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Bezirksamtsgebäude (Pforzheim): Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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[[Datei:Bezirksamt-Turm 02.jpg|thumb|Der Bezirksamtsturm 1906]]
[[Datei:Bezirksamt-Turm 02.jpg|thumb|Der Bezirksamtsturm 1906]]


Das '''ehemalige großherzoglich-badische Bezirksamtsgebäude''' an der [[Bahnhofstraße]] 22–26 in [[Pforzheim]] steht unter [[Denkmalschutz]]. Der markanteste Gebäudeteil ist der hoch aufragende Turm. Es wurde 1903 für die Verwaltung des [[Oberamt Pforzheim|Bezirksamts Pforzheim]] errichtet. In diesem Gebäude war später lange Jahre die [[Polizei]]direktion Pforzheim untergebracht.

Das ehemalige großherzoglich-badische Bezirksamtsgebäude Pforzheim an der Bahnhofstraße 22–26 in Pforzheim steht unter Denkmalschutz. In diesem Gebäude war vor ihrem Umzug in das Gebäude der ehemaligen Hauptpost schräg gegenüber lange Jahre die [[Polizei]]direktion Pforzheim untergebracht.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Das erste Oberamtsgebäude in Pforzheim war das spätere Gasthaus ''Krone''. Darauf folgte ein Gebäude in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße, das 1824 vom Fiskus gekauft worden war. Das Oberamt Pforzheim wurde 1864 zum Bezirksamt. Nach längerer Platznot wurde das Pforzheimer Bezirksamtsgebäude für das Großherzogtum Baden 1903 erbaut.
Beim Großh. Bezirksamt verdient in allererster Linie erwähnt zu werden, dass es am 3. Oktober [[1903]] in ein ''neues'' Heim übersiedeln konnte. Damit hat die erste staatliche Behörde unserer Stadt endlich eine würdige Unterkunft gefunden, die ihr schon seit längerer Zeit dringend vonnöten war.


Nach Kriegszerstörung und seit dem Wiederaufbau dient das Gebäude an der Bahnhofstraße 22 als Landratsamt. Der Gebäudeteil an der Bahnhofstraße 24 beherbergte die Pforzheimer [[Polizei]]direktion.
So steht es geschrieben im Jahrbuch der Stadt Pforzheim (Vierter Jahrgang) von 1903.
Die Wünsche der damaligen Bezirksverwaltung nach einem neuen Dienstgebäude bestanden schon länger, denn das Alte platzte aus allen Nähten.

Kurzgeschichte zum alten Amtshaus in der Östlichen Karl Friedrichstraße:
''Erbaut durch Bürgermeister Jakob Friedrich Dreher und dessen Ehefrau Agnese Eva Dreher, geb . Katzin, Anno [[1800]]'', wie es auf einer im Hof des Amtshauses eingemauerten Tafel heißt, wurde es [[1824]] vom Fiskus gekauft und anfangs [[1825]] bezogen. Es stand damals noch außerhalb der eigentlichen Stadt, die am Gasthaus zum ''Laub'' mit einem Tor abschloss und von der Altstadt durch das ''Pfläster'', den heutigen Teil der östlichen Karl Friedrichstraße von der ''Traube'' bis zum ''Ochsen'', der aber damals noch fast ganz unbebaut war, getrennt wurde. Bis zu dahin war Amtshaus das heutige Gasthaus ''Krone''.

Dieses alte Oberamtshaus, das früher fürstlichen Personen als Absteigequartier gedient, ging um 7.000 Gulden in den Besitz des Gastwirts Theodor Weeber über, der darin das Gasthaus zur Krone einrichtete.
Die staatlichen Finanzen waren damals nicht sonderlich gut bestellt, sonst hätte wohl der Fiskus das so bequem liegende alte Amtshaus nicht billig veräußert. Beweis dafür ist auch eine Anzeige der Großh. Irrenhausverwaltung aus jener Zeit, in welcher diese zur Tilgung eines Bauaufwandes bei hiesigen Privaten ein Darlehen von 10.000 fl. aufzunehmen suchte.

Der erste Bezirksvorstand, der [[1825]] in das neue Amtshaus einzog, war Obervogt Carl Friedrich Deimling, der die Stelle von [[1823]] bis [[1843]] bekleidete. Sein Nachfolger, Oberamtmann Karl Ludwig Böhme, war nur [[1843]] und [[1844]] hier tätig. Ihm folgte bis [[1847]] Oberamtmann Carl v. Neubronn, auf diesen Oberamtmann Philipp Emil Flad, der aber [[1849]] zur Strafe nach Bretten versetzt wurde, weil er den revolutionären Neigungen der Pforzheimer Bürgerschaft gegenüber sich nicht energisch genug gezeigt hatte. Ihm folgte der bisherige Hofgerichtsassessor Ludwig Wilhelm Fecht, der bis [[1861]] hier wirkte. Dann kam Oberamtmann Camill Winter, der bis [[1864]] verblieb.

