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Villa rustica: Unterschied zwischen den Versionen
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Die ''villa rustica portus'' war über das [[Kanzlerstraße|Kanzlersträßchen]] leicht zu erreichen. Eine Anbindung an die neue, [[zweite Buckenbergauffahrt]] wird stark vermutet. |
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== Römischer Gutshof ''Altes Schloß'' == |
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Am [[Mittelsberg]] beim [[Arlinger]] ist der Gutshof Altes Schloß nachgewiesen, aber nicht freigelegt. |
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== Römisches Landgut bei Enzberg == |
== Römisches Landgut bei Enzberg == |
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Die ersten Hinweise auf römische Funde gab es schon vor 150 Jahren. Im Jahr [[1998]], bei der Verlegung der [[B10]], wurden größere Relikte zu Tage gefördert, was den Ausschlag für die Ausgrabungen und die Konservierung gab. Im Jahr [[1999]] wurde der [[Historisch-Archäologischer Verein Mühlacker e.V.|Historisch-Archäologische Verein Mühlacker e.V.]] gegründet, um die Ausgrabungen voranzutreiben. |
Die ersten Hinweise auf römische Funde gab es schon vor 150 Jahren. Im Jahr [[1998]], bei der Verlegung der [[B10]], wurden größere Relikte zu Tage gefördert, was den Ausschlag für die Ausgrabungen und die Konservierung gab. Im Jahr [[1999]] wurde der [[Historisch-Archäologischer Verein Mühlacker e.V.|Historisch-Archäologische Verein Mühlacker e.V.]] gegründet, um die Ausgrabungen voranzutreiben. |
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Version vom 22. März 2009, 09:34 Uhr




Als villa rustica (Mehrzahl: villae rusticae) bezeichnet man ein Landhaus beziehungsweise Landgut aus dem Römischen Reich. Dem Herrn eines solchen Gutes oblagen meist die Verwaltung der Belange und Infrastruktur der umliegenden Region. Um Pforzheim herum liegen circa ein Dutzend der etwa tausend in Baden-Württemberg gefundenen Gutshöfe, auf städtischer Gemarkung sind es zwei.
Entlang des Römerspuren-Radwegs befinden diese sich in Enzberg, Pforzheim und Wilferdingen.
Römischer Gutshof "Kanzler" im Kanzlerwald
Die erste Ansiedlung auf Pforzheimer Gemarkung ist heute als Überrest eines römischen Gutshofes im Kanzlerwald zu finden. Östlich des Kanzlersträßchens liegt diese archäologische Anlage auf einem bewaldeten Plateau am Hang des Enztals. Circa aus der 1. Hälfte des zweiten Jahrhunderts stammen die dort freigelegten Grundmauern einer villa rustica. 1966 bis 1975 wurde der Gutshof vom Landesdenkmalamt ausführlich untersucht und restauriert. Seither ist die Anlage öffentlich zugänglich. Ein Modell davon ist im Archäologischen Schauplatz Kappelhof zu sehen.
Eine etwa 95 m lange fast quadratische Umfassungsmauer umschließt verschiedene Gebäude, Grundmauern und einen Brunnen. Die leicht aus dem Boden ragenden sichtbaren Grundmauern wurden mit einer schützenden Mörtelschicht abgedeckt.
Der römische Gutshof "Kanzler" im Kanzlerwald gilt als eine der besterhaltensten römischen Anlagen in Baden. Durch die vollständige Freilegung ist die Größe eines römischen landwirtschaftlichen Guts dieser Zeit eindrucksvoll zu erkennen. Innerhalb der Umfassungsmauer sind die Grundmauern eines Hauptgebäudes, eines Badehauses und drei Vorrats- und Gesindehäusern mit einem Brunnen zu erkennen.
Lage
Die villa rustica portus war über das Kanzlersträßchen leicht zu erreichen. Eine Anbindung an die neue, zweite Buckenbergauffahrt wird stark vermutet.
