Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzmail.de

Diskussion:Emil Strauß

Von PFENZ
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Leider ist dieser Artikel über Emil Strauß nicht objektiv und man merkt sehr deutlich welche Intention der Verfasser damit bezweckt und wo er politisch anzusiedeln ist.

Emil Strauß war zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise populärer als Hermann Hesse oder Thomas Mann. Seine Bücher erschienen bis 1920 in dem damals führenden Verlag für Literatur, dem S. Fischer Verlag. Emil Strauß wird heute zu den Großen der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts gezählt. In der Edition „Bibliothek des 20. Jahrhunderts“ erschienen in den 80er Jahren insgesamt 97 Bände (Deutschen Bücherbund Stuttgart). Im Band 80 wird von Emil Strauß „Freund Hein“ (erstmals 1902 erschienen) veröffentlicht. Herausgegeben wurden die Bände von Walter Jens und keinem geringeren als dem bekanntesten Literaturkritiker Deutschlands Marcel Reich-Ranicki. „Freund Hein“ ist ein Schülerroman, mit Vater-Sohn Konflikt, sowie der Auseinandersetzung in und mit der Schule und der Suche nach Sinn und Identität mit tragischem Ende. Ähnlich ist die Erzählung von Hermann Hesse „Unterm Rad“ (später erschienen 1906). Noch heute erscheint „Freund Hein“ im Reclam-Verlag.

Eine andere Facette war seine Naturverbundenheit. Er unternahm mit einem Freund landwirtschaftliche Siedlungsversuche, wanderte zeitweise nach Brasilien aus (1892-1894) und suchte nach einer alternativen Lebensform. Er wendete sich gegen die Folgen der Industrialisierung; er war eine Art Aussteiger mit ökologischem Bewußtsein. Die Novelle „Der Laufen“ (1909) z. B. ist ein frühes literarisches Dokument ökologischen Bewußtseins und handelt von der Zerstörung der Natur durch den Bau eines Kraftwerkes. Auch die Novelle „Der Laufen“ erscheint heute noch bei Manesse Bibliothek der Weltliteratur, Herausgeber Marcel Reich-Ranicki, in dem Band „Deutsche Erzähler des 20. Jahrhunderts“.

Hohe Auflagen erzielte Emil Strauß mit seinen Veröffentlichungen lange vor dem 3. Reich. Das wird im Wiki-Artikel falsch dargestellt. Nach dem Krieg erreichten die Neuauflagen seiner Werke 1949 im Verlag Carl Hanser ebenfalls wieder hohe Auflagen.

Für fragwürdig, besser für unglaubwürdig, halte ich auch den angeblichen Auszug aus einem Brief von Hermann Hesse an Wilhelm Schäfer. Eine zuverlässige Quelle wurde nicht angegeben. Richtig ist natürlich seine Mitgliedschaft in der NSDAP und seine Vereinnahmung durch das NS-Regime. Warum allerdings sich Hermann Hesse ausgerechnet bei Wilhelm Schäfer in einem Brief über Emil Strauß und dessen vermeintliche „fanatische Hitlertreue“ beschwert ist völlig unlogisch. Wilhelm Schäfer war zwar nie NSDAP-Mitglied aber genau wie Emil Strauß ab Mai 1933 Mitglied in nahezu gleichgeschalteten Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste, sogar Ehrensenator der Deutschen Akademie der Dichtung. (Quelle: Literatur-Archiv-NRW) Nicht zu vergessen, belegte Wilhelm Schäfer auf der sogenannten „Gottbegnadeten-Liste“, eine 36 Seiten umfassende Liste der wichtigsten Künstler des NS-Regimes, vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und Adolf Hitler 1944 zusammengestellt, den 9. Platz. Emil Stauß folgte auf dem 11. Platz.

Davon abgesehen ist ein willkürlich herausgesuchtes Zitat völlig unbedeutend. Es ist eben auch nur eine Meinung. Ein anderes Zitat von Hermann Hesse: „Wir lieben und ehren in ihm einen der gewissenhaftesten und kraftvollsten Verwalter der deutschen Sprache und einen unbestechlich sich selber treuen Charakter. Er hat, vom „Engelwirt“ bis zum Riesenspielzeug“, genau das Gegenteil von dem getan, was die falschen Heimatdichter anstreben. Diese kommen vom Schreibtisch und bemühen sich, ihre Schreibsprache und ihr Schreibdenken volkstümlich zurechtzumachen. Statt dessen hat Strauß, ein Kind des Volkes und seiner echten Sprache bis in alle Falten kundig, sich zeitlebens auf eine vorbildliche Art darum bemüht, diese bodenständige Sprache in strengster Zucht zur dichterischen Sprache zu erheben.“ Das Zitat stammt aus dem Jahre 1936!! Quelle: Hans Bender, Bibliothek des 20. Jahrhunderts

Und 1975 empfahl Jean Améry, im August 1943 beim Verteilen antinazistischer Flugblätter verhaftet und in die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen deportiert: „Ich plädiere für das Wiederlesen des Romans „Freund Hein“; das Buch ist am Ende mehr als nur die Schülertragödie einer abgelebten Bürgerzeit.“ Quelle: Freund Hein, Emil Strauß, Reclam-Verlag

Der Antrag der Grünen-Stadträte auf Umbenennung der Emil-Strauß-Straße, ist eine Mischung von Unkenntnis und ideologischer Einseitigkeit.

In den Wiki-Literaturhinweis gehören unbedingt eingefügt: Freund Hein; Reclam-Verlag und Deutsche Erzähler des 20. Jahrhunderts, Band 2, Von Arthur Schnitzler bis Robert Musil; Manesse-Verlag

Typische Faschistenverherrlichung mit viel BlaBla unter dem Deckmantel der Objektivität --217.233.214.155 17:16, 1. Mai 2011 (CEST)