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Das Dorf Mühlhausen (am Brühl) wurde unter dem Namen Mulinhusen erstmals um [[790]] im [[Lorscher Codex]] erwähnt. Im Jahr [[892]] fand die letzte Erwähnung statt. Es ist aus Aufzeichnungen bekannt, daß das Dorf mindestens drei Mühlen hatte. Ölbronn ist als Nachfolgesiedlung für das vermutlich [[926]] beim Einfall der Ungarn zerstörte Dorf Mühlhausen anzusehen. |
Das Dorf Mühlhausen (am Brühl) wurde unter dem Namen Mulinhusen erstmals um [[790]] im [[Lorscher Codex]] erwähnt. Im Jahr [[892]] fand die letzte Erwähnung statt. Es ist aus Aufzeichnungen bekannt, daß das Dorf mindestens drei Mühlen hatte und Kirchort war. Ölbronn ist als Nachfolgesiedlung für das vermutlich [[926]] beim Einfall der Ungarn zerstörte Dorf Mühlhausen anzusehen. |
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Zwischen dem [[Kloster]] [[Maulbronn]] und dem Ritter Konrad von [[Straubenhardt]], die Ruinen der [[Ruine Straubenhardt|Burg Straubenhardt]] liegen südwestlich von [[Neuenbürg]] auf einem Vorsprung über der [[Enz]], war ein Streit ausgebrochen wegen des Zehnten in den Marken [[Mühlhausen]] und [[Bauschlott]], der [[1244]] von Bischof Konrad von Speyer geschlichtet wurde. |
Zwischen dem [[Kloster]] [[Maulbronn]] und dem Ritter Konrad von [[Straubenhardt]], die Ruinen der [[Ruine Straubenhardt|Burg Straubenhardt]] liegen südwestlich von [[Neuenbürg]] auf einem Vorsprung über der [[Enz]], war ein Streit ausgebrochen wegen des Zehnten in den Marken [[Mühlhausen]] und [[Bauschlott]], der [[1244]] von Bischof Konrad von Speyer geschlichtet wurde. Dieses Mühlhausen ist wohl aufgrund von Ortsbeschreibungen der gleiche Ort, wie das [[883]] mit [[Thailfingen|Dagelvingen]] im Codex Laureshamensis erwähnte Mühlhausen. |
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Der Schreiber des KRW Anfang des 20. Jahrhunderts ging davon aus, dass es sich bei Mulinhusen um die Vorgängersiedlung [[Maulbronn]]s ([[1147]] ''Mulenbrunnen'') handelt, nach dessen Wüstwerdung nur noch der der Dorfbrunnen übrig blieb, andem man letztlich das [[Kloster Maulbronn|Kloster]] errichtete. Dagegen spricht eindeutig die Urkunde von 1244. Darin wird Mühlhausen "am Fuße des Berges Eichelberg" beschrieben und weitere Anhaltspunkte genannt, die darauf hin deuten, dass der Ort östlich von [[Bauschlott]] auf heutiger Ölbronner Gemarkung liegt. Lediglich die Nennung des Flusses [[Salzach]] scheint nicht dafür zu sprechen. Der Lokalforsche Michael Walter (1925) interpretiert im Flurnamen ''Mühlau'', nördlich von Dürrn, eine direkte Verbindung mit dem abgegangenen Wohnplatz.<ref>Michael Walter (1925), S. 43</ref> Der Historiker Rüdiger Stenzel hält auch den Südhang des [[Eichelberg]]s als Standort für möglich und betont die merkwürdige "Verzahmung" der Gemarkungen von Ölbronn, Dürrn und Bauschlott. Desweiteren betont er, dass es bis ins 18. Jahrhundert südlich des [[Erlenbach]]es eine sogenannte ''Au-Mühle'' gab, die auf Kameralwiesen stand ''(Kameralgut = unmittelbar dem Fürsten unterstelltes Gut)''. Diese könnte seiner Meinung nach einst zu Mühlhausen gehört haben und aufgrund des Wüstwerdens eine "Sonderposition" eingenommen haben.<ref> Rüdiger Stenzel: Abgegangene Siedlungen zwischen Rhein und Enz, Murg und Angelbach. In: Oberrheinische Studien. Bd. III. Fs. für G. Haselier. Bretten 1975. S. 125-127 </ref> |
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==Literatur== |
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Johannes Hasspacher: Ein Dorf an der Grenze. Chronik von Ölbronn, mit Beiträgen zur Geschichte der Waldenser sowie der Orte Kleinvillars, Mulinhusen und Dürrn. Pforzheim, 1982. |
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== Quellen == |
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* [http://www.oelbronn-duerrn.de/gemeinde/geschichte/geschichte.php Geschichte auf der offiziellen Internetpräsenz der Gemeinde Ölbronn-Dürrn] |
* [http://www.oelbronn-duerrn.de/gemeinde/geschichte/geschichte.php Geschichte auf der offiziellen Internetpräsenz der Gemeinde Ölbronn-Dürrn] |
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*''Der Enz- und Pfinzgau'' aus dem Jahr 1925 |
*''Der Enz- und Pfinzgau'' aus dem Jahr 1925 |
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Version vom 19. Februar 2015, 18:12 Uhr
Mühlhausen am Brühl ist eine Wüstung auf Gemarkung des Teilorts Ölbronn, von der Gemeinde Ölbronn-Dürrn, im nördlichen Enzkreis.