Mit der Einführung der neuen Verwaltungs-Organisation trat Stadtdirektor Otto Sachs an die Spitze der hiesigen Bezirksverwaltung, von welcher schon [[1857]] die Justiz abgetrennt war, die aber trotzdem noch lange unter dem gleichen Dach ausgeübt wurde. Von [[1868]] bis [[1872]], also über den deutsch-französischen Krieg, war Amtsvorstand Stadtdirektor Hepting 1868), auf welchen Stadtdirektor Joos [[1872]] folgte, der heute an der Spitze der badischen Oberrechnungskammer steht, von [[1874]] bis [[1878]] Stadtdirektor Otto v. Scherer (* 4.4.[[1826]] Offenburg, † 28.3.[[1891]] in Heidelberg), der durch liebenswürdiges Entgegenkommen der schwer kämpfenden Stadtverwaltung das Einleben in die Städte-Ordnung sehr erleichterte, von 1878 bis 1883 Stadtdirektor Carl Siegel (* 21.8.[[1832]] – † 9.3.[[1896]]), der später bei einer Überschwemmung in Freiburg zusammen mit Amtsvorstand Geh. Regierungsrat Sonntag (* 17.11.1830 – † 9.3.1896) in Ausübung seiner Amtspflicht den in den Wellen der Dreisam fand.

Am längsten unter den neueren Bezirksvorständen war Geh. Regierungsrat Heinrich Pfister hier, der von da nach Heidelberg übersiedelte. Sein Nachfolger wurde [[1891]] Oberamtmann Alexander Pfisterer, heute Landeskommissär in Mannheim. Nach diesem kam [[1896]] bis [[1899]] Geh. Regierungsrat Wilhelm Holtzmann, jetzt Verwaltungsgerichtsrat in Karlsruhe, und auf ihn folgte [[1899]] Geh. Regierungsrat Hermann Nebe, nunmehriger Ministerialrat im Ministerium des Innern. Den Beschluss der Amtsvorstände, welche im alten Amtshause walteten, machte 1903 Oberamtmann Philipp Jolly (* 7.10.[[1857]], † 19.11.[[1923]]), der auch statt der bisherigen, nicht mehr ganz modernen Amtswohnung im neuen Dienstwohnungsgebäude zugleich mit einem zweiten Beamten des Bezirksamts ein neues, schönes Heim findet. Von [[1909]] bis [[1920]] führte Franz Keim das Bezirksamt an. Ihm folgte bis [[1931]] Julius Holderer und [[1932]] bis [[1945]] war Friedrich Wenz an der Spitze. Im selben Jahr führte Adolf Katz für ein paar Monate das Amt aus, dann übernahm es Richard Dissinger bis [[1959]] und anschließend Werner Lutz bis [[1972]].

Seit [[1819]] (?) besteht das Oberamt Pforzheim. Ab [[1864]] (?) wurde es zum Bezirksamt Pforzheim. das zum Landeskommissärbezirk Karlsruhe gehörte. Es bestand in seinen Grenzen bis [[1920]] unverändert. Durch das „Gesetz über die Landkreisselbstverwaltung“ von [[1939]] wurde das Bezirksamt unter Ausgliederung der Stadt Pforzheim zum Landkreis Pforzheim. 1903 wurde das Pforzheim Bezirksamtsgebäude für das Großherzogtum Baden erbaut. Nach Kriegszerstörung und seit dem Wiederaufbau dient das Gebäude an der Bahnhofstraße 22 als Landratsamt. Der Gebäudeteil an der Bahnhofstraße 24 beherbergte die Pforzheimer [[Polizei]]direktion.


