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Hans Brammer: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Ernst Feuerle (Diskussion | Beiträge)
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== Weimarer Zeit ==
== Weimarer Zeit ==
Hans Brammer ist ab 1924 Gewerkschaftsmitglied und engagiert beim Sozialistischen Jugendverband und der SPD. 1931 geht er mit vielen jüngeren SPD-Mitgliedern in Pforzheim zur links von der SPD stehenden neugegründeten Sozialistischen Arbeiter-Partei (SAP). Der Huchenfelder Ortsverein der SAP besteht mehrheitlich aus Mitgliedern der Deutschen Friedensgesellschaft, die die Zustimmung der SPD zum Bau von Panzerkreuzern ablehnt.
Hans Brammer ist ab 1924 Gewerkschaftsmitglied und engagiert beim Sozialistischen Jugendverband und der SPD. 1931 geht er mit vielen jüngeren SPD-Mitgliedern in Pforzheim zur links von der SPD stehenden neugegründeten Sozialistischen Arbeiter-Partei (SAP). Der Huchenfelder Ortsverein der SAP besteht mehrheitlich aus Mitgliedern der Deutschen Friedens-Gesellschaft, die die Zustimmung der SPD zum Bau von Panzerkreuzern ablehnt.
Vor den Reichspräsidentenwahlen im April 1932 warnen die Linksparteien: ''„Hitler heißt Krieg, Not, Hunger und Elend für das ganze deutsche Volk !“'' – auch bei der gemeinsamen Demonstration von SAP und KPD am 16. 7. 1932 in Pforzheim - eine klarsichtige und leider vergebliche Warnung, denn am 30. Januar 1933 übergeben die bürgerlichen Parteien Hitler und der NSDAP die Macht. Bei der Reichstagswahl 1933 erhält die NSDAP in Pforzheim 57,5 Prozent der Stimmen.
Vor den Reichspräsidentenwahlen im April 1932 warnen die Linksparteien: ''„Hitler heißt Krieg, Not, Hunger und Elend für das ganze deutsche Volk !“'' – auch bei der gemeinsamen Demonstration von SAP und KPD am 16. 7. 1932 in Pforzheim - eine klarsichtige und leider vergebliche Warnung, denn am 30. Januar 1933 übergeben die bürgerlichen Parteien Hitler und der NSDAP die Macht. Bei der Reichstagswahl 1933 erhält die NSDAP in Pforzheim 57,5 Prozent der Stimmen.
== Widerstand und Zuchthaus ==
== Widerstand und Zuchthaus ==
Im Juni 1933 verteilen Hans Brammer, Karl Otto Bührer, Karl Schroth und weitere SAP - Mitglieder in Pforzheim die illegalen Schrift „Fanal“, das Titelblatt zeigt eine Fotomontage mit schrecklichen Kriegs- und Verwüstungsszenen unter dem Titel ''„Durch Rüstung zum Krieg !“'' 1934 heißt es ''„Hitler bedeutet Krieg!“'' auf Zetteln, die die SAP - Mitglieder heimlich in Briefkästen stecken. Die Mitglieder der SAP leisten auch für Verfolgte Fluchthilfe nach Frankreich – organisiert mithilfe des Pfarrer Friedrich Honecker in Schwann.
Im Juni 1933 verteilen Hans Brammer, [[Karl Otto Bührer]], [[Karl Schroth]] und weitere SAP - Mitglieder in Pforzheim die illegalen Schrift „Fanal“, das Titelblatt zeigt eine Fotomontage mit schrecklichen Kriegs- und Verwüstungsszenen unter dem Titel ''„Durch Rüstung zum Krieg !“'' 1934 heißt es ''„Hitler bedeutet Krieg!“'' auf Zetteln, die die SAP - Mitglieder heimlich in Briefkästen stecken. Die Mitglieder der SAP leisten auch für Verfolgte Fluchthilfe nach Frankreich – organisiert mithilfe des Pfarrer [[Friedrich Honecker]] in Schwann.


