Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Württembergischer Personen- u. Güterbahnhof in Pforzheim: Unterschied zwischen den Versionen
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Beim Blick auf die Stadtpläne von Pforzheim vor 1920 |
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fällt auf, dass an der Tunnelstraße ein Königlich Württembergischer Güterbahnhof existierte, der mehrere Gebäude und zahlreiche Rangiergleise umfasste. |
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Noch heute liegen in diesem großen, zentrumsnahen |
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Areal neun Gleise, allerdings weitgehend ungenutzt. |
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Die dazugehörigen Gebäude sind schon längst abgerissen worden. |
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Aber damit nicht genug. Neben dem Badischen |
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Hauptbahnhof in Pforzheim hatte sich in Sichtweite |
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die Württembergische Staatseisenbahnverwaltung in |
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einer Fabrikantenvilla an der Luisenstr. 2 angesiedelt. |
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Vor deren Fenster lag der Bahnsteig mit den Gleisen, |
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die in das Enz- und Nagoldtal führten, so dass dieser |
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Endpunkt quasi noch einen Personenbahnhof bildete. Wie konnte es dazu kommen? |
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In Baden verkehrte die erste Eisenbahn ab 1840 zwischen Mannheim und Heidelberg. Erklärtes Ziel war |
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der Ausbau der Rheintalstrecke bis Basel. Mit den |
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Jahren zeigte sich die Notwendigkeit, die schnell |
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wachsenden Eisenbahnnetze der Länder miteinander zu verbinden. Leichter gesagt als getan. Aufgrund |
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der verschiedenen Interessen und Planungen ließen |
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sich die gewünschten Harmonisierungen jedoch |
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nicht so schnell verwirklichen. So auch im Falle |
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Badens und Württembergs. |
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Derartige Infiltrationen des eigenen Hoheitsgebiets |
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erforderten zumindest parlamentarisch abgesegnete Staatsverträge. Da sich Baden und Württemberg |
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partout nicht darauf einigen konnten, wo die Hauptverbindung zwischen den beiden Ländern entstehen |
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sollte, verzögerte sich auch die Anbindung von Pforzheim an die große Eisenbahnwelt. |
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Erst als die Staatsverträge vom 4. Dezember 1850, |
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17. Dezember 1857, 6. November 1860 und 18. Februar 1865 unter Dach und Fach waren, konnten |
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alle wechselseitigen Anschlüsse gebaut werden. |
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Bedauerlicherweise setzte sich Württemberg bereits |
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bei der ersten Streckenführung durch und hatte das |
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Konzessionsrecht, eine Verbindung von Mühlacker |
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nach Bruchsal auf badischem Gebiet zu bauen und |
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zu betreiben. Diese Entscheidung war die entscheidende Weichenstellung, die sich bis heute auswirkt |
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und Pforzheim in den Bahnverkehrsschatten drängte, vom ICE-Netz ausschloss und schließlich zum Regionalbahnhof deklassierte. |
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Dennoch war die Freude groß, als Pforzheim am |
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4. Juli 1861 den Bahnanschluss in Richtung Karlsruhe |
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feiern konnte. Am 1. Juni 1863 wurde dann die Verbindung nach Mühlacker hergestellt. Diese Strecke |
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wurde nun von der badischen Seite nach Württemberg hinein gebaut und verantwortlich betrieben. |
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Im Wechselspiel war nun Württemberg wiederum |
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am Zuge. Enz- und Nagoldtal sollten bahntechnisch |
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erschlossen werden. Am 11. Juni 1868 konnte die |
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Strecke von Wildbad nach Pforzheim fertiggestellt |
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werden. Die Baukosten beliefen sich auf 7,6 Millionen |
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Mark, darin eingeschlossen ein Tunnel und drei Brücken. Auf badischem Gebiet lagen 4,6 km Gleise. Im |
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Nagoldtal folgte die Teilstrecke von Calw nach Pforzheim am 30. Mai 1874. Bei Baukosten von 11,1 Millionen Mark entstanden bis Nagold neun Tunnel und |
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21 Brücken und auf badischem Territorium verlief die |
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Strecke auf 13,8 km.1 |
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Beide Linien endeten auf separaten Gleisen neben dem Hauptbahnhof Pforzheim. |
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Diese Gleissituation hat sich im Grunde bis heute so |
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erhalten. |
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Solche Übergangsbahnhöfe mit getrennten Gleisen, |
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Bahnhöfen und Gebietshoheiten wurden häufiger |
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gebaut. Neben Pforzheim und Mühlacker traf dies |
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auch auf Eppingen und später auf Bretten zu. Bekannt ist auch der „Badische Bahnhof“ in Basel. |
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Selbstverständlich wurde in Württemberg der Bau |
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der Enz- und Nagoldbahn mit infrastrukturellen und |
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wirtschaftlichen Argumenten vorangetrieben, was |
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sicher auch seine Berechtigung hatte, wie anschließend noch ausgeführt wird. Aber für König Karl von |
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Württemberg, den Hof, die Adligen und wohlhabenden Bürger hatten die neuen Eisenbahnverbindungen einen riesigen Vorteil. |
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== Weblink == |
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* [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf Archivmagazin Nr. 2015/2: Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim] |
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Version vom 20. Juni 2019, 13:54 Uhr
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