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Villa rustica Fohlenstall: Unterschied zwischen den Versionen
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[[1827]] stieß man bei der Steingewinnung auf einen römischen Brunnen, Mauerreste, römische Ziegel und ein Steinrelief. Die Überreste wurden 1832/33 von C. Arnsperger bei Ausgrabungen untersucht, welcher auch gleichzeitig die [[Villa rustica Kanzlerwald]] ausgrub. Eine ordentliche Untersuchungsbeschreibung wurde jedoch nicht angefertigt. |
[[1827]] stieß man bei der Steingewinnung auf einen römischen Brunnen, Mauerreste, römische Ziegel und ein Steinrelief. Die Überreste wurden 1832/33 von C. Arnsperger bei Ausgrabungen untersucht, welcher auch gleichzeitig die [[Villa rustica Kanzlerwald]] ausgrub. Eine ordentliche Untersuchungsbeschreibung wurde jedoch nicht angefertigt. |
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Es soll sich um einen Einzelhof mit zwei Gebäuden handeln, die von einer Umfassungsmauer umgeben waren. Die Umfassungsmauer war quadratisch mit einer Seitenlänge von je 38m. Das Hauptgebäude (15 x 9 m) stand im östlichen Areal. Es hatte an der Ostseite einen kleinen 5x5m großen Raum, vor dem sich ein viereckiger Stein befand, an dessen Fuß im Boden auf zwei Seiten drei schmale Stufen wie an einer Treppe war. Die beiden Nebengebäude standen in den beiden westlichen Ecken des Hofgeländes und hatten eine Größe von 8 x 5 m. Laut Untersuchungsbericht (dieser unterscheidet zwischen den Ausgrabungen Kanzlerwald und Fohlenstall nicht richtig) soll die Ausgrabung eine Stätte für Totenurnen mit Nischen und Steinsäule zu Tage gebracht haben. Wahrscheinlicher handelt es sich jedoch hierbei um einen gewöhnlichen Keller mit Nischen, Lichtschacht und Steintisch. |
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Es soll sich um einen Einzelhof mit zwei Gebäuden handeln, die von einer Umfassungsmauer umgeben waren. Gefunden wurde eine Abnobaweihung, ein Gigantenreiter, Steinrelief, Münzen, Bronzedreifuß, Bronzegerät, Sigillata, Gebrauchskeramik und Glas. |
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Gefunden wurde eine Abnobaweihung, ein Gigantenreiter, Steinrelief, Münzen, Bronzedreifuß, Bronzegerät, Sigillata, Gebrauchskeramik, Glas, große Hohlziegel und Backsteine. Verwilderte Weinreben interpretierte der Archäologe Arnsperger als Hinweis eines dortigen Weinanbaus zu dieser Zeit. |
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Heute erkennt man die Fundstelle anhand einer 8x11m großen Grube im Wald sowie Bruchsteine und zerbrochene Ziegel. Das zweite Gebäude befindet sich weiter südlicher und lässt ebenfalls Mauerreste erkennen. |
Heute erkennt man die Fundstelle anhand einer 8x11m großen Grube im Wald sowie Bruchsteine und zerbrochene Ziegel. Das zweite Gebäude befindet sich weiter südlicher und lässt ebenfalls Mauerreste erkennen. |
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*Klaus Kortüm: Portus Pforzheim - Untersuchungen zur Archäologie und Geschichte in römischer Zeit, 1995, S. 357 |
*Klaus Kortüm: Portus Pforzheim - Untersuchungen zur Archäologie und Geschichte in römischer Zeit, 1995, S. 357 |
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*Ernst Wagner et al (1911): Fundstätten und Funde aus vorgeschichtlicher, römischer und alamannisch-fränkischer Zeit im Großherzogtum Baden (Band 2): Das Badische Unterland, S.138 |
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[[Kategorie:Villa rustica]] |
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Version vom 14. März 2020, 18:01 Uhr
Die villa rustica Fohlenstall war ein römischer Gutshof im Hagenschieß.
Name
Der Name Fohlenstall leitet sich von der nahe gelegenen Füllenstallwiese ab. Andere Namen für die villa rustica sind "Fohlenstall-Schlößchen", "Hardheimer Fohlenstall-Schlößchen" oder auch "Fohlenwald-Schlößchen". Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Hardheimer Schloß
Lage
Sie befindet sich im Pforzheimer Walddistrikt 1, Abteilung 43 "Schloßwald" (Meßtischblatt 7118 Pforzheim Süd, r. 202 mm, o. 106 mm) und damit südöstlich des Haidachs.
Geschichte
Bevor es zu archäologischen Untersuchungen kam, soll von dort ein Taufstein/Altar hergenommen worden sein, der zu einem Taufstein für die Kirche in Eutingen wurde.
1827 stieß man bei der Steingewinnung auf einen römischen Brunnen, Mauerreste, römische Ziegel und ein Steinrelief. Die Überreste wurden 1832/33 von C. Arnsperger bei Ausgrabungen untersucht, welcher auch gleichzeitig die Villa rustica Kanzlerwald ausgrub. Eine ordentliche Untersuchungsbeschreibung wurde jedoch nicht angefertigt.
Es soll sich um einen Einzelhof mit zwei Gebäuden handeln, die von einer Umfassungsmauer umgeben waren. Die Umfassungsmauer war quadratisch mit einer Seitenlänge von je 38m. Das Hauptgebäude (15 x 9 m) stand im östlichen Areal. Es hatte an der Ostseite einen kleinen 5x5m großen Raum, vor dem sich ein viereckiger Stein befand, an dessen Fuß im Boden auf zwei Seiten drei schmale Stufen wie an einer Treppe war. Die beiden Nebengebäude standen in den beiden westlichen Ecken des Hofgeländes und hatten eine Größe von 8 x 5 m. Laut Untersuchungsbericht (dieser unterscheidet zwischen den Ausgrabungen Kanzlerwald und Fohlenstall nicht richtig) soll die Ausgrabung eine Stätte für Totenurnen mit Nischen und Steinsäule zu Tage gebracht haben. Wahrscheinlicher handelt es sich jedoch hierbei um einen gewöhnlichen Keller mit Nischen, Lichtschacht und Steintisch.
Gefunden wurde eine Abnobaweihung, ein Gigantenreiter, Steinrelief, Münzen, Bronzedreifuß, Bronzegerät, Sigillata, Gebrauchskeramik, Glas, große Hohlziegel und Backsteine. Verwilderte Weinreben interpretierte der Archäologe Arnsperger als Hinweis eines dortigen Weinanbaus zu dieser Zeit.
Heute erkennt man die Fundstelle anhand einer 8x11m großen Grube im Wald sowie Bruchsteine und zerbrochene Ziegel. Das zweite Gebäude befindet sich weiter südlicher und lässt ebenfalls Mauerreste erkennen.
Quelle
- Klaus Kortüm: Portus Pforzheim - Untersuchungen zur Archäologie und Geschichte in römischer Zeit, 1995, S. 357
- Ernst Wagner et al (1911): Fundstätten und Funde aus vorgeschichtlicher, römischer und alamannisch-fränkischer Zeit im Großherzogtum Baden (Band 2): Das Badische Unterland, S.138