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Stefan Faas: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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'''Stefan Faas''' (* [[Geburtsjahr::1963]] in [[Geboren in::Pforzheim]]) ist [[Ist::Bildhauer|Kunstschlosser]] und Kunstschmied in [[Tätig in::Keltern]].
'''Stefan Faas''' (* [[Geburtsjahr::1963]] [[Geboren in::Pforzheim]]) ist Stahlbildhauer in Keltern.

Der Stahlbildhauer Stefan Faas gestaltet seine Stelen und Köpfe aus zwei Materialien mit gänzlich unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit: '''Cortenstahl''' und hoch poliertem '''Spiegelstahl'''.

'''CORTENSTAHL'''

Die bis zu monumentaler Größen aufragenden Cortenstahl Stelen beziehen sich, wie alle Arbeiten von Stefan Faas auf den menschlichen Körper. Sie sind jedoch stark reduziert und in ihrer anthropomorphen Gestalt verfremdet.
Die Unikatkunstwerke bestechen durch ihre reduzierte Formensprache, die den Skulpturen eine über zeitliche und damit wertbeständige Aura verleiht.
Im künstlerischen Prozess, von der Skizze über den Zuschnitt der Seiten, ist es unerlässlich von Beginn an dreidimensional zu denken und die fertige Skulptur sowohl in ihrer Dimension, als auch von allen ihren Seiten und in Bezug auf den Raum zu imaginieren.
Die fein differenzierte Patina des Cortenstahl bildet eine Art Schutzmantel und enthält damit auch eine symbolische Dimension.
DIE SEELE DES STAHLS, wird geprägt durch die im Material vorhandene unterschiedliche Härte, den Faserverlauf der Moleküle und die nicht zu beherrschenden Wärmezonen.
Das bedeutet: der Prozess bei großer Krafteinwirkung und gleichzeitig sehr hohen Temperaturen lässt sich nur bedingt und nicht immer präzise steuern.
Dem Vermögen des Künstlers Stefan Faas stehen, in Gestalt von Härte, Faserverlauf und Hitze, Widerstände gegenüber, denen er sich zuweilen unterwerfen muss. Das Kräftemessen auf die Spitze zu treiben, würde bedeuten die Seele des Stahls und mit ihr das Kunstwerk zu zerstören.

'''SPIEGELSTAHL'''

Die hochpolierte Oberfläche des Spiegelstahls erweitert die Skulptur um eine weitere, entscheidende Dimension. Neben der Form und dem Bezug zum Raum tritt nun die Reflexion hinzu.
Die gesamte Umgebung spiegelt sich ebenso wie der Betrachter in der blanken Oberfläche und wird somit zu einem Teil des Kunstwerks.
Im übertragenen Sinne ist es eine Reflexion über das eigene Ich und das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese inhaltliche Tiefe steht im Dialog zur formalen Konsequenz, und macht die Werke von Stefan Faas zu begehrenswerten Kunstwerken von zeitloser Ästhetik.

Alle Körper haben im flüchtigen Vorübergehen alle ein verwandtes, anthropomorphes Erscheinungsbild, jedoch bei näherer Betrachtung der Skulpturen kommen hier sehr unterschiedliche Charaktere zum Ausdruck.
Das Erkennen der Feinheiten verlangt natürlich vom Betrachter ein erhebliches Maß an SICH EINLASSEN auf das Kunstwerk, wobei hier jeder Rezipient einen anderen, individuellen Erfahrungshorizont einfließen lässt.


Er beendete 1980 seine Ausbildung als Kunstschlosser und Kunstschmied. 1986 folgte die Meisterprüfung. Er wurde Mitglied der Zunft [[Turm Pforzheim]] im Reuchlinhaus und besuchte von 1987 bis 1991 die [[Hochschule für Gestaltung]] in Pforzheim. Seit 1987 beteiligt er sich an Ausstellungen, seit 1991 ist er freischaffend tätig.


Ein Objekt von Stefan Faas ist Teil des [[Skulpturenweg am Seehaus|Skulpturenwegs am Seehaus]].
Ein Objekt von Stefan Faas ist Teil des [[Skulpturenweg am Seehaus|Skulpturenwegs am Seehaus]].

Version vom 19. Juni 2019, 09:30 Uhr

Stefan Faas (* 1963 Pforzheim) ist Stahlbildhauer in Keltern.

Der Stahlbildhauer Stefan Faas gestaltet seine Stelen und Köpfe aus zwei Materialien mit gänzlich unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit: Cortenstahl und hoch poliertem Spiegelstahl.

CORTENSTAHL

Die bis zu monumentaler Größen aufragenden Cortenstahl Stelen beziehen sich, wie alle Arbeiten von Stefan Faas auf den menschlichen Körper. Sie sind jedoch stark reduziert und in ihrer anthropomorphen Gestalt verfremdet. Die Unikatkunstwerke bestechen durch ihre reduzierte Formensprache, die den Skulpturen eine über zeitliche und damit wertbeständige Aura verleiht. Im künstlerischen Prozess, von der Skizze über den Zuschnitt der Seiten, ist es unerlässlich von Beginn an dreidimensional zu denken und die fertige Skulptur sowohl in ihrer Dimension, als auch von allen ihren Seiten und in Bezug auf den Raum zu imaginieren. Die fein differenzierte Patina des Cortenstahl bildet eine Art Schutzmantel und enthält damit auch eine symbolische Dimension. DIE SEELE DES STAHLS, wird geprägt durch die im Material vorhandene unterschiedliche Härte, den Faserverlauf der Moleküle und die nicht zu beherrschenden Wärmezonen. Das bedeutet: der Prozess bei großer Krafteinwirkung und gleichzeitig sehr hohen Temperaturen lässt sich nur bedingt und nicht immer präzise steuern. Dem Vermögen des Künstlers Stefan Faas stehen, in Gestalt von Härte, Faserverlauf und Hitze, Widerstände gegenüber, denen er sich zuweilen unterwerfen muss. Das Kräftemessen auf die Spitze zu treiben, würde bedeuten die Seele des Stahls und mit ihr das Kunstwerk zu zerstören.

SPIEGELSTAHL

Die hochpolierte Oberfläche des Spiegelstahls erweitert die Skulptur um eine weitere, entscheidende Dimension. Neben der Form und dem Bezug zum Raum tritt nun die Reflexion hinzu. Die gesamte Umgebung spiegelt sich ebenso wie der Betrachter in der blanken Oberfläche und wird somit zu einem Teil des Kunstwerks. Im übertragenen Sinne ist es eine Reflexion über das eigene Ich und das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese inhaltliche Tiefe steht im Dialog zur formalen Konsequenz, und macht die Werke von Stefan Faas zu begehrenswerten Kunstwerken von zeitloser Ästhetik.

Alle Körper haben im flüchtigen Vorübergehen alle ein verwandtes, anthropomorphes Erscheinungsbild, jedoch bei näherer Betrachtung der Skulpturen kommen hier sehr unterschiedliche Charaktere zum Ausdruck. Das Erkennen der Feinheiten verlangt natürlich vom Betrachter ein erhebliches Maß an SICH EINLASSEN auf das Kunstwerk, wobei hier jeder Rezipient einen anderen, individuellen Erfahrungshorizont einfließen lässt.


Ein Objekt von Stefan Faas ist Teil des Skulpturenwegs am Seehaus.