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Heimatschutzstil

Von PFENZ
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Heimatschutzstil auch Heimatschutzarchitektur ist ein Architekturstil der architektonischen Moderne, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis bis etwa 1960 gepflegt wurde. Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente sind Verwendung ortsüblicher Baumaterialien. Noch bis etwa 1960 entstanden dennoch verschiedene Ensembles im Heimatschutzstil, wie etwa der Freudenstädter Marktplatz von 1950 und der Prinzipalmarkt in Münster, der zwischen 1947 und 1958 regionaltypisch, aber nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde.



Deichsel

Deichsel vertrat auch die „ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“.[1] Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. Das Haus Müller-Salem ist ein schindelverkleideter Fachwerkbau. Die Baupläne des 1909 erbauten Hauses stammen von Heinrich Deichsel. Das villenartige Gebäude ist mit einem traufständigen Mansardenwalmdach versehen. Es besitzt einen eingeschossigen Anbau an der Nord-Ost Seite , der früher dem Maler, Schmuckdesigner und Kunstdozenten an der Kunstgewerbeschule Julius Müller-Salem als Atelier diente. Das Haus Pfeifer ist ebenso regionaltypisch gestaltet. Es ist auch 1909 als schindelverkleideter Fachwerkbau mit einem Mansardenwalmdach erstellt. Vermutlich stammen die Pläne auch von Heinrich Deichsel. Das Haus des Bildhauers und Kunstdozenten an der Goldschmiedeschule Peter Paul Pfeifer hat noch Sprossenfenster mit Klappläden. In einem verglastem östlichen Vorbau wurde das Atelier untergebracht. 1934 erhielt das Haus noch einen repräsentativen Südgiebel. Die ursprüngliche Innenausstattung, teils mit von Pfeifer selbst entworfenen Einbaumöbeln, ist fast vollständig erhalten.

städtisches Hochbauamt - Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller

Auch das sädtische Hochbauamt, Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller, vertraten in den 20er Jahren eher die „ländliche regionale Tradition“[2] Dieser Tradition verpflichtet sind die Reihenhäuser der Gartenstadt Arlinger (Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim) sowie der Wohnblock in Dillweißenstein (Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim).

Die Bauformen der Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim sind „kennzeichnend für den sogenannten Heimatstil, einer Spielart der um 1910 aufkommenden Reformarchitektur, die den Dialog mit der regionalen Bautradition suchte.“[3] Die „künstlerische Gestaltung verbindet Formen des Heimatstils mit Anklängen des Expressionismus und bezeugt das Wirken des städtischen Hochbauamts unter zunehmenden Einfluss der Stuttgarter Bauschule Theodor Tischers.“[4]

Die Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die „Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen (Farbiges Bauen, Expressionismus, Heimatstil).“[5]

In den späten 1930er Jahren wurden „regionalistische oder monumental-klassizistische Bauformen“[6] gepflegt, nach der Schule von Paul Schmidthenner oder Paul Bonatz.

  • Wohnanlage am Pfälzer Platz, 1937-1938
  • Landhäuser an den Talhängen
  • Buckenbergkaserne, 1935/1936.

Einzelnachweise

  1. Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.
  2. Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.
  3. Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 185.
  4. Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 186.
  5. Arlingerstraße 68-70 a . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.
  6. Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Baustil im 3. Reich. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.

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