Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Margarethe Levis (Knopf)


Margarethe Levis, geborene Knopf (geb. 17. Oktober 1888 in Karlsruhe; gest. 30. Juli 1965 in New York) war als Tochter des Kaufhausbegründers Max Knopf die Alleinerbin der familienbetriebenen Kaufhausdynastie Knopf. Sie war die Tochter von Max Knopf und Paula Knopf geb. Klopstock und die Schwester von Dr. Rudolf Hermann Knopf. Ihr gelang im März 1941 die Flucht in die USA, wo sie im Jahr 1965 verstarb. Andere Familienmitglieder außer Betty Knopf konnten in die Schweiz fliehen.
Geschichte
Seit 1934 führte sie als Alleinerbin nach dem Tod ihres Vaters Max Knopf im Oktober 1934 die Geschäfte des Pforzheimer Warenhauses "Geschwister Knopf" fort. Anfang April 1933 schreibt der Pforzheimer Anzeiger über den Boykott jüdischer Geschäfte in Pforzheim. Schon einige Zeit vor Beginn des Boykotts am 1. April 1933 um 10 Uhr hatten sich Menschenmengen vor dem Kaufhaus Geschwister Knopf versammelt und sich Posten der SA vor den Eingängen des Kaufhauses postiert. In einer Übersicht, die vom Badischen Finanz - und Wirtschaftsministerium erteilten Genehmigungen zur "Entjudung" von Warenhäusern, Kaufhäusern usw. betreffend, als Folge der Verordnung zur Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938, findet sich zum Pforzheimer Kaufhaus Geschwister Knopf folgende Angabe: Warenhaus Geschwister Knopf, Einzelinhaberin Frau Marg. Levis, geb. Knopf in Karlsruhe. Arische Erwerber - E. Laplow K.G. in Pforzheim, - erteilte Genehmigung - 19.11.1938 . Max' Tochter Grete, die den Betrieb nach Max führte, war gezwungen an Herbert Laplow KG aus Münster zu verkaufen. Im Jahr 1940 fasste sie schließlich gemeinsam mit ihrem Ehemann Arthur Levis den Entschluss zunächst nach Portugal und dann nach Amerika auszuwandern. Nach späterer eidesstattlicher Erklärung des Ehepaars Levis kostete Arthur Levis die Flucht 25.000 Reichsmark, während Margherete Levis 1.000.000 Mark an die nationalsozialistische Regierung zu entrichten hatte.
Im Anschluss an den II. Weltkrieg erhielt Dr. Margarete Levis von Käufern, die im Zuge der Arisierungsmaßnahmen Kaufhäuser aus ihrem Besitz erwarben, zur Wiedergutmachung insgesamt etwa fünf Millionen Deutsche Mark sowie Entschädigungszahlungen der Bundesrepublik Deutschland. Das Kaufhausimperium Knopf war allerdings schätzungsweise dennoch von deutlich höherem Wert.
Quelle
- Karlsruhe: Stadtzeitung, Ausgabe vom 30. Dezember 2016: Kultur: Auf den Spuren der Vorfahren online
- https://www.geni.com/people/Margarethe-Levis/6000000072617036178
- https://ns-in-ka.de/personen/levis-geb-knopf-dr-margarete/
- Gerhard Brändle: Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim. 1985, S. 72-73.83.
- Michail Fundaminski: Aus der Vergangenheit Pforzheimer Warenhäuser. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 155. Bd. Stuttgart 2007 S. 505-531.
- Thomas Frei, John F. Mueller: Suche nach einem bestimmten Knopf. In: Pforzheimer Zeitung. 1. April 2011 [1]
- Der Erweiterungsbau Geschw. Knopf In: "Pforzheimer Rundschau" vom 21. November 1931 [2]
- Grunsky, Eberhard: Das ehemalige Warenhaus Knopf (heute Karstadt) in Karlsruhe. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 8,2 (1979), S. 57–64.
- Fritsche, Christiane: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, Ubstadt-Weiher/ Heidelberg/ Neustadt a.d.W./ Basel 2013.
- Landesarchiv Baden – Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe 480 Nr. 7223 (Wiedergutmachungsakte Margarete Levis).
- Landesarchiv Baden – Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe Abt. 237 Zugang 1967-19 Nr. 1683 (Arisierung des Kaufhauses Margarete Levis‘ in Mannheim inkl. Kaufverträge).