Feier mit! 20 Jahre Pfenz!

Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!


Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzmail.de

Portus: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Inhalt gelöscht Inhalt hinzugefügt
Smilodon (Diskussion | Beiträge)
K korr
Smilodon (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 3: Zeile 3:
==Name==
==Name==
''siehe Artikel [[Pforzheim#Name|Pforzheim]]''
''siehe Artikel [[Pforzheim#Name|Pforzheim]]''

==Gründung==
Für das Pforzheimer Stadtgebiet gibt es kaum keltische Funde, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass es eine keltische Vorsiedlung gegeben hat. Ebenso zeigt ist der Siedlungsplatz im Enztalkessel nicht besonders günstig. Die Ortsgründung von Portus fällt daher wohl in die Römerzeit und steht in Verbindung mit der Römerstraße Ettlingen-Cannstatt und die dazugehörige [[Furt]] über die [[Enz]].

==Aufbau und Struktur des Vicus==
Die Furt ist heute nur noch über die nachgewiesene Römerstraße zu lokalisieren. An der Stelle ist auch eine (noch nicht nachgewiesene) Brücke anzunehmen. Die Ansiedlung hat sich stark an die Römerstraße orientiert. Diese verlief nachgewiesen ungefähr entlang der [[Altstädter Straße]] und mittig quer durch die heutige [[Altstadtkirche]]. Wie die Straße zum [[Hagenschieß]] aufstieg ist nicht gesichert, wahrscheinlich aber entlang der heutigen [[Gesellstraße (Pforzheim)|Gesellstraße]]. Auf der Hochfläche ist die Straße heute noch auf längere Strecke als Damm erkennbar.

Weitere Straßen nach Pforzheim sind nicht sicher nachgewiesen.


==Siedlungskontinuität==
==Siedlungskontinuität==

Version vom 12. Februar 2016, 21:17 Uhr

Portus war ein römischer vicus (Siedlung, Dorf) an der Stelle der heutigen Pforzheimer Altstadt. Aus der Siedlung ist das heutige Pforzheim entstanden.

Name

siehe Artikel Pforzheim

Gründung

Für das Pforzheimer Stadtgebiet gibt es kaum keltische Funde, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass es eine keltische Vorsiedlung gegeben hat. Ebenso zeigt ist der Siedlungsplatz im Enztalkessel nicht besonders günstig. Die Ortsgründung von Portus fällt daher wohl in die Römerzeit und steht in Verbindung mit der Römerstraße Ettlingen-Cannstatt und die dazugehörige Furt über die Enz.

Aufbau und Struktur des Vicus

Die Furt ist heute nur noch über die nachgewiesene Römerstraße zu lokalisieren. An der Stelle ist auch eine (noch nicht nachgewiesene) Brücke anzunehmen. Die Ansiedlung hat sich stark an die Römerstraße orientiert. Diese verlief nachgewiesen ungefähr entlang der Altstädter Straße und mittig quer durch die heutige Altstadtkirche. Wie die Straße zum Hagenschieß aufstieg ist nicht gesichert, wahrscheinlich aber entlang der heutigen Gesellstraße. Auf der Hochfläche ist die Straße heute noch auf längere Strecke als Damm erkennbar.

Weitere Straßen nach Pforzheim sind nicht sicher nachgewiesen.

Siedlungskontinuität

Der Name Pforzheim leitet sich zweifelsohne von "Portus" und der germanischen Endung -heim ab. Eine nachträgliche germanische Endung haben z.B. auch die Römerstädte "Lopodunum" (--> Ladenburg) und "Augusta Vindelicorum" (--> Augsburg). Ob die Siedlung auch nach dem Limesfall um 260 n. Chr. fortbestand oder die Stadt im Mittelalter wiedergegründet ist nicht gesichert.

Pforzheim selbst wird erst 1067 urkundlich erwähnt. Trotzdem muss der Ort schon im Frühmittelalter existiert haben. Die lautgesetzliche Verschiebung von P- zu Pf- wurde im 7. bis 8. Jahrhundert vollzogen, weshalb Pforzheim schon vorher bestanden haben müsste oder zumindest muss der Name der Bevölkerung bekannt gewesen sein. Ebenso werden die meisten Orte mit einer Martinskirche ins Frühmittelalter datiert. Ob die Merowingergräber beim Gaswerk aus dem späten 6./7. Jahrhundert zu Pforzheim gehörten ist fraglich, da diese etwa 400m vom vicus entfernt liegen. Klaus Kortüm vermutet, dass die Nachfolgesiedlung sich dorthin verlagerte und erst wieder zur Karolingerzeit wieder zurück an den alten Standort an der Furt verlegt wurde, da Fundmaterial in der Altstadt erst wieder aus dieser Zeit auftauchen.[1] Er hält es aber auch für möglich, dass sie zu einer abgegangene frühmittelalterlichen Siedlung gehört haben könnte, die etwa 100m entfernt an der Enz lag und vielleicht in Verbindung mit der nahe gelegenen villa rustica gehörte.

Aus dem Jahr 1614 stammt eine Legende wie Pforzheim entstanden sein soll.[2] Demnach wurde Pforzheim von den Hunnen zerstört und der Ort im Jahre 510 n. Chr. vom frankischen Statthalter Emmerich neugegründet. Wieviel Wahrheit an dieser Sage dran ist, lässt sich nicht sagen. Eine fränkische Neugründung würde jedoch die Endung -heim verständlich machen.

Quelle

  • Klaus Kortüm (1995): Portus - Pforzheim: Untersuchungen zur Archäologie und Gescichte in römischer Zeit. Sigmaringen.

Einzelnachweise

<references>

  1. Kortüm (1995): S.20 f
  2. J. Frischlin (1614): Historische Beschreibung des Landes Württemberg II, 43 (zitiert nach Pflüger: Pforzheim, S. 29)