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Version vom 15. Februar 2019, 10:11 Uhr

Der Ausdruck Historismus bezeichnet in der Stilgeschichte ein im 19. Jahrhundert verbreitetes und teilweise noch ins 20. Jahrhundert nachwirkendes Phänomen, bei dem man – vor allem in der Architektur – auf ältere Stilrichtungen zurückgriff und diese teilweise kombinierte.
Stilistische Unterarten sind u. a. die Neoromanik, Neogotik, Neorenaissance und der Neobarock. In seiner Spätphase entstand parallel der Jugendstil, den der Historismus teilweise beeinflusste. Eine Gegenbewegung entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Reformarchitektur, die später in die klassische Moderne mündete.
Die prägendste Zeit für den Historismus erstreckte sich von circa 1850 bis vor dem Ersten Weltkrieg. Doch auch später wirkten historistische Motive nach (Neoklassizismus, sozialistischer Klassizismus, Heimatschutzarchitektur). Teilweise wird bis heute historistisch gebaut, besonders seit in der Postmoderne wieder historische Bauformen aufgegriffen wurden. Moderne historistische Bauten werden auch als neohistoristisch bezeichnet.
Stilpluralismus
Im Gegensatz zu vorhergehenden kunsthistorischen Epochen ist für den Historismus ein gleichzeitiger Stilpluralismus charakteristisch, der sich aber schon im Nebeneinander von Klassizismus und Romantik um die Wende zum 19. Jahrhundert ankündigt.
Anders als im Klassizismus wurde nicht nur versucht, die Architektur der klassischen Antike (wie sie in Griechenland und Rom gefunden wurde) wiederzubeleben beziehungsweise zu kopieren, sondern es wurden Architekturformen auch anderer Epochen imitiert, die nunmehr als gleichwertig betrachtet wurden. Die Renaissance hatte zwar ebenfalls vorwiegend auf die Antike zurückgegriffen, jedoch kannte sie auch gelegentlich zielgerichtete Rückgriffe auf das Hochmittelalter, so bei den architektonischen Zierformen der Festen Häuser und Ansitze.
Einen großen Einfluss übte dabei die Romantik aus, die einen Sinn für das historisch Bedingte entwickeln half. Gelegentlich wurden auch mehrere Stile in einem Gebäude gemischt; diese Kombinationen nennt man Eklektizismus. Andere Bauwerke zitieren historische Motive, lassen sich aber keinem konkreten Stil zuordnen.
Erste Impulse aus Großbritannien
Erste Bauwerke in einem nicht-klassizistischen Stil wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts in Großbritannien errichtet. Ein frühes Beispiel ist die Villa Strawberry Hill, die Horace Walpole um 1775 im neugotischen Stil errichten ließ. Als frühes Meisterwerk der Neugotik gilt das Parlamentsgebäude in London aus dem Jahr 1835. Sehr bald wurden auch schon nicht-europäische Baustile kopiert: der Royal Pavilion (1815–1822) in Brighton ist ein frühes Beispiel von Architektur nach indischen und chinesischen Vorbildern.
Zeitraum
Da der Historismus in Mitteleuropa ab den 1850er Jahren größere Verbreitung erfuhr und es eine seiner ursprünglichen Funktionen war, die Repräsentationsbedürfnisse des in der Gründerzeit reich gewordenen Bürgertums zu befriedigen, wird er umgangssprachlich manchmal auch als Gründerzeitstil beziehungsweise Gründerzeitarchitektur bezeichnet.
Das Ende des Historismus beginnt mit dem Jugendstil um 1895, der zwar noch Ornamente verwendet, allerdings ohne jeglichen historischen Bezug. Gleiches gilt für den Expressionismus, der in der Architektur knapp nach dem Ersten Weltkrieg einsetzt. Beginnend mit der Reformarchitektur nach 1900 und verstärkt ab 1910 verbreiten sich dann zusehends weniger aufwändige, schließlich ornamentlose bzw. „funktionalistische“ oder „konstruktivistische“ Baustile, die in den 1920er Jahren dann hegemonial werden (s. Neues Bauen oder Neue Sachlichkeit). Dies entspricht einer wachsenden Neigung stilbildender Schichten, sich nun weniger aus Bezügen auf die eigene Geschichte zu legitimieren, sondern immer mehr durch Identifikation mit moderner Technik. Zu dieser Zeit kommt der Historismus in den Verliererstaaten zu einem abrupten Ende. In den Siegerstaaten, vor allem in den USA, oder in den am Krieg nicht beteiligten Ländern, etwa Spanien, lässt sich neben dem Neuen Bauen noch eine Nachblüte des Historismus bis in die 1950er Jahre feststellen.
