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Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg
Zwangsarbeit in Pforzheim während des 2. Weltkriegs
In den Arbeitsamtbezirk Pforzheim kamen mehr als 5000 ausländische Arbeitskräfte https://www.pforzheim.de/stadt/stadtgeschichte/gedenken-friedenskultur/zwangsarbeit.html. Die zahlenmäßig größte Gruppe stammte aus der Sowjetunion und Polen – weit mehr als 4000 Personen.
Zwangsarbeiter*innen aus der Sowjetunion im 2. Weltkrieg
Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion trotz des Nichtangriff-Vertrags zwischen Hitler und Stalin von deutschen Truppen überfallen. – Das «Unternehmen Barbarossa» hatte von Beginn an das erklärte Ziel, die Bevölkerung zu vernichten – durch Hunger und Verschleppung zur Zwangsarbeit. Die sowjetischen Zwangsarbeiter*innen kamen aus verschiedenen Gebieten des heutigen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine; viele stammten aus Galizien – dem Gebiet, das mal zu Österreich, mal zu Polen oder zu Russland/Sowjetunion gehörte, und dann – nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 – von Deutschland besetzt war.
Leben und Alltag der Zwangsarbeiter*innen in Pforzheim
Die aus der Sowjetunion deportierten Menschen wurden zunächst auf dem Gelände der Firmen untergebracht, mussten aber nach Fertigstellung in das Ostarbeiterlager am Brötzinger Talweg umziehen. Dort lebten sie in Baracken von 54 qm mit bis zu 34 Personen, d.h. dem einzelnen Menschen standen keine 2 qm zu. Auch in der Gaststätte „Kupferhammer“ wurde 1942 durch die Firma Lutz&Weiss ein Lager für bis zu 90 Zwangsarbeiterinnen aus Russland und der Ukraine eingerichtet. In 12-stündigen Tag- und Nachtschichten mussten sie am Turnplatz in der Fabrikation für Zünder arbeiten. Durch den Aufnäher OST, der sichtbar auf der Jacke getragen werden musste, waren sie als minderwertig stigmatisiert. In den Fabriken arbeiteten sie mit Pforzheimer*innen Seite an Seite, durften aber nicht mit ihnen in Kontakt treten. Dieses Verbot war eines von vielen, dass die sogenannten „Ostarbeitererlasse“ und „Polenerlasse“ festlegten; sie regelten u.a. die Zuteilung von Lebensmitteln, die extrem reduziert war. „Die Rationen und die Qualität des Essens, das zum Teil zu 40-50% aus Abfällen be¬stand, schwächte die Menschen so sehr, dass bald Krankheit und Auszehrung in vielen Betrieben die „Ostarbeiter“ arbeitsunfähig machten …“ . Dabei galten die Menschen aus der Sowjetunion in der rassistischen Ideologie des Nazi-Regimes als „Untermenschen“ und waren völlig rechtlos, was sich in den Lebens- und Arbeitsbedingungen zeigte. Sie durften im Gegensatz zu den „Zivilarbeitern“ aus Westeuropa das Lager nicht verlassen, durften keine öffentliche Veranstaltungen besuchen und körperliche Züchtigung durch das Wachpersonal war erlaubt. Liebesbeziehungen wurden hart bestraft, oft mit Hinrichtung oder Konzentrationslager. Unerlaubtes Verlassen des Lagers hatte zur Folge, dass die Personen mehrere Tage ins Gefängnis gesteckt wurden; so auch im Arbeitsamtbezirk Pforzheim: eine Liste aus Königsbach nennt sieben Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine, die 1941/42 „wegen unerlaubten Verlassens des Aufenthalts-, bzw. Arbeitsortes“ mit zwei Wochen Gefängnis bestraft wurdenLinktitel.