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Interview mit Marga Reutter und Klaus Fritz: Unterschied zwischen den Versionen
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KF:Ganz schräg zum Badischen Hof stand und der heißt ja heute immer noch so, der '''„Scheffelhof“'''. Den hat zuerst eine Familie Falk gehabt und eine Tochter von der Familie Falk war die Frau Elise Röger geb. Falk, die hat das mit ihrem Mann und einer Metzgerei geführt, bis dann Rosa Kraus es übernommen hat, Anfang der 70iger <ref> Dazwischen gab es noch eine Familie Etzel </ref>. Die Elise Falk war die Mutter von der Frau Siegle, die Mutter der Metzgerei Siegle. Die hat nicht die Wirtschaft übernommen, sondern nur die Metzgerei. Mit dem Herrn Siegle. |
KF:Ganz schräg zum Badischen Hof stand und der heißt ja heute immer noch so, der '''„Scheffelhof“'''. Den hat zuerst eine Familie Falk gehabt und eine Tochter von der Familie Falk war die Frau Elise Röger geb. Falk, die hat das mit ihrem Mann und einer Metzgerei geführt, bis dann Rosa Kraus es übernommen hat, Anfang der 70iger <ref> Dazwischen gab es noch eine Familie Etzel </ref>. Die Elise Falk war die Mutter von der Frau Siegle, die Mutter der Metzgerei Siegle. Die hat nicht die Wirtschaft übernommen, sondern nur die Metzgerei. Mit dem Herrn Siegle. |
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Jetzt geht es weiter runter. Dann auf der rechten Seite das '''Cafe Barth''', das sogenannte „Cafe Langsam“. Das wurde von der Familie Barth als Bäckerei und Cafe geführt und da waren nur die Familienangehörige, also die Kinder, das war der Bäcker Barth und seine Schwester, die Maria Barth und die Frau Konrad Hille und der Barth hat eine geb. Irma Bonnett geheiratet und die haben in Alleinregie Bäckerei und Cafe geführt. Weil die Damen nicht die schnellsten waren, hat es immer etwas gebraucht bis du deinen Kaffee oder deinen Tee bekommen hast. Dann haben wir immer in der Jugendzeit gesagt, das ist das Cafe Langsam. Das ging noch bis in die 60iger „Cafe Langsam“ Da haben wir immer gesagt, dann gehen wir mal ins „Cafe Langsam“. Das war so gemütlich eingerichtet.. Sofa und Plüschstühle Marmortische, als junge Leute hat uns das gefallen. |
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Auf der linken Seite war dann der Stadtbahnhof, jetzt '''„Birkenhof“''' weiter in Richtung Westen. |
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MR: So um 1913 da wurde ein Saal und eine Kegelbahn gebaut Da war alles noch bewaldet. 1928 haben dann mein Vater den damaligen Stadtbahnhof gebaut. Weil sie gesagt haben, das ist in der Nähe des Bahnhofes. Die Firma Schenk und Schmidt und Wezel waren schon da unten und die Leute fahren mit dem Bus und mit der Bahn. Da gab es noch nicht so viele Privatautos. Und dann haben sie zur gleichen Zeit mit dem Krankenhaus oben den Stadtbahnhof aus Maulbronner Sandstein gebaut: Gaststätte Stadtbahnhof. Und das haben meine Eltern Karl und Gertrud Schempf weitergeführt mit Metzgerei bis dann 1946 ist mein Vater gestorben ist. Und meine Mutter noch einmal geheiratet hat und als sie dann und der Stiefvater verstarb, dann hat es eine Zeitlang mein Bruder gehabt, der hat es umgenannt in „Birkenhof“. Da haben die Gäste nämlich beanstandet…. „Stadtbahnhof“ Da haben die immer gedacht, da fährt die Bahn vorbei und das ist zu laut. Obwohl er schon schalldichte Fenster eingebaut hatte. So ist das damals unbenannt worden in „Birkenhof“.. |
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== Einzelnachweise und Anmerkungen== |
== Einzelnachweise und Anmerkungen== |
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Version vom 21. März 2023, 22:02 Uhr
Von Gasthöfen, Stadtbad und anderen Originalen
Das Interview mit Klaus Fritz und Marga Reutter fand im Jahr 2016 statt. [1]
Gasthöfe
Die Maulbronner Gasthöfe von Ost nach West:
Klaus Fritz (KF): Der Buggl (Berg) in der Stuttgarter Straße von Schmie her kommend hinunter ins Tal heißt „G‘hängter Mann“. Da hat sich Ende des 19. Jahrhunderts ein Mann aufgehängt.Gleich am Anfang vom Buckel, nach rechts rein, da, wo heute die Eigentumswohnungen drin sind, in dem neuen Gebäude hinten, da gab es das „Wirtshaus zur Linde“. Das war die Kantine von den Arbeitern der Firma Burrer im Steinbruch. Das war die äußerste Beiz - die Linde.