Das Dorf Mühlhausen (am Brühl) wurde unter dem Namen Mulinhusen erstmals um 790 im Lorscher Codex erwähnt. Im Jahr 892 fand die letzte Erwähnung statt. Es ist aus Aufzeichnungen bekannt, daß das Dorf mindestens drei Mühlen hatte und Kirchort war. Ölbronn ist als Nachfolgesiedlung für das vermutlich 926 beim Einfall der Ungarn zerstörte Dorf Mühlhausen anzusehen.
Zwischen dem Kloster Maulbronn und dem Ritter Konrad von Straubenhardt, die Ruinen der Burg Straubenhardt liegen südwestlich von Neuenbürg auf einem Vorsprung über der Enz, war ein Streit ausgebrochen wegen des Zehnten in den Marken Mühlhausen und Bauschlott, der 1244 von Bischof Konrad von Speyer geschlichtet wurde. Dieses Mühlhausen ist wohl aufgrund von Ortsbeschreibungen der gleiche Ort, wie das 883 mit Dagelvingen im Codex Laureshamensis erwähnte Mühlhausen.
Lage
Der Schreiber des KRW Anfang des 20. Jahrhunderts ging davon aus, dass es sich bei Mulinhusen um die Vorgängersiedlung Maulbronns (1147 Mulenbrunnen) handelt, nach dessen Wüstwerdung nur noch der der Dorfbrunnen übrig blieb, andem man letztlich das Kloster errichtete. Dagegen spricht eindeutig die Urkunde von 1244. Darin wird Mühlhausen "am Fuße des Berges Eichelberg" beschrieben und weitere Anhaltspunkte genannt, die darauf hin deuten, dass der Ort östlich von Bauschlott auf heutiger Ölbronner Gemarkung liegt. Lediglich die Nennung des Flusses Salzach scheint nicht dafür zu sprechen. Der Lokalforsche Michael Walter (1925) interpretiert im Flurnamen Mühlau, nördlich von Dürrn, eine direkte Verbindung mit dem abgegangenen Wohnplatz.[1] Der Historiker Rüdiger Stenzel hält auch den Südhang des Eichelbergs als Standort für möglich und betont die merkwürdige "Verzahmung" der Gemarkungen von Ölbronn, Dürrn und Bauschlott. Desweiteren betont er, dass es bis ins 18. Jahrhundert südlich des Erlenbaches eine sogenannte Au-Mühle gab, die auf Kameralwiesen stand (Kameralgut = unmittelbar dem Fürsten unterstelltes Gut). Diese könnte seiner Meinung nach einst zu Mühlhausen gehört haben und aufgrund des Wüstwerdens eine "Sonderposition" eingenommen haben.[2]
Literatur
Johannes Hasspacher: Ein Dorf an der Grenze. Chronik von Ölbronn, mit Beiträgen zur Geschichte der Waldenser sowie der Orte Kleinvillars, Mulinhusen und Dürrn. Pforzheim, 1982.
Quellen
- Geschichte auf der offiziellen Internetpräsenz der Gemeinde Ölbronn-Dürrn
- Der Enz- und Pfinzgau aus dem Jahr 1925