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Brandkatastrophe von Öschelbronn 1933

Von PFENZ
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Die Brandkatastrophe von Öschelbronn, die am 10. September 1933, einem Sonntag, ausbrach, war ein Großfeuer, das über 24 Stunden lang dauerte und einen Großteil des Dorfes zerstörte.

Das Feuer, das von einem starken Ostwind angefacht wurde, zerstörte 184 Gebäude völlig und beschädigte weitere 111 Gebäude teilweise schwer. Den aus weitem Umkreis hinzugezogenen Feuerwehrkräften gelang es erst nach Abflauen des Windes, das Feuer zu löschen. Der durch das Feuer verursachte Gebäudeschaden wurde auf 610.000 Reichsmark beziffert, die von insgesamt elf Feuerversicherungsgesellschaften ausbezahlten Versicherungssummen beliefen sich auf zusammen 335.691 Reichsmark. Die badische Regierung rief zu einer Sammlung für die Opfer der Brandkatastrophe auf, die aus dem gesamten Reich eine Spendensumme in Höhe von 400.886 Reichsmark sowie Naturalien im geschätzten Wert von über 100.000 Reichsmark einbrachte.[1]

Besuch Hitlers in Öschelbronn

Die nationalsozialistischen Machthaber, die zu diesem Zeitpunkt seit rund sieben Monaten im Reich und in den Ländern Baden und Württemberg regierten, nahmen die Gelegenheit wahr, das Ereignis propagandistisch auszuschlachten. Am 14. September besuchte der Reichskanzler Adolf Hitler den Unglücksort. Hierzu reiste er von Berlin nach Karlsruhe mit dem Flugzeug an, dann per Auto weiter über Durlach und Pforzheim durch Straßen, die von teils jubelnden, teils auch nur neugierigen Menschen gesäumt waren. Gegen 13:45 Uhr in Öschelbronn eingetroffen, besichtigte er, wie bereits vor ihm zahlreiche Schaulustige, die Brandstätte und reiste gegen 14:30 Uhr weiter nach Böblingen, von wo aus er den Rückflug nach Berlin antrat.[1][2]

Hilfsmaßnahmen der Regierung

Die nationalsozialistische Landesregierung Badens sorgte dafür, dass Öschelbronn innerhalb kurzer Zeit mit "bodenständiger Architektur" als "Musterdorf in Eichenfachwerk" wieder aufgebaut wurde; die Arbeiten waren im Folgejahr 1934 im Wesentlichen abgeschlossen.[3] Hierzu berief sie eine im Pforzheimer Bezirksamt tagende Kommission, die die zu leistenden Arbeiten ausschrieb und weitgehend an badische Handwerker vergab. Darüber beschwerten sich Handwerker der näheren Umgebung jenseits der damaligen, direkt an Öschelbronn vorbeilaufenden, Landesgrenze, bei der württembergischen Regierung. Die hieraus im Oktober 1933 entstehenden Streitigkeiten zwischen den beiden nationalsozialistisch gleichgeschalteten Landesregierungen wurden mit einem Kompromiss abgeschlossen, der die Lieferung von Prozent der benötigten Ziegel und Backsteine durch württembergische Ziegeleien vorsah.[1]

Nach Abschluss der Arbeiten zeigte sich, dass der ursprüngliche Kostenvoranschlag für den Wiederaufbau Öschelbronns um etwa ein Viertel überschritten wurde. Die hierüber durchgeführten Untersuchungen ergaben als eine Ursache hierfür, dass die Vergabe der Arbeiten in vielen Fällen nach parteipolitischen statt wirtschaftlichen Erwägungen entschieden worden war.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Hans Georg Zier: Geschichte der Stadt Pforzheim. Stuttgart: Theiss, 1982, ISBN 3-8062-0234-6, S. 316-317
  2. ebenda, Bildtafel 114
  3. Hermann Diruf, Christoph Timm: Kunst- und Kulturdenkmale in Pforzheim und im Enzkreis. Stuttgart: Theiss, 2. Auflage 2002, ISBN 3-8062-1680-0, S. 289