Bauten
Die Industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts erforderte den Bau von Bahnhöfen, Fabriken und Wassertürmen. Zur Linderung der Wohnungsnot mussten mehrstöckige Zinshäuser errichtet werden; das aufstrebende und zusehends wohlhabende Bürgertum verlangte nach Villen und großen Stadtwohnungen in repräsentativen Gebäuden.
Bedeutend war auch die Integration neuer Technologien in Architektur und Design. Entscheidend war die Weiterentwicklung der Stahlerzeugung (Bessemer-Verfahren). Der nur aus Gusseisen und Glas bestehende Crystal Palace auf dem Gelände der Londoner Weltausstellung von 1851 galt als revolutionär und wegweisend für spätere Jahrzehnte.
Teilweise wurden verschiedenen Baustilen unterschiedliche Funktionen zugeschrieben: Kirchen wurden im Stil der Gotik oder der Romanik gebaut, Banken und Bürgerhäuser im Stil der Renaissance (der großen Zeit der Stadtkultur vor allem in Italien), Adelspalais und vor allem Theater im Barockstil, Fabrikhallen dagegen meist im „englischen Tudorstil“ (mit unverputzten Backsteinfassaden).
Viel Wert wurde auf Repräsentation gelegt, wobei funktionale Aspekte gelegentlich untergeordnet wurden (siehe Universität Wien). Dies ist einer der Gründe, warum der Historismus vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts häufig kritisiert wurde. Vor allem wurde bemängelt, dass architektonische Zutaten wie Säulen, Medusenköpfe und Akanthusblätter rein dekorativ zur Erzeugung einer „historischen Atmosphäre“ benutzt worden seien.
Die Fassaden der Gebäude sollten nicht nur in ihrer Größe und ihrem jeweiligen Reichtum, sondern bei Mehrfamilienhäusern auch in ihrem geschossigen Aufbau die soziale Stellung ihrer Bewohner spiegeln. So etwa wurde die erste Etage oder das Hochparterre meist „Bel Etage“ genannt und war mit ihren besonders hohen Decken und ihren reichen Stuckverzierungen dem wohlhabenderen Bürgertum vorbehalten. Nach oben wurde die soziale Stellung der Bewohner mit abnehmender Geschosshöhe meist immer geringer. Dabei wurde die oberste Etage mit ihren oft nur noch lukenartig kleinen Fenstern in der Regel von den Dienstboten und anderen Angehörigen der unteren sozialen Schichten bewohnt.
Auch im Innenbereich spielte der Historismus eine große Rolle, besonders bei den wohlhabenden Schichten der Bevölkerung, des Adels oder den regierenden Fürstenhäusern. So wurden ganze Schlösser oder Teilbereiche umgebaut, um dem Zeitgeist zu entsprechen. Die Ideale des Mittelalters mit Ritterlichkeit und Ehrenkodex wurden hochgehalten und fanden ihren Ausdruck in neu geschaffenen Rittersälen und ritterlichen Zimmerfluchten.
In vielen neu entstandenen Wohnvierteln wurden innerhalb der Blockrandbebauung auf früheren Gartenflächen Hinterhöfe angelegt und in Hinterhäusern oftmals zahlreiche weitere Quartiere für die Arbeiter errichtet, häufig auch in räumlicher Nähe zu den Arbeits- und Werkstätten. Die überbelegten Einraumwohnungen der Arbeiterklasse mit ihren oft miserablen und gesundheitsschädigenden unhygienischen Wohnbedingungen wurden von etlichen Reformern seit Ende des 19. Jahrhunderts sehr beklagt. Sie haben unter anderem die Ideen der Gartenstadtbewegung (siehe dazu Ebenezer Howard) und so manches Reformprojekt in Deutschland beflügelt.
Eine Besonderheit der Architektur dieser Epoche sind nach einem Gesamtkonzept angelegte repräsentative Villenkolonien wie etwa die Kolonie Marienthal in Hamburg und die bis heute gut erhaltene und als exemplarisch geltende Villenkolonie Lichterfelde-West im Südwesten Berlins (ab 1860). Die Villenkolonien waren wegen des hohen Personalbedarfs zur Führung der großen Häuser in der Praxis gemischte Wohngebiete. So war das Verhältnis der sogenannten „einfachen Stände“ zu den „Herrschaften“ etwa in Lichterfelde-West in Berlin zwei zu eins. Die Villenkolonien nahmen mit ihrer aufgelockerten Bebauung, den großen Gärten und Alleen die Idee der „Gartenstadt“ vorweg.
