Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzmail.de

Fürstliche Kanzlei (Pforzheim)

Von PFENZ
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pforzheimer Schloßberg, Neue Kanzlei (1558-1744), Neues Schloß (1537-1689), Bergfried (1100-1763) im „Hörrmann-Plan“ von Michael Hörrmann und seinem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766.


Schloßberg mit der Neue Kanzlei (F), dem Schloss der Markgrafen von Baden und Bergfried (G), Ausschnitt aus der Stadtansicht des Matthäus Merian.
Pforzheim, Neue Kanzlei, Wappenstein von 1558, Markgraf Karl II. von Baden-Durlach (1529-1577)

Die Neue Kanzlei wurde 1558 von Markgraf Karl II. in Pforzheim erbaut.

Lage und Umgebung

Die Neue Kanzlei war in der Nähe des Neuen Schlosses. Die nordwestliche Längsseite des Gebäudes wurde unmittelbar auf die Mauer aufgesetzt, die den Schlossbereich umgab. An derselben Stelle befindet sich heute das Haus Bahnhofstraße 24.

Geschichte

Matthäus Merian nennt das Gebäude "Neue Kanzlei" und zeigt das Gebäude im Jahre 1643 mit einem niedrigen Rundturm an der nordwestlichen Ecke. J. Wolff beschreibt es auf seinem Plan von 1695 als "die alte Stattschreibery". Lauterbach 1744 spricht von der "alten Canzley".

Michael Hörrmann spricht auch von der "alten Canzley". Der Grundriss des Gebäude wurde von Michael Hörrmann in seinem „Hörrmann-Plan“[1]– einem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766 – festgehalten. Er zeichnet an der südwestlichen Ecke des Hauses ein viereckiges Turmfundament.

Be den Franzosenbränden im Jahre 1692 blieb das Kanzleigebäude unbeschadet. 1744 stand noch das ganze Gebäude.

Beschreibung der Inschriftentafel

Erhalten blieb die große Inschrifttafel aus dem Jahre 1558 im Stil der Renaissance, sie befindet sich heute im Archivbau. Das Giebelfeld der Inschriftentafel ist reich geschmückt. Als Relief ist dort in der Mitte ein Medaillon als Relief angebracht, das einen Kopf zeigt. Vermutlich handelt es sich hierbei um ein Porträt des Markgrafen. Das Porträt wird von Blattwerk eingerahmt.

An den Schrägflächen des Giebels steht:
ANNO. SALVATIS. MILLESIMO QINGENTESIMO. QINQUAGESIMO OCTAVO


Im Architrav steht folgende deutsche Inschrift:
CARL VON GOTTES GNADEN MARGGRAVE ZV. BADEN / VND HOCHBERG LANDGRAVE. ZV. SVSENBERG / HERR ZV RÖTTELEN VND BADENWEYLER .
Der Mittelteil der Renaissancetafel wird zwei Pilastern an den Seiten geschmückt. Zwischen den Pilastern wurde ein Relief angebracht, das das badische Wappen zeigt.
Der untere Teil wird von Rollwerk eingerahmt. Die lateinische Inschrift weist den Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach (1529-1577 als Urheber der Tafel aus:
CAROLVS HAS PRINCEPS BADENVS CONSTRVIT AEDES. / VT SINT CONSILIIS CVRIA SANCTA BONIS. / HIC POPVLO PAR EST AEQVAS PRAESCRIBERE LEGES. /OMNIBVS EX MERITO REDDERE IVRA SVO. / AMBIGVAS IVSTO DECIDERE TRAMITE CAVSAS. / ET CELERI MISERAS FINE IVVARE PRECES / HINC PROCVL AFFECTVS ANIMI SEPONERE PRAVOS / ET REM IVDICIO NOSCERE QVAMQUE BONO


Einzelnachweise

  1. Timm 2004, S. 245.

Literatur

  • Emil Lacroix, Peter Hirschfeld und Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1983, ISBN 978-3-8035-1225-3, S. 371-373.