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Wallfahrtskirche Johannes der Täufer (Bilfingen): Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Version vom 5. Juni 2019, 14:40 Uhr

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Die Wallfahrtskirche Johannes der Täufer befindet sich in der Steiner Straße, in 75236 Kämpfelbach-Bilfingen. Die Wallfahrtskirche ist dem "heiligen Johannes dem Täufer" geweiht (er ist der Kirchenpatron).

Einige Daten der Wallfahrtskirche: Die Wallfahrtskirche wurde Anfang des 12. Jahrhundert umgebaut, romanischer Bau der Kapelle mit Anbau im Westen. Ende des 15. Jahrhunderts, Gotische Pfarr- und Wallfahrtskirche. 1750 Turmumbau. 1789 - 1794 Umbau des romanischen-gotischen Langhauses. 1968 Umbau zu Friedhofskapalle mit Leichenhalle. (Daten aus dem Buch Chronik über Bilfingen)


Nach einem Aktenstück hatte einst diese Kirche 5 Hochaltäre: Der Hochaltar im Chor war zu Ehren der Krönung der Himmelskönigin Maria. Auf den Flügeln waren innen die Heilige Magdalena und Ursula und außen die Verkündigung Mariä gezeigt. Je einen Altar zu Ehren St. Stephanus, St. Laurentius, und St. Barbaras und andere zu Ehren St. Eurasmus und St. Sebastians. Zwei Altäre zu Ehren Johannes des Täufers und der andere zu Ehren "unser lieben Frau mit dem Kindlein" und St. Otmarus. Die Altäre wurden Im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert.

Im Jahr 1968 wurde die Wallfahrtskirche wieder einmal umgebaut. Danach blieb unverständlicherweise von dem Hauptaltar und den Seitenaltären der Nachwelt nichts erhalten. Außer der Marienfigur ist heute leider alles verschwunden. (Daten aus dem Buch Chronik über Bilfingen)

  • Hans Huth: Die Rettung der alten kath. Wallfahrtskirche bei Bilfingen. Ldkr. Pforzheim [file:///C:/Users/ProDesk/Downloads/14774-Artikeltext-31683-1-10-20140620.pdf]

Die alte Wallfahrtskirche lag bis vor einigen Jahrzehnten völlig frei in der reizvollen Pfinzgau­Landschaft nördlich des Ortes Bilfingen, dessen urkundliche Erwähnungen bis in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückreichen. Erst durch die Bautätigkeit seit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts rückte der Ortsrand bis an die Kirche vor, die aber für den von Königsbach her Kommenden immer noch ihren dominierenden Eindruck bewahrt hat, obwohl sie jetzt von dem wuchtigen Betonbau der neuerbauten katholischen Pfarrkirche im westlichen Teil des Ortes überragt wird.

