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Karl Dürr: Unterschied zwischen den Versionen

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Karl Dürr (1892 1976) war ab 1924 erst Vikar, dann ab 1925 Pfarrer der heutigen Lukasgemeinde in Pforzheim in der Weststadt.
'''Karl Dürr''' (* [[1892]]; [[1976]]) war ab [[1924]] erst Vikar, dann ab [[1925]] Pfarrer der heutigen [[Lukasgemeinde]] in der Pforzheimer [[Weststadt]].


Er kam durch Martin Niemöller zur „Bekennenden Kirche“. Am 22. Nov. 1933 waren im Melanchthonhaus und im Saalbau zusammen über 3 400 evang. Christen versammelt, um gegen die "Deutschen Christen (DC)", eine NS-nahe Gruppierung, zu protestieren, die das Alte Testament als "Viehhändler- und Zuhältergeschichten" verunglimpft hatten. Dürr nannte die DC "Totengräber des evangelischen Bekenntnisses und Schrittmacher eines neuen Heidentums".
Er kam durch Martin Niemöller zur „Bekennenden Kirche“. Am [[22. November]] [[1933]] waren im [[Melanchthonhaus]] und im [[Saalbau]] zusammen über 3.400 evangelische Christen versammelt, um gegen die Deutschen Christen (DC), eine NS-nahe Gruppierung, zu protestieren, die das Alte Testament als "Viehhändler- und Zuhältergeschichten" verunglimpft hatten. Dürr nannte die DC „Totengräber des evangelischen Bekenntnisses und Schrittmacher eines neuen Heidentums".


Dürr schrieb 1934 an den Landesbischof Julius Kühlewein:
Dürr schrieb 1934 an den Landesbischof Julius Kühlewein: „Enttäuschung und Verbitterung erfüllt uns, daß Sie nur einen „ungewöhnlichen Weg” zugeben, wo brutale und zynische Beiseitesetzung von Recht und Verfassung vorliegt, []. Denn dieser Geist [der Geist der Deutschen Christen; Anm. d. Autorin] ist im tiefsten Grund der Geist weltlicher Macht und Gewaltanwendung, dem bis aufs Blut widerstanden werden muß, []” Seine Predigten wurden von der Gestapo überwacht, er wurde mehrmals verhört, seine Post wurde geöffnet. Die Kirchenleitung versetzte ihn 1935 nach Freiburg.
:''„Enttäuschung und Verbitterung erfüllt uns, daß Sie nur einen „ungewöhnlichen Weg” zugeben, wo brutale und zynische Beiseitesetzung von Recht und Verfassung vorliegt'' [...]''. Denn dieser Geist'' [der Geist der Deutschen Christen; Anm. d. Autorin] ''ist im tiefsten Grund der Geist weltlicher Macht und Gewaltanwendung, dem bis aufs Blut widerstanden werden muß'' [...]''''
Seine Predigten wurden von der Gestapo überwacht, er wurde mehrmals verhört, seine Post wurde geöffnet. Die Kirchenleitung versetzte ihn 1935 nach Freiburg.


1985 wurde eine Strasse im Wohngebiet Maihälden in Pforzheim nach ihm benannt.
1985 wurde in [[Pforzheim]] eine Straße im Wohngebiet [[Maihälden]] nach ihm benannt.


Literatur:
== Literatur ==
Witt, Caroline, Die Bekennende Kirche in Baden, in: Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V., o.O., 2006 (http://www.ag-landeskunde-oberrhein.de/index.php?id=p458v),
* Caroline Witt: ''Die Bekennende Kirche in Baden'', in: Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V., o.O., 2006 ([http://www.ag-landeskunde-oberrhein.de/index.php?id=p458v www.AG-Landeskunde-Oberrhein.de/index.php?id=p458v])
Lang, Christoph, Karl Dürr und die Anfänge der badischen Bekenntnisgemeinschaft, Tübingen, 1994
* Christoph Lang: ''Karl Dürr und die Anfänge der badischen Bekenntnisgemeinschaft'', Tübingen, 1994


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[[Kategorie: NS-Gegner]]

Version vom 24. April 2013, 18:15 Uhr

Karl Dürr (* 1892; † 1976) war ab 1924 erst Vikar, dann ab 1925 Pfarrer der heutigen Lukasgemeinde in der Pforzheimer Weststadt.

Er kam durch Martin Niemöller zur „Bekennenden Kirche“. Am 22. November 1933 waren im Melanchthonhaus und im Saalbau zusammen über 3.400 evangelische Christen versammelt, um gegen die Deutschen Christen (DC), eine NS-nahe Gruppierung, zu protestieren, die das Alte Testament als "Viehhändler- und Zuhältergeschichten" verunglimpft hatten. Dürr nannte die DC „Totengräber des evangelischen Bekenntnisses und Schrittmacher eines neuen Heidentums".

Dürr schrieb 1934 an den Landesbischof Julius Kühlewein:

„Enttäuschung und Verbitterung erfüllt uns, daß Sie nur einen „ungewöhnlichen Weg” zugeben, wo brutale und zynische Beiseitesetzung von Recht und Verfassung vorliegt [...]. Denn dieser Geist [der Geist der Deutschen Christen; Anm. d. Autorin] ist im tiefsten Grund der Geist weltlicher Macht und Gewaltanwendung, dem bis aufs Blut widerstanden werden muß [...]

Seine Predigten wurden von der Gestapo überwacht, er wurde mehrmals verhört, seine Post wurde geöffnet. Die Kirchenleitung versetzte ihn 1935 nach Freiburg.

1985 wurde in Pforzheim eine Straße im Wohngebiet Maihälden nach ihm benannt.

Literatur

  • Caroline Witt: Die Bekennende Kirche in Baden, in: Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V., o.O., 2006 (www.AG-Landeskunde-Oberrhein.de/index.php?id=p458v)
  • Christoph Lang: Karl Dürr und die Anfänge der badischen Bekenntnisgemeinschaft, Tübingen, 1994