoll einsetzen.Also wurden neben dem bestehendenTV 1834 ( hauptsächlich Akademiker ) Arbeitersportvereine gegründet. Brötzingen machte 1880 den Anfang, Es folgte die TG 88 im Schlupf und ab 1895 gehörte der Hachel der TGS Pforzheim.Die Vereinsgründungen waren ein voller Erfolg. Am Beispiel der TGS will ich Euch das mal verklickern.In der Gaststätte Petersburg trafen sich seit Jahren die Arbeiter zum geselligen Beisammensein und zur Liederstunde. Als jetzt ein Verein mit Sportabteilung gegründet wurde, kamen allein in den ersten 2 Jahren über 200 Sportler dazu. Die Jugendlichen waren beschäftigt, hatten eine Aufgabe und konnten sich im sportlichen Wettkampf mit den anderen Stadtteilen messen.Eine tolle Sache, schon recht schnell begeisterten sich auch die Frauen an der Freizeitbeschäftigung Sport.Anfangs nur die emanzipierten Arbeiterfrauen, aber wie ein Flächenbrand war diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Die TGS Pforzheim hatte zum Beispiel 1920 schon eine erfolgreiche Damen-Handballmannschaft und eine meiner Großtanten war ein begnadetes Talent.Wahrscheinlich hat sie mir die Leidenschaft für den Handballsport vererbt.
Die ehrwürdigen Gründerväter des TV Brötzingen 1880
Die TGS Pforzheim-Sportler bei einer " Strandparty" auf dem Hachel.
Die Handball-Damen der TGS
Brötzinger Turnplatz 1930
Am Ende von Schleimis Erzählung möchte ich hinzufügen, dass der Bau der Vereinsheime in Eigeniniative geschah und wie heute ohne Ehrenamtliche nicht möglich gewesen wäre.
Die Erklärung der Fotos werde ich zu den Bildern schreiben. Mit einem "frisch, fromm, fröhlich,frei" wünsche ich Euch einen schönen Freitag und vielleicht ein sportliches Wochenende.
Teil 4 Nordstadt
Der Hachel wird Naherholungsgebiet!
Auf der Karte im Eingangsbild sieht man, dass wir noch sehr viele unbebaute Straßen in der Nordstadt hatten. Doch das sollte sich ändern. Die jugendlichen Rabauken tobten sich in den Sportvereinen aus und so wurde aus dem nördlichen Hachel eine friedliche, stille Gegend mit einem herrlichen Blick über die Stadt.
Der Pforzheimer Verschönerungsverein stellte 1904 das Hachel-Türmle fertig und der Kutscherweg wurde 1913 in Panoramastraße umbenannt.
Hier sieht man gut, wie karg und steinig der Hachel war.
Hachelturm
Hachelturm
Hachelturm
Die Mädels der Höheren Tochterschule beim Ringelreihe auf der Maiwiese am Hachel.
Die Privat-Vorschulen Winther und Schifferdecker, aber auch das Höhere Töchterinstitut machte seine Kurz-Ausflüge in die luftige Höhe und die Hachelwiese wurde offiziell zur Maiwiese ( neben dem Seehaus ) erklärt. Das war ein Kinder- und Familienparadies und am Abend konnte man sich sogar ungestört beim romantischen Knutschbänkle treffen.
Schleimine wartet am Hachel-Knutschbänkle voller Vorfreude auf den banzigen Schleimi.