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Weiher
Weiher (auch Weier) ist eine Wüstung zwischen Nußbaum, Bauschlott und Göbrichen.
Name
Weiher ist eine hiesige Namensform für Weiler und steckt unter anderem in den Ortsnamen Zaisersweiher ("Weiler des Zeisolfs") und Eckenweiher.
Erwähnungen
Die Ersterwähnung Weihers fand mit dem Jahr 1412 relativ spät statt.
- 1431 kauft das Kloster Frauenalb dort eine halbe Kleinzehnte
- 1432 wird ein Einwohner "zu wyer by Nußboum" genannt
- 1440 und 1491 "Wyrers dall"
- 1502 drei Einwohner "zu Weyer"
- 1510 "Wyerheyndweg"
- 1539 Herrenalber Lagerbuch (als Wüstung)
- 1577 Herrenalber Lagerbuch
Lage
In den Urkunden ist häufig von Weier bei Nußbaum die Rede und dürfte südöstlich von letzteren gelegen haben. Die ehemalige Gemarkung dürfte großteils ebenfalls Nußbaum zugefallen sein. Aber auch Göbrichen bzw. Bauschlott weisen in alten Urkunden die Flurnamen "Weyer" bzw. "zu weyher hinterm zaun"/"uff weyrer markt" auf, weshalb anzunehmen ist, dass Teile zu diesen Gemarkungen gelangten. Die Grenzen der "Weyrer Mark" ist in Richtung dieser beiden Orte relativ gut auszumachen.[1]
Ortsgeschichte
Die Grundherrschaft über den Ort besaß das Kloster Herrenalb, welches in seinen Lagerbüchern 1539 und 1577 Weyher ausführlicher beschreibt, aber auch schon als abgegangen bezeichnet. Laut dem Buch von 1539 gehörten zu Weiher zwei Zelgen, deren Namen allerdings auch für die Nußbaumer Zelgen genannt werden. Der Historiker Rüdiger Stenzel geht daher für Weiher von einer "Art Filialsiedlung Nußbaums in seiner Gemarkung [aus], die wohl nie ganz selbständig war." Zudem werden in dem Buch 15 Huben aufgezählt, womit der Ort relativ klein gewesen war. Nachweislich besaß der Weiler einen eigenen "Brettener Weg" und "Allmendweg" sowie einen Brunnen.[2]
Abgang
Warum die Siedlung aufgegeben wurde ist unbekannt. Der Weiler fiel frühstens im 15. Jahrhundert und spätestens 1539 wüst. Zwar werden 1502 noch Bewohner genannt, doch könnten diese auch die letzten übriggeblieben gewesen sein. Stenzel vermutet anhand von Personennamen, dass die (meisten) Weiherer nach Nußbaum wegzogen. Als Abgangsursache hält er Erdfälle oder eine extensivere Landnutzung, bei der die Siedlung hinderlich war, für mögliche Gründe.[3]
Einzelnachweise
- ↑ Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 130/131
- ↑ Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 130/131
- ↑ Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 129ff