Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Margarethe Levis (Knopf)

Margarethe Levis, geborene Knopf (geb. 17.10.1888 in Karlsruhe; gest. 30.7.1965 in New York). Seit 1934 führte sie als Alleinerbin nach dem Tod ihres Vaters Max Knopf im Oktober 1934 die Geschäfte des Pforzheimer Warenhauses "Geschwister Knopf" fort. Anfang April 1933 schreibt der Pforzheimer Anzeiger über den Boykott jüdischer Geschäfte in Pforzheim. Schon einige Zeit vor Beginn des Boykotts am 1. April 1933 um 10 Uhr hatten sich Menschenmengen vor dem Kaufhaus Geschwister Knopf versammelt und sich Posten der SA vor den Eingängen des Kaufhauses postiert. In einer Übersicht, die vom Badischen Finanz - und Wirtschaftsministerium erteilten Genehmigungen zur "Entjudung" von Warenhäusern, Kaufhäusern usw. betreffend, als Folge der Verordnung zur Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938, findet sich zum Pforzheimer Kaufhaus Geschwister Knopf folgende Angabe: Warenhaus Geschwister Knopf, Einzelinhaberin Frau Marg. Levis, geb. Knopf in Karlsruhe. Arische Erwerber - E. Laplow K.G. in Pforzheim, - erteilte Genehmigung - 19.11.1938 . Max' Tochter Grete, die den Betrieb nach Max führte, war gezwungen an Herbert Laplow KG aus Münster zu verkaufen. Margarethe Levis und ihrer Familie gelang im März 1941 die Flucht in die USA. Andere Familienmitglieder konnten außer Betty Knopf in die Schweiz fliehen.
Die Tochter des Kaufhausbegründers Max Knopf, Dr. Margarete Levis (geb. Knopf), führte als Alleinerbin das familienbetriebene Kaufhausimperium Knopf erfolgreich weiter. Mit Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde sie jedoch im Zuge der Arisierungsmaßnahmen gezwungen ihre Filialen nach und nach zu verkaufen. Im Jahr 1940 fasste sie schließlich gemeinsam mit ihrem Ehemann Arthur Levis den Entschluss zunächst nach Portugal und dann nach Amerika auszuwandern. Nach späterer eidesstattlicher Erklärung des Ehepaars Levis kostete Arthur Levis die Flucht 25.000 Reichsmark, während die Alleinerbin der Kaufhausdynastie stolze 1.000.000 Mark an die nationalsozialistische Regierung zu entrichten hatte.
Im Anschluss an den II. Weltkrieg erhielt Dr. Margarete Levis von Käufern, die im Zuge der Arisierungsmaßnahmen Kaufhäuser aus ihrem Besitz erwarben, zur Wiedergutmachung insgesamt etwa fünf Millionen Deutsche Mark sowie Entschädigungszahlungen der Bundesrepublik Deutschland. Das Kaufhausimperium Knopf war allerdings schätzungsweise dennoch von deutlich höherem Wert.
In Amerika lebte Dr. Margarete Levis ein gutes Leben in finanziellem Reichtum und starb im Jahr 1965 eines natürlichen Todes.
Familie
Sie wurde als Tochter von Max Knopf und Paula Knopf geboren. Sie war die Schwester von Dr. Rudolf Hermann Knopf (geb. 11.11.1893 in Karlsruhe; gest. 19.4.1924 in Karlsruhe).
Einzelnachweise
Quelle
- https://www.geni.com/people/Margarethe-Levis/6000000072617036178
- https://ns-in-ka.de/personen/levis-geb-knopf-dr-margarete/
- Gerhard Brändle: Die jüdischen Mitbürger der Stadt Pforzheim. 1985, S. 72-73.83.
- Michail Fundaminski: Aus der Vergangenheit Pforzheimer Warenhäuser. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 155. Bd. Stuttgart 2007 S. 505-531.
- Thomas Frei, John F. Mueller: Suche nach einem bestimmten Knopf. In: Pforzheimer Zeitung. 1. April 2011 [1]
- Der Erweiterungsbau Geschw. Knopf In: "Pforzheimer Rundschau" vom 21. November 1931 [2]
- Grunsky, Eberhard: Das ehemalige Warenhaus Knopf (heute Karstadt) in Karlsruhe. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 8,2 (1979), S. 57–64.
- Fritsche, Christiane: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, Ubstadt-Weiher/ Heidelberg/ Neustadt a.d.W./ Basel 2013.
- Landesarchiv Baden – Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe 480 Nr. 7223 (Wiedergutmachungsakte Margarete Levis).
- Landesarchiv Baden – Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe Abt. 237 Zugang 1967-19 Nr. 1683 (Arisierung des Kaufhauses Margarete Levis‘ in Mannheim inkl. Kaufverträge).