Stilphasen
Stilgeschichtlich unterscheidet man zwischen romantischem Historismus (Übergangsstile ab den 1770ern, voll einsetzend 1840er bis 1870), strengem Historismus (1870–1890) und Späthistorismus (nach 1890). Diese Unterscheidung stammt von Renate Wagner-Rieger.
Der romantische Historismus zeichnet sich durch eine langsame Ablösung vom Klassizismus aus. Bevorzugter Stil ist Neugotik und Neorenaissance, allerdings werden immer wieder „stilfremde“ Elemente kombiniert, so dass es sich um keine einfache Nachahmung der historischen Stile, sondern um subjektive Interpretationen handelt. Auch Elemente aus nicht-westeuropäischen Stilen (etwa maurisch oder byzantinisch) werden kombiniert. Dies drückte sich auch in einem zeitgenössischen Spottgedicht gegen zwei prominente Wiener Architekten dieses Stils aus, deren Hofoper die Zeitgenossen enttäuscht hatte: „Sicardsburg und van der Nüll / Haben beide keinen Stüll / Gotisch, Griechisch, Renaissance / Das ist ihnen alles aans.“
Der strenge Historismus dagegen versucht „reine Elemente“ des vergangenen Formvokabulars kunsthistorisch korrekt zu kombinieren. Der Subjektivismus des romantischen Historismus wird abgelehnt; es wird dagegen versucht, einen lehrbaren und objektiv richtigen Stil zu finden, der sich aus den Formendetails ableitet. Bevorzugter Bezugspunkt ist die Architektur der Renaissance (Neorenaissance).
Im Späthistorismus wird die Orientierung an der Renaissance durch eine Orientierung am Barockstil (Neobarock) abgelöst. Die strenge Orthographie der vorhergehenden Phase löst sich auf zugunsten einer freieren Interpretation der Dekorelemente, die auch nicht mehr streng linear angeordnet werden. Ausbuchtende Erker, Risalite, Kuppeln und ausladende Balkone werden beliebt. Allgemein ist ein Zug zu übersteigerter Monumentalität zu beobachten. Einzelne Elemente (etwa die Blumendekors) weisen gelegentlich schon auf den Jugendstil.
Stile des Historismus
Neoromanik
Beispiele für die Neoromanik in Pforzheim ist die Liebfrauenkirche an der Liebfrauenstraße 32 im Pforzheimer Stadtteil Dillweißenstein.
Neogotik
Beispiele für die Neogotik in Pforzheim waren die Evangelische Stadtkirche (1899-1962) sowie der neogotische Altar in der Franziskanerkirche von 1854 mit Kreuzigungszene von dem Bildhauer Ferdinand Rieß aus Schwäbisch Gmünd.
Neorenaissance
Beispiele für die Neorenaissance in Pforzheim sind das Altes Pforzheimer Rathaus am Marktplatz sowie das Altes Gebäude der Kunstgewerbeschule an der Jahnstraße 35 in Pforzheim.
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Neorenaissance: Altes Pforzheimer Rathaus am Marktplatz, Entwurf Hermann Thüme aus Dresden und Stadtbaumeister Alfons Kern aus Pforzheim, erbaut in den Jahren 1892 bis 1895 .]]
Neomanierismus
Der Neomanierismus war die Ausdrucksform der späteren wilhelminischen Kaiserzeit. Ein Beispiel dafür ist der Baustil des Berliner Reichstagsgebäudes. Für Pforzheim erklärt Christoph Timm: " Ketterers Schlosskeller bildet mit seiner repräsentativen Baugestalt, die zentrale Dominante der südseitigen Bahnhofplatz-Bebauung, die als Baugruppe ... den Ausbau Pforzheims in der späteren wilhelminischen Kaiserzeit und den damaligen Baustil bezeugt."
Neobarock
Der Neobarock bzw. Neubarock kam vor allem im Späthistorismus ab 1890 verstärkt auf. Das Zeitalter des Barock, der adelig geprägte Absolutismus, galt als der Höhepunkt weltlich-monarchischer Macht, weshalb man staatliche Bauten gerne in diesem Stil errichtete.
Der Neobarock findet in der Pariser Oper, dem Brüsseler Justizpalast sowie der Neuen Hofburg in Wien und im Schloss Herrenchiemsee in Bayern seine Höhepunkte.
Neorokoko
In Pforzheim wurden in den Schaugiebeln der Villa Beckh und des Schlosskellers die Rocaille, ein muschelförmiges Ornament aus dem Rokoko, verwendet. Das Wort rocaille kommt aus dem Französischen und bedeutet „Muschelwerk“. Das Rokoko wird im Französischen auch style rocaille genannt.
