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Nike-Station

Von PFENZ
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Nike Hercules Raketen auf Abschussrampe

Die Überreste einer Nike-Station im Hagenschieß sind ein Relikt aus den Zeiten des Kalten Krieges.

Dabei handelt es sich um eine amerikanische Flugabwehr-Raketenstellung mit Surface to Air Missiles (Boden-Luft-Raketen) vom Typ Nike Hercules mit einer Reichweite von bis zu 150 km (und bis zu 30 km Höhe), deren ca. 15 ha umfassende Abschussbasis sich auf einem noch heute gut sichtbaren, wenn auch rückgebautem Gelände im Hagenschießwald befindet. Die knapp zwölf Meter hohen Raketen konnten sowohl mit konventionellen Splittergefechtsköpfen und ab Beginn der 80er Jahre auch mit Atomsprengköpfen vom Typ W-31 (mit einer Sprengkraft von 40.000 t TNT, etwa dem Dreifachen der Hiroshima-Bombe) bestückt werden. Die Nike-Hercules Raketen dienten damit faktisch auch als als taktische Boden-Boden Nuklearwaffe zum Einsatz gegen feindliche Truppenverbände.

Der Feuerleitbereich (Integrated Fire Control Area) zur Luftraumüberwachung mit seinem großen stationären Zielverfolgungssradar vom Typ HIPAR befand sich in Wurmberg. Das IFC-Gelände in Wurmberg wird heute als Recyclinghof genutzt. Die Bunkeranlagen sowie der Hügel auf dem das Fixed-HIPAR betrieben wurden sind noch gut zu erkennen. Auch die sog. Shelter (Bunkeranlagen, in denen die Raketen gelagert wurden), Straßen und Teile der Raketenaufzüge der Abschussbasis sind noch heute gut zu erkennen. Leider ist das Gelände eingezäunt, so dass die Anlage nicht betreten werden kann.

Betrieben wurde die Nike-Station die zum sog. Nike-Gürtel gehörte, von der amerikanischen „Delta Battery“. Diese gehörte zum dritten Battallion der 71st Air Defense Artillery. Aufgabe dieses Battallions war es von 1957 bis in die späten 80er Jahre den Luftraum über der Region zu überwachen und von Osten einfliegende feindliche Bomberverbände abzuschießen, bevor diese in der Lage sind ihre Fracht abzuwerfen. Im Ernstfall wären die Raketen dabei über das Ziel gesteuert worden um die Flugzeuge dann von oben anzugreifen. Das System Nike-Hercules wurde inzwischen durch das System Patriot ersetzt, welches auch zur Verteidigung gegen Marschflugkörper eingesetzt werden kann.

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