Weiter runter, da wo man die Danziger Straße hoch läuft, da war rechts das im Eckhaus das "Gasthaus zum Adler". Das war lange Zeit das Vereinslokal vom Fußballverein. Da war im Erdgeschoss eine recht wacklige kleine Dusche. Da haben die Fußballer dann reinlaufen müssen - vom Sportplatz am Hohenacker See bis zum Adler rein. Da konnte, wenn man wollte, duschen.
Zuletzt wurde die Wirtschaft von Frau Anni Koran geführt. Das war eine liebe Frau. Da sind wir als Jugendliche gerne eingekehrt und da gab es einen Fernseher und da haben wir Fußball bei ihr geguckt.
Da da gab's dann Bauernsäufzer (Bauernbratwurst), Schinkenwurst und Flaschenbier, mehr hat es nicht gegeben. Da hat sie hinter der Theke ein großes Blatt Papier gehabt und da hat sie dann die Namen der anwesenden Gäste drauf geschrieben, Klaus, Peter, Philipp, Werner. Und da hat sie immer drauf geschrieben, was wir gekriegt haben. Wenn wir weg wollten, hat sie es zusammengerechnet. Das war ein Original.
Dann gehts weiter auf der linken Seite war das „Gasthaus zum Ochsen“. Das Lokal besteht bis heute noch, ist nur geschlossen, kann man jederzeit wieder aufmachen. Das war offen bis Ende der 60iger Jahre. Als die alten Bromms das nicht mehr konnten, da haben es die Kinder übernommen und dann später zugemacht. Ja das war ein Lokal, Metzgerei und Schlachthaus.
Marga Reutter (MR): Da hat es bis zum Schluss Tagesessen gegeben für die Ämter, die da gegessen haben, die es in Maulbronn gegeben hat Und wenn die von der Mark 10 Pfennig erhöht hatten, dann gab es eine Revolution, denn 10 Pfennig waren viel.
Dann weiter auf der Stuttgarter Straße auf der rechten Seite an der Ecke zur Heilbronnerstraße, da wo heute der Sailer sein Geschäft hat war der „Grüne Baum“ und gegenüber wo heute der Goldschmied sein Geschäft hat war bis nach dem 2. Weltkrieg das Gasthaus „Germania“ .
KF: Auf der linken Seite weiter westlich da gab es das "Gasthaus zur Sonne" von der Familie Erassimi. Dazu gehörte eine Bäckerei und eine kleine Gaststube. Das hieß später "Bistro Gewölbe".
Und dann geht es weiter in den Klosterhof. Da gab es früher die Klosterkatz nicht; das war eine Küferei. Das Gebäude, das waren die Vorfahren von Herrn Willy Asperger.
Dann gab es das Gasthaus zum Klosterhof und zwar über der heutigen Informationsstelle der Klosterverwaltung und Kartenausgabe. Dort im ersten Stockwerk war das „Gasthaus zum Klosterhof“. Das haben die Eltern von der Rosa Kraus geführt. Die Rosa war dann später die Wirtin vom Scheffelhof.
Dann gab es die Klosterschmiede, das hat die Familie Kübler bewirtschaftet und der alte Emil Kübler stammt aber nicht aus Maulbronn, sondern aus Diefenbach und vorher noch – jetzt kann die Marga geb. Schempf weitersprechen – das waren ihre Großeltern.
MR: Ja vor der Familie Kübler waren meine Großeltern väterlicherseits als Wirtsleute drin. Wilhelm und Christine Schempf. Und damals hieß es noch Ratskeller. In jeder Stadt gibt es neben dem Rathaus meistens einen Ratskeller. Da sind die Gemeindeverwaltung und die Räte nach den Sitzungen eingekehrt.