Neobyzantismus
In Russland, Jugoslawien, Serbien, Griechenland, Bulgarien jedoch auch in Frankreich, England, Österreich-Ungarn, Großbritannien, den USA und Deutschland entstanden im 19. und teilweise im 20. Jahrhundert neben sakralen Bauwerken auch repräsentative öffentliche Gebäude die Stil- und Raumeleemente der Byzantinischen Architektur und -Kunst zitieren. Über Teophil Hansen und seine Anhänger hatte der Neobyzantinische Stil auch in Mitteleuropa zahlreiche öffentliche Gebäude und Kirchen geprägt. Als eines der frühesten Gebäude gilt die von Leo von Klenze für Ludwig I. erbaute Hofkirche in der Münchner Residenz sowie St. Bonifaz. Auch Ludwig II. ließ noch den großen Residenzsaal im Schloss Neuschwanstein als neo-byzantinischen Thronsaal erbauen. In der Innenausstattung betonten Mosaik- und Marmorausschmückung die repräsentative Charakteristik der Bauwerke. Einflussreich war der Stil insbesondere jedoch in Russland und Jugoslawien (hier insbesondere in Serbien), für die bei der Errichtung großer Kirchen ein Bauwerk im Nationalen Stil gefordert wurde. David Grimms und Vasily Kosyakovs Kirchen-Bauten mit einem an die Hagia Sophia angelegten Zentralraum mit vier Pendentif-Apsiden sowie bei Kosyakov einen über dem Narthex errichteten Glockenturm wurden weithin nachgeahmt und Standardprogramm für Kirchenbauten im Russischen Imperium. Grimm errichtete unter anderen die Tiflis Militär-Kirche in Tiflis, Kosyakov die Marienkathedrale in Sankt Petersburg (1888–1898), die Wladimir-Kathedrale in Astrachan, die Nikolaus-Marine-Kathedrale in Kronstadt. Ein frühes Beispiel ist noch die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Russischen Vorbildern und durch russische Architekten errichtet ist auch die Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia verpflichtet. Eine Nachblüte hatte der Stil in der Zwischenkriegszeit im Königreich Jugoslawien wo Alexander I. Karađorđević deren größter Förder wurde. Neben dem nationalen Projekt im Dom des Heiligen Sava sind hier insbesondere Aleksandar Deroko, Momir Korunović und Grigorije Samojlov dem Anliegen einer distinkt nationalen Architektur und eigenständigen künstlerischen Vision am nächsten gekommen.[1]
In Großbritannien sind die Westminster Cathedral, in Frankreich die Sacré-Cœur de Montmartre und in den USA die Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception sowie die Cathedral Basilica in St. Louis bemerkenswert.
Neomaurischer Stil oder Orientalisierender Historismus
Beispiele für diesen Stil in Pforzheim sind:
- Fatih-Moschee in Pforzheim]]
- Der Pavillon im Kurpark Bad Wildbad.]]
- Die Maurische Halle im Palais Thermal]]
- Die Alte Synagoge Pforzheim
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Fatih-Moschee in Pforzheim]]
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Pavillon im Kurpark Bad Wildbad.
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Die Maurische Halle im Palais Thermal
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Alte Synagoge Pforzheim
Neohistorismus
Über das Ende des eigentlichen Historismus hinaus kommt es im 20. Jahrhundert zu neohistoristischen Strömungen, die sich unter anderem im Neoklassizismus ihren Ausdruck suchen. Dieser neue Historismus wird in der Regel unterschieden von örtlichen traditionsgeprägten Bauweisen, die unter dem Begriff traditionelle Architektur Anwendung finden. Unter dem Begriff Neue Klassische Architektur bzw. Neuklassische Architektur (Vorlage:EnS New Classical architecture) werden hingegen beide Strömungen beschrieben. Bauliche Rekonstruktionen werden in diesem Feld nicht erfasst, wirken aber mitunter auf die Entwicklung historisierender Architektur ein und die Übergänge können fließend sein.[2]
Beeinflusst durch die Postmoderne und den Neuen Urbanismus entstehen vor allem seit den 1980er Jahren wieder Bauten und ganze Stadtviertel, die dem Ideal der Europäischen Stadt[3] folgen und historische Bauformen aufleben lassen und diese teils weiterentwickeln.
Auch in verschiedenen regionalen Ausprägungen lebt die historistische Formensprache fort, so werden z. B. Bädervillen häufig stilistisch angelehnt an Vorbilder aus der Gründerzeit gebaut, mit verzierten Balkonen, Erkern, Veranden und teils auch Ornamenten.