Römischer Gutshof Altes Schloß
Am Mittelsberg beim Arlinger ist der Gutshof Altes Schloß nachgewiesen, aber nicht freigelegt.
Römisches Landgut bei Enzberg
Die ersten Hinweise auf römische Funde gab es schon vor 150 Jahren. Im Jahr 1998, bei der Verlegung der B10, wurden größere Relikte zu Tage gefördert, was den Ausschlag für die Ausgrabungen und die Konservierung gab. Im Jahr 1999 wurde der Historisch-Archäologische Verein Mühlacker e.V. gegründet, um die Ausgrabungen voranzutreiben. Die Archäologische Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, Außenstelle Karlsruhe, hat die archäologischen Ausgrabungen des römischen Landgutes bei Enzberg betrieben. Finanziert wurde die Arbeit von der Stadt Mühlacker, dem Denkmalamt, der Denkmalstiftung, dem Enzkreis, dem Historisch-Archäologischen Verein Mühlacker und der Sparkasse Pforzheim Calw. Viele ehrenamtliche Grabungshelfer waren an der Verwirklichung beteiligt.
In den Jahren 1998 bis 2000 wurden auf dem Areal vier Gebäude freigelegt. Das größte Gebäude 1 ist nahezu symmetrisch angelegt und hat eine circa 35 Meter lange Front. Der eigentliche Wohnbereich war vermutlich im etwas hangseitig versetzten Obergeschoß. Nur zehn Meter weiter liegt das circa zehn mal dreizehn Meter große Gebäude 2, das als Badehaus ausgebaut war. Die Fundamentmauern der großen Gebäude sind etwa einen Meter stark. Etwa 20 Meter südlich liegt das etwa fünf Meter mal sechs Meter große Gebäude 3, das nur aus einem Raum besteht. Gebäude 4 ist nicht vollständig ausgegraben. Im Brunnen der Anlage wurden zwei fast lebensgroße steinerne Frauenköpfe gefunden, die im Heimatmuseum Mühlacker ausgestellt sind. Zu den Funden gehören auch mehrere heute originalgetreu nachgebaute Öfen. Der archäologische Park ist mit Schautafeln erläutert.
Lage
Direkt an der B10 am östlichen Ortsausgang von Enzberg, Richtung Mühlacker, unweit der Enz ist eine kleiner archäologischer frei zugänglicher Park entstanden.
Vicus Senotensis in Wilferdingen
1842 wurde eine Weiheinschrift für Jupiter gefunden, die Auskunft über eine ehemalige römischen Siedlung bei Wilferdingen gibt und sich heute im Badischen Landesmuseum Karlsruhe befindet. Vicus Senotensis ist eine der wenigen namentlich bekannten Siedlungen aus dieser Zeit. Die Civitas (Gebietskörperschaft) der Gegend lag in Aquae (Baden-Baden). Es ist nicht viel über diese Art ländlicher Siedlungen bekannt, die im gesamten südwestdeutschen Raum zu finden sind. Die Größe des römischen Vicus Senotensis ist unbekannt. An Hand einiger Funde lässt sich die Gründungszeit um etwa 100 nach Christus bestimmen. Die älteste in Wilferdingen gefundene Münze stellt Kaiser Nerva (96–98) dar.
Der derzeitige Stand der Erforschung des Vicus Senotensis wird im Foyer der Kulturhalle in Remchingen-Wilferdingen durch eine kleine Ausstellung dokumentiert.
Am südwestlichen Ortsrand von Wilferdingen wurde 1988 durch Luftaufnahmen ein weiterer Gutshof entdeckt. 2002 wurde dieser archäologisch untersucht. Ein etwa 26 Meter mal 23 Meter großer Teil des Gebäudes wurde freigelegt. Etwa 60 Meter weiter wurde noch ein kleineres Wirtschaftsgebäude entdeckt.
Zum Teil wurden die Ausgrabungen durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Arbeitsamts Pforzheim ermöglicht.
Lage
Im Bereich des nördlichen Ortsrand von Wilferdingen wird das Zentrum des Vicus Senotensis vermutet.