KF: Weiter von Ost nach West da wo die Wirtshäuser waren. Dann westwärts gehen wir aus dem Klosterhof wieder raus. Dann kommt da auf der linken das heutige „Klostercafe“ ehemals Schlegel. Das war das „Gasthaus zum Hirsch“. Das hat die Familie Steeb gehabt. Und vor dem Steeb war eine Familie Piston. [2]
Gegenüber war das „Hotel Klosterpost“, das war die ehemalige Poststelle der Thurn und Taxis Post. Das hat dann generationenlang die Familie Rieger bewirtschaftet. Daneben weiter nach Westen - war der "Badische Hof", (Da wo jetzt die Volksbank drin ist) ein sehr gutes Wirtshaus. Da haben sich dann, morgens um neune, die Handwerker zum Vesper getroffen und da ist die Gemeindepolitik gemacht worden. Da ist dann auch der Gemeindeschules Kienzle reingekommen und da haben sie dann schon zu Mittags den ersten mit Rausch heraus geschleppt. Der Stadtschultes Kienzle aus Maulbronn hat mit dem Stadtschultheiß Wezel [3] um die Wette gesoffen. An einem Tag hat der Kienzle 32 oder 34 Gläser gehabt und der Herr Wezel vielleicht nur 30 und an anderen Tagen war es umgekehrt. Jedenfalls sind dann beide Anfang 70 an Leberzirrhose gestorben.
MR: Ja der Bürgermeister Kienzle ist da ins Krankenhaus gekommen und da haben sie bei ihm Wasser festgestellt. Hach, sagte er, da verklag ich sämtliche Wirte in Maulbronn.
KF:Ganz schräg zum Badischen Hof stand und der heißt ja heute immer noch so, der „Scheffelhof“. Den hat zuerst eine Familie Falk gehabt und eine Tochter von der Familie Falk war die Frau Elise Röger geb. Falk, die hat das mit ihrem Mann und einer Metzgerei geführt, bis dann Rosa Kraus es übernommen hat, Anfang der 70iger [4]. Die Elise Falk war die Mutter von der Frau Siegle, die Mutter der Metzgerei Siegle. Die hat nicht die Wirtschaft übernommen, sondern nur die Metzgerei. Mit dem Herrn Siegle.
Jetzt geht es weiter runter. Dann auf der rechten Seite das Cafe Barth, das sogenannte „Cafe Langsam“. Das wurde von der Familie Barth als Bäckerei und Cafe geführt und da waren nur die Familienangehörige, also die Kinder, das war der Bäcker Barth und seine Schwester, die Maria Barth und die Frau Konrad Hille und der Barth hat eine geb. Irma Bonnett geheiratet und die haben in Alleinregie Bäckerei und Cafe geführt. Weil die Damen nicht die schnellsten waren, hat es immer etwas gebraucht bis du deinen Kaffee oder deinen Tee bekommen hast. Dann haben wir immer in der Jugendzeit gesagt, das ist das Cafe Langsam. Das ging noch bis in die 60iger „Cafe Langsam“ Da haben wir immer gesagt, dann gehen wir mal ins „Cafe Langsam“. Das war so gemütlich eingerichtet.. Sofa und Plüschstühle Marmortische, als junge Leute hat uns das gefallen.
Auf der linken Seite war dann der Stadtbahnhof, jetzt „Birkenhof“ weiter in Richtung Westen. MR: So um 1913 da wurde ein Saal und eine Kegelbahn gebaut Da war alles noch bewaldet. 1928 haben dann mein Vater den damaligen Stadtbahnhof gebaut. Weil sie gesagt haben, das ist in der Nähe des Bahnhofes. Die Firma Schenk und Schmidt und Wezel waren schon da unten und die Leute fahren mit dem Bus und mit der Bahn. Da gab es noch nicht so viele Privatautos. Und dann haben sie zur gleichen Zeit mit dem Krankenhaus oben den Stadtbahnhof aus Maulbronner Sandstein gebaut: Gaststätte Stadtbahnhof. Und das haben meine Eltern Karl und Gertrud Schempf weitergeführt mit Metzgerei bis dann 1946 ist mein Vater gestorben ist. Und meine Mutter noch einmal geheiratet hat und als sie dann und der Stiefvater verstarb, dann hat es eine Zeitlang mein Bruder gehabt, der hat es umgenannt in „Birkenhof“. Da haben die Gäste nämlich beanstandet…. „Stadtbahnhof“ Da haben die immer gedacht, da fährt die Bahn vorbei und das ist zu laut. Obwohl er schon schalldichte Fenster eingebaut hatte. So ist das damals unbenannt worden in „Birkenhof“..
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ Interview: Daniela Dauth, Transskript: Hans Hermsen, Bearbeitung: Dieter Schempf
- ↑ Klaus Fritz erzählt noch folgende unbestätigte Anekdote: "Die (Familie Piston) hatte einen Sohn und drei Mädchen und das waren alles stolze Wirtstöchter, kein Bewerber war gut genug und der Sohn hat dann Banklehre gelernt und die Wirtstöchter sind vor lauter Hochmut in Armut gestorben."
- ↑ Paul Christian Wezel Stadtschultheiß in Knittlingen; siehe: Günther Mahal, Dorf Flecken Stadt, Knittlingen 1990
- ↑ Dazwischen gab es noch eine Familie Etzel