An der University of Notre Dame in den USA gibt es mit der School of Architecture eine Architekturfakultät, die sich der Lehre der traditionellen bzw. vormodernen Architektur und Stadtplanung verschrieben hat (u. a. im Sinne des Neuen Urbanismus) und den Neohistorismus mitentwickelt.[4] Sie vergibt einmal jährlich den hochdotierten Driehaus-Architektur-Preis.[5] Die Londoner Foundation for Building Community von Prinz Charles treibt den weltweiten akademischen Diskurs in diesem Bereich ebenfalls voran.[6] Auch verschiedene Architekten und Architekturbüros lehren ihre Mitarbeiter die Formensprache des Historismus und früherer Stilepochen und lassen sie entsprechend inspirierte Entwürfe umsetzen, so z. B. Hans Kollhoff, Patzschke Architekten Berlin, Léon Krier, Demetri Porphyrios, Andrés Duany, Michael Graves, Pier Carlo Bontempi und Quinlan Terry.
Beispiele für neohistoristische Architektur:
- Kathedrale von Brentwood in Brentwood, England, 1991
- St. Nikolai auf dem Wasser in Kiew, Ukraine, 2004
- Schermerhorn Symphony Center in Nashville, USA, 2006
- Kapelle des Thomas Aquinas College in Santa Paula, USA, 2009
- Josefskapelle in Unterammergau, Deutschland, 1991
Historistische Architekten (Auswahl)
Literatur
- Dieter Dolgner: Historismus – Deutsche Baukunst 1815–1900. (= Deutsche Baukunst). Seemann, Leipzig 1993, ISBN 3-363-00583-0.
- Hans Gerhard Evers: Vom Historismus zum Funktionalismus. (= Kunst der Welt. Die Kulturen des Abendlandes). Holle Verlag, Baden-Baden 1967, Vorlage:DNB. (1976, ISBN 3-87355-121-7).
- Hans Gerhard Evers: Versuch einer Ehrenrettung des Historismus. In: Das Kunstwerk. 16, 1963, S. 2–4.
- Hans Gerhard Evers: Historismus und bildende Kunst. In: Historismus und bildende Kunst. Vorträge und Diskussion im Oktober 1963 in München und Schloß Anif. (= Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts. 1). München 1965, S. 25–42. (Nachdruck In: Schriften. Technische Hochschule Darmstadt, 1975. Sammlung und Nachdruck wichtiger Aufsätze von Hans Gerhard Evers).
- Nikolas Werner Jacobs: Die „Stadt des Historismus“ – ein Sonderfall. Zur Rezeptionsgeschichte des Historismus in Deutschland am Beispiel Wiesbaden. In: Tobias Möllmer (Hrsg.): Stil und Charakter. Beiträge zu Architekturgeschichte und Denkmalpflege des 19. Jahrhunderts. Festschrift zum 75. Geburtstag von Wolfgang Brönner. Basel 2015, S. 372–385.
- Eva-Maria Landwehr: Kunst des Historismus. Böhlau Verlag (UTB), Köln/ Weimar/ Wien 2012, ISBN 978-3-8252-3645-8.
- Klaus F. Müller: Park und Villa Haas – Historismus, Kunst und Lebensstil. Verlag Edition Winterwork, 2012, ISBN 978-3-86468-160-8.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Aleksandar Kadijević: Between Artistic Nostalgia and Civilisational Utopia: Byzantine Reminiscences in Serbian Architecture of the 20th Century. In: Lidija Merenik, Vladimir Simić, Igor Borozan (Hrsg.): Imagining the past : the reception of the Middle Ages in Serbian art from the 18th to the 21st century. (= Byzantine heritage and Serbian art. III). The Serbian National Committee of Byzantine Studies, P.E. Službeni glasnik, Institute for Byzantine Studies, Serbian Academy of Sciences and Arts, Belgrad 2016, S. 177. (Academia:PDF)
- ↑ Katharina Brichetti: Das heilende Versprechen des Postmodernen Historismus. Historismus und Postmoderner Historismus im Vergleich. In: INSITU. Zeitschrift für Architekturgeschichte 1 (2/2009), S. 135–142.
- ↑ Europäische Stadt
- ↑ School of Architecture der University of Notre Dame „Twenty years ago the curriculum was reformed to focus on traditional and classical architecture and urbanism.“
- ↑ Driehaus-Architektur-Preis (englisch)
- ↑ Prince’s Foundation for Building Community in London, eine Stiftung für neue historisierende Architektur
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