Am 13. 5. 1938 verhaftet die Gestapo Hans Brammer und weitere 15 SAP-Mitglieder, das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt ihn zu 3 ½ Jahren Zuchthaus, die er zuerst im Zuchthaus Ludwigsburg und anschließend im Zuchthaus Brandenburg-Görden absitzen muss.
Am 13. 5. 1938 verhaftet die Gestapo Hans Brammer und weitere 15 SAP-Mitglieder, das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt ihn zu 3 ½ Jahren Zuchthaus, die er zuerst im Zuchthaus Ludwigsburg und anschließend im Zuchthaus Brandenburg-Görden absitzen muss.

Version vom 2. März 2008, 15:37 Uhr

Hans Brammer (20. 4. 1907 in Huchenfeld, heute Ortsteil von Pforzheim, gest. nach 1994), Holzfacharbeiter in Pforzheim, war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Weimarer Zeit

Hans Brammer ist ab 1924 Gewerkschaftsmitglied und engagiert beim Sozialistischen Jugendverband und der SPD. 1931 geht er mit vielen jüngeren SPD-Mitgliedern in Pforzheim zur links von der SPD stehenden neugegründeten Sozialistischen Arbeiter-Partei (SAP). Der Huchenfelder Ortsverein der SAP besteht mehrheitlich aus Mitgliedern der Deutschen Friedens-Gesellschaft, die die Zustimmung der SPD zum Bau von Panzerkreuzern ablehnt.

Vor den Reichspräsidentenwahlen im April 1932 warnen die Linksparteien: „Hitler heißt Krieg, Not, Hunger und Elend für das ganze deutsche Volk !“ – auch bei der gemeinsamen Demonstration von SAP und KPD am 16. 7. 1932 in Pforzheim - eine klarsichtige und leider vergebliche Warnung, denn am 30. Januar 1933 übergeben die bürgerlichen Parteien Hitler und der NSDAP die Macht. Bei der Reichstagswahl 1933 erhält die NSDAP in Pforzheim 57,5 Prozent der Stimmen.

Widerstand und Zuchthaus

Im Juni 1933 verteilen Hans Brammer, Karl Otto Bührer, Karl Schroth und weitere SAP - Mitglieder in Pforzheim die illegalen Schrift „Fanal“, das Titelblatt zeigt eine Fotomontage mit schrecklichen Kriegs- und Verwüstungsszenen unter dem Titel „Durch Rüstung zum Krieg !“ 1934 heißt es „Hitler bedeutet Krieg!“ auf Zetteln, die die SAP - Mitglieder heimlich in Briefkästen stecken. Die Mitglieder der SAP leisten auch für Verfolgte Fluchthilfe nach Frankreich – organisiert mithilfe des Pfarrer Friedrich Honecker in Schwann.

Am 13. 5. 1938 verhaftet die Gestapo Hans Brammer und weitere 15 SAP-Mitglieder, das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt ihn zu 3 ½ Jahren Zuchthaus, die er zuerst im Zuchthaus Ludwigsburg und anschließend im Zuchthaus Brandenburg-Görden absitzen muss. Im Mai 1941 entlassen, wird er 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen.

Freiheit

1947 wird Hans Brammer aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Er schließt sich der SPD an, arbeitet bei der AOK, wird Mitglied der Gewerkschaft ÖTV, heute Verdi, und übernimmt als Gemeinderat in Huchenfeld Verantwortung für das Gemeinwesen.


Literatur

Dagenbach, Klaus; Rupp, Markus, Die Pforzheimer SAPD im Widerstand, Pforzheim, 1995

„Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, HRSG: Stadtjugendring Pforzheim, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995

Pforzheimer Kurier 24. 3. 1994

Schroth, Karl, Und immer wieder für die Freiheit, Pforzheim, 1977

Uhlmann, Walter (HRSG), Sterben um zu leben, Politische Gefangene im Zuchthaus Brandenburg-Görden 1933 – 1945, Köln, 1983

Artikel in Arbeit

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