Geschichte der Kirche und Pfarrei: Bilfingen gehörte den Grafen von Eberstein, die wohl dem von ihnen gegründeten Kloster Frauenal b diejenigen Güter im Dorf schenkten, die Papst Cölestin III. 1193 dem Kloster bestätigte. In den folgenden Jahrhunderten vermehrte Frauen alb planmäßig seinen Besitz und seine Rechte. Im frühen 16. Jahrhundert war das Kloster Alleinherrin über das Doppeldorf Bilfingen—Ersingen. Durch Säkularisation der Benediktinerinnen ­Abtei 1802 fielen die seither verselbständigten Dörfer an Baden. Die früheste schriftliche Bezeugung der Kirche läßt sich aus der Jahreszahl „1258" auf einem heut e verschwundenen steinernen Reliquiensarkophag ableiten. Unter dem Patronat des Klosters wurde 1415 eine Frühmesse „in sant Johans gnadenrichen Capellen" gestiftet. Diese Wallfahrtskapelle war Filiale der Pfarrkirche von Ersingen. Erst 1495 wurde die Kapelle zu Bilfingen zur selbständigen Pfarrkirch e erhoben und der Friedhof um die Kirche angelegt. Die Pfarrei ging 1598 infolge einer früher schon einmal erfolgten Säkularisation des Klosters Frauenal b durch die Markgrafe n von Baden, die aber nicht von lange r Daue r war, ein. Nach einer kurzen Wiederbesetzung 1729/30 wurd e sie erst 1909 als Pfarrkurati e neu errichtet. Nachdem um 1955/57 die Frage der Möglichkeit einer Erweiterung der alten Kirche von de r Denkmalpflege verneint worden war, wurd e an andere r Stelle des Ortes ein Neubau aufgeführt. Da f ü r die katholische Gemeinde die Unterhaltun g zweier Kirchengebäude eine zu schwere Last bedeutete, w a r der Fortbestand der alten Wallfahrtskirche unsicher geworden. Erfreulicherweis e ist die Kirche 1967 dann doch durch den Beschluß gerettet worden, sie als Friedhofskapell e zu nutzen, wobei in ihrem Westteil die notwendigen Anlagen einer Leichenhalle eingebaut werde n sollten. Baugeschichte und -forschung: Nach der Darstellung im Kunstdenkmälerban d PforzheimLan d von E. Lacroix, P. Hirschfeld u n d W. Paeseler, 1938, bestanden die Bauteile der Kirche aus folgenden Bauperioden: I Chorturm im untere n Teil und Sakristei 13. Jahrhundert II Aufba u des Turme s 1750 III Langhaus 1789 bis 1794. Durch die Bauarbeiten, insbesondere das Abschlagen des Putzes, konnten n u n viele Feststellungen gemacht werden, die durch das Aktenstudium bei der Bearbeitung des Kunstdenk ­ mälerbande s seinerzeit nicht möglich waren. Es ergaben sich folgende Bauperioden: I Der erste faßbar e Zustand ist ein romanischer Bau. Zu ihm gehören auf der Süd­ wie der Nordseite des Langhause s je ein auf eine Länge von etwa 13 m erhaltenes Mauerstück (Abb.), das im Inner n des Langhause s festgestellte Fundamen t seiner Westmaue r und als Spolie ein als Quade r an der Südostecke des Turme s wiederverwendeter, mit Schachbrettmuster und Kreuz ornamentierte r Werkstein (Abb.). Außerdem kamen bei den Ausschachtungsarbeiten f ü r die Heizkanäle einige profilierte Werkstücke zu Tage. Davon soll hier vor allem das Fragmen t eines Würfelkapitells (Abb.) erwähn t werden. Der Befun d der Nordmaue r ähnelt in seiner Struktu r ganz der durch ein Porta l u n d Fensteröffnungen als romanisch bestimmten Südmauer. Erhalten sind von beiden Mauern die Stücke von den Ausquaderungen im oberen Teil an den Westecken des Langhause s bis zu den Abbruchzahnungen im Osten. Das Mauerwer k besteht aus Sandsteinquadern, die in verschieden hohen Schichten aber ziemlich sorgfältig aufgesetzt sind. Auf der Nordseite sind keine Fenste r und Türöffnunge n im romanischen Mauerwer k nachgewiesen. Es ist wahrscheinlich, daß diese Seite keine Öffnungen hatte, wie dies im Mittelalter häufig der Fall war. Dagegen konnten wir auf der Südseite ein vollständig erhaltenes, romanisches Rundbogenfenster mit Quaderbemalung auf der Putzfläche der inneren Leibung (Abb.) und figürlicher Bemalung auf der geputzten äußeren Leibung (Abb.) freilegen. Dabei stellte sich heraus, daß die Innenwand in romanischer Zeit in Sohlbankhöhe 14 cm zurückgesetzt war und erst später durch Verblendung auf die einheitliche Dicke gebracht worden war (vgl. Abb.). Von einem zweiten, gleichartigen Rundbogenfenster konnte noch knapp die Hälfte der äußeren Leibung festgestellt werden. Auf der Nordseite war diese Veränderung der Mauerdicke nicht zu erkennen. Entscheidend für die Datierung — die figürliche Malerei in der Fensterleibung weist Dr. Niester in das frühe 13. Jahrhundert — ist die Freilegung des Portales (Abb.) etwas östlich der beiden hochgelegenen Fenster. Auf der Schwelle sind die Gewände mit Werksteinen aufgesetzt. Darüber ruht ein beachtlicher waagrechter Sturz und darauf ein halbkreisförmiges Tympanon. Alle Werksteine haben durch Feuereinwirkung sehr gelitten. Am Fuße des Tympanons war eine lateinische Inschrift, deren linker Teil erhalten ist (Abb.).

Literatur

Kunstdenkmäle r Badens IX, 7, Amtsbezirk Pforzheim­Land, bearb. von E. Lacroix, P. Hirschfeld und W. Paeseler, Karlsruhe , 1938. G. A. Reiling, Geschichte der ehemals frauenalbischen Dörfer Ersingen u nd Bilfingen, Pforzheim o. J., bes. S. 90 ff. A. Vogel, Umba u der alten Pfarrkirch e von Bilfingen, in: Konradsblatt 1969, Nr. 33. H. Niester, Ein Vierteljahrhundert Denkmalpflege in und um Pforz ­ heim, in: Badische Heima t (Mein Heimatland). 50. Jg., 1970, H. 2/3, S. 325 ff.