== Architektur ==
== Architektur ==
Das Bezirksamtsgebäude wurde von 1901 bis 1903 nach den Entwürfen des Architekten und Bezirksbauinspektors [[Emil Lang]] aus Bruchsal errichtet. Am [[23. Februar]] 1945 wurde der Turm und die angebauten Gebäude schwer beschädigt. Das Gebäude wurde 1948-49 nach alten Plänen und unter Einbeziehung noch vorhandener Teile nach Entwürfen des Architekten [[Heinrich Gremmelspacher]] (1910-1990), vom staatlichen Hochbauamt Pforzheim wiederhergestellt. Der Bezirksamtsturm in [[Pforzheim]] ist der markante [[Turm]] am Gebäude des ehemaligen Großherzoglichem [[Landkreis Pforzheim#Geschichte|Bezirksamts Pforzheim]] an der [[Bahnhofstraße]]. Der „Bezirksamtsturm“ zeigt das Wappen von Pforzheim und Baden als Hoheitszeichen. Der 42 Meter hohe Turm ist ein stadtbildprägendes Wahrzeichen. Der Turm wurde [[1961]] bis [[1962]] neu mit Kupfer behelmt. Die zwei farbigen Jugendstilbilder und die Tierkreiszeichen auf den Zifferblättern wurden vom Karlsruher Jugenstilkünstler [[Hellmut Eichrodt]] gestaltet. Innen beherbergt der Turm ein hallenartiges Treppenhaus, das auf drei Ebenen mit Farbglasfenstern mit Alt-Pforzheim Motiven ausgestattet ist. Die Innenausstattung wurde von Jugendstilkünstlern geschaffen: [[Hermann Billing]], [[Hellmut Eichrodt]] und [[Max Laeuger]] sowie [[Adolf Sautter]]. Die Steinreliefs des Supraportes mit Eichenlaubdekor wurden nach einem Entwurf des Pforzheimer Bildhauers [[Adolf Sautter]] geschaffen.

Das Bezirksamtsgebäude wurde von 1901 bis 1903 nach den Entwürfen des Architekten und Bezirksbauinspektors Emil Lang aus Bruchsal errichtet. Am [[23. Februar]] 1945 wurde der Turm und die angebauten Gebäude schwer beschädigt. Das Gebäude wurde 1948-49 nach alten Plänen und unter Einbeziehung noch vorhandener Teile nach Entwürfen des Architekten Heinrich Gremmelspacher (* 1910, † 1990), vom staatlichen Hochbauamt Pforzheim wiederhergestellt. Der Bezirksamtsturm in [[Pforzheim]] ist der markante [[Turm]] am Gebäude des ehemaligen Großherzoglichem [[Landkreis Pforzheim#Geschichte|Bezirksamts Pforzheim]] an der [[Bahnhofstraße]]. Der „Bezirksamtsturm“ zeigt das Wappen von Pforzheim und Baden als Hoheitszeichen. Der 42 Meter hohe Turm ist ein stadtbildprägendes Wahrzeichen. Der Turm wurde [[1961]] bis [[1962]] neu mit Kupfer behelmt. Die zwei farbigen Jugendstilbilder und die Tierkreiszeichen auf den Zifferblättern wurden vom Karlsruher Jugenstilkünstler [[Hellmut Eichrodt]] gestaltet. Innen beherbergt der Turm ein hallenartiges Treppenhaus, das auf drei Ebenen mit Farbglasfenstern mit Alt-Pforzheim Motiven ausgestattet ist. Die Innenausstattung wurde von Jugendstilkünstlern geschaffen: [[Hermann Billing]], [[Hellmut Eichrodt]] und [[Max Laeuger]] sowie [[Adolf Sautter]]. Die Steinreliefs des Supraportes mit Eichenlaubdekor wurden nach einem Entwurf des Pforzheimer Bildhauers [[Adolf Sautter]] geschaffen.


== Literatur ==
== Literatur ==
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* Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 163–164.
* Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 163–164.


[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Gebäude (Pforzheim)]]
[[Kategorie:Amtsgebäude]]
[[Kategorie:Turm]]
[[Kategorie:Turm]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]]

[[Kategorie:Baudenkmal]]
[[Kategorie:Baudenkmal]]

Version vom 8. Dezember 2018, 16:05 Uhr

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Der Bezirksamtsturm 1906
Der Bezirksamtsturm vom Blumenhof her gesehen
Der Bezirksamtsturm 1906

Das ehemalige großherzoglich-badische Bezirksamtsgebäude an der Bahnhofstraße 22–26 in Pforzheim steht unter Denkmalschutz. Der markanteste Gebäudeteil ist der hoch aufragende Turm. Es wurde 1903 für die Verwaltung des Bezirksamts Pforzheim errichtet. In diesem Gebäude war später lange Jahre die Polizeidirektion Pforzheim untergebracht.

Geschichte

Das erste Oberamtsgebäude in Pforzheim war das spätere Gasthaus Krone. Darauf folgte ein Gebäude in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße, das 1824 vom Fiskus gekauft worden war. Das Oberamt Pforzheim wurde 1864 zum Bezirksamt. Nach längerer Platznot wurde das Pforzheimer Bezirksamtsgebäude für das Großherzogtum Baden 1903 erbaut.

Nach Kriegszerstörung und seit dem Wiederaufbau dient das Gebäude an der Bahnhofstraße