Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Museum auf dem Schafhof/Dachgeschoss/Apotheke/Giftbuch
Einführung
Das Giftbuch und die zugehörigen Giftscheine wurden 2012 anlässlich des Umbaus der Koster-Apotheke zusammen mit anderen Stücken dem Museumsverein von dem langjährigen Apotheker Werner Baier und seiner Ehefrau Gisela übergeben. [1]
Das Giftbuch ist die Dokumentation der abgegebenen Giftstoffe im Zeitraum von 1932 bis 1982. Die Giftscheine als Empfangsbestätigung der Kunden decken den Zeitraum von 1954 bis 1982 ab.
Die Giftaffäre von 1675 und die Bestimmungen zum Führen eines Giftbuchs
Die Giftaffäre (frz. „affaire des poisons“) war ein Skandal in den Jahren 1675 bis 1682 um eine Serie von Morden in Frankreich während der Regierungszeit von Ludwig XIV. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Personen, darunter Prominente und Mitglieder des Adels, wegen Giftmord, Hexerei und anderer Vergehen verdächtigt und/oder verurteilt. Die Giftaffäre endete mit einer letzten Hinrichtung im Juli 1683. Wenige Tage später erließ der König ein Gesetz, das den Handel mit Giftstoffen regelte [2].
Dazu gehörte auch das Führen eines Nachweises der Abgabe von Giften durch Apotheker. Der Skandal zeigte Folgen an vielen europäischen Ländern und Höfen.
So war für die vorderösterreichischen Gebiete Württembergs in der „Neue(n) Apothekertaxe und Ordnung" vom Jahre 1748 das Führen eines Giftbuches festgelegt.
Gleiches hatte der Kurfürst von Thüringen für sein Herrschaftsgebiet schon 1675 verfügt. [4]
In den Jahren bis 1945 hatten sich „…die Apothekenbesitzer hinsichtlich der besonderen Bestimmungen über die Führung des Giftbuches, über die Giftscheine, die Verpackung und Bezeichnung der Gefäße und Umhüllungen nach der Polizeiverordnung über den Handel mit Giften vom 20.2. 1906) zu richten. [5]
Auch in der heutigen Zeit ist „über die Abgabe Stoffen und Gemischen … (Giften) … ein Abgabebuch zu führen. Das Abgabebuch kann auch in elektronischer Form geführt werden.“ [6] Das gute alte Giftbuch ist zum Auslaufmodell geworden.
Einzelnachweise
- ↑ Ulrike Stahlfeld – Ein Giftbuch und andere Schätze in Mühlacker Tagblatt vom 14.4.2014
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/ Giftaffäre ; siehe auch https://de.linkfang.org/wiki/ Giftaffäre
- ↑ Armin Wankmüller– Apotheken und Apothekenwesen der vorderösterreichischen Gebiete Württembergs Dezember 1952 in Beiträge zur Württembergischen Apothekengeschichte, Band 1 Heft 5 Seite 132
- ↑ Dr.Karl-Heinz Gehlauf – Die Löwenapotheke in Altenburger Geschichts-und Hauskalender 1996
- ↑ Dr.med.et phil. Walter Lustig – Der Arzt als öffentlicher Gesundheitsbeamter, Berlin 1926, S.65
- ↑ Verordnung zur Neuregelung nationaler Vorschriften über das Inverkehrbringen und die Abgabe von Chemikalien. $9 (1) Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr.4
