Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


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Hugo Hasenmayer

Von PFENZ
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Hotel, Restaurant, Café Hasenmayer

Das Hugo Hasenmayer

Zur erfolgreichen Familie Hasenmayer noch einige Informationen. Drei Generationen lang wurde der Sohn und Erbe Hugo genannt. Fangen wir mit Hugo Hasenmayer dem Ersten an. Wir schreiben das Jahr 1870 in der Zeit vom "deutsch-französischen Krieg." Ihr erinnert Euch. Das Denkmal am Rathausplatz und das neue Sedanviertel wurde nach der erfolgreichen Schlacht bei Sedan so genannt. Klar waren die Deutschen stolz wie Bolle. Endlich den Erbfeind Frankreich vernichtend geschlagen. Aber Stolz kann man nicht essen und satt macht er auch nicht. Da musste man schon erfinderisch sein, wenn man sein täglich Brot auf dem Tisch haben wollte. Und das ist das Stichwort. Hugo 1 war nämlich gelernter Bäcker und kannte sich mit Mehl aus. Also gründete er einen Mehlvertrieb. Siehe auch den Beitrag von Norbert Riemer auf unserer Facebook-Seite "Pforzheim in Bildern - vorher - nachher". Jetzt gab es in einem der ältesten Häuser Stadt die Gastwirtschaft " Zum goldenen Mond" in der Gymnasiumstraße 6. Die Wirtschaft lief nicht besonders gut und so richtete Hugo 1 hier seinen Mehlvertrieb und die Zucker-Osterhasen-Gießerei ein. Und weil die Räumlichkeiten schon mal da waren, eröffnete er auch gleich ein Kaffeehaus. Klar, wenn man sein Mehl oder Brot einkaufte, trank man eben gerne auf die Schnelle noch ein Tässchen Kaffee. Und als sein Bub ins Teenageralter kam, sprach der Herr Papa " Hugo II! Du wirst eine Konditorlehre machen. Dann können wir in Zukunft sogar noch Kuchen und Torten verkaufen!" Und so geschah es. Und er war talentiert! Hugo II war der erste geprüfte Konditormeister im Bereich Handelskammer Karlsruhe. Seine Meisterstücke stellte er im Schaufenster des Cafes aus. Einmal fertigte er einen gigantischen Thriumpfbogen aus Marzipan und Schokolade. Daraufhin wurde er nur noch mit dem Ehrennamen Doktor Zuckerle begrüßt. Er war ein hervorragender Schwimmer und Mitbegründer des 1. Badischen Schwimm Club. Bekannt unter BSC 1896. Mit dem Bäcker List fertigte er zur Kriegsweihnacht 1916 innerhalb einer Woche 60.000 große Lebkuchen für die Soldaten an der Westfront. Natürlich war so ein toller Konditormeister bei der Damenwelt begehrt und er heiratete. Seine Frau brachte als Mitgift ein Stück Brachland auf dem Wartberg mit in die Ehe. Und weil die Räumlichkeiten in der Gymnasiumstraße zu klein wurden, eröffnete er 1926 die uns bekannte Wirtschaft und Cafe Hasenmayer. Damit die Pforzheimer auch bei ihm einkehren konnten, eröffnete er eine eigene Buslinie Bahnhof - Wartberg. Es gab ja noch keine öffentlichen Verkehrsmittel zum Wartberg. Die Fahrt kostete hin und zurück 20 Pfennige. Kehrte man im Hasenmayer ein, wurde der Fahrpreis gutgeschrieben. Durch das neue Krankenhaus Siloah florierte sein Betrieb und Hugo III erblickte das Licht der Welt. 1939 übernahm er das Familiengeschäft und musste harte Zeiten erleben. Krieg und Hungersnot trafen Pforzheim unerbittlich. Beim Einmarsch der Franzosen ( Algerier ) bot das Hasenmayer notdürftig Schutz und Unterschlupf. Da war an einen Restaurantbetrieb natürlich nicht zu denken. Jetzt wurden im Gastraum auf Lebensmittelmarken Mehl und Lebensmittel abgegeben. Verantwortlich war Lebensmittelhändler Bindsack, bei dem meine Mutter in der Lehre war. Sie hatte die Aufgabe, das Mehl aus den Säcken akkurat in Papiertüten abzuwiegen. Und das wurde von den Kunden sehr mißtrauisch beäugt. 1949 öffnete das Cafe Hasenmayer wieder seine Pforten und es wurde neben Kuchen auch selbstgemachtes Eis verkauft. Das durfte ich auch noch erleben. Als kleiner Hosenscheißer rief ich immer laut " Einen großen Bobbel Erdbeereis!" Und wie die Nachkriegs-Mehlkunden beäugte ich kritisch den Eisportionierer. 1960 wurde das Hasenmayer umgebaut und es kamen zwei Hoteletagen dazu. 1974 ging Hugo III in den verdienten Ruhestand und das Hotel wird seither von Waltraud und Dietmar Weiß geführt. Mittlerweile ist der Schwiegersohn aktiv. Noch vor ein paar Jahren habe ich Hugo III in seinem Garten am alten Göbricherweg gesehen und er sagte " Natürlich erinnere ich mich an Dich. Du warst doch der gierige Kleine mit dem großen Bobbel Erdbeereis für 10 Pfennige!" Leider habe ich es verpasst, mich mit diesem Pforzheimer Urgestein nochmal zu treffen und seinen Erzählungen zu lauschen.

Weblinks

http://pfib.de/what-s-on/kobold-schleimi-erzaehlt-geschichte-und-geschichten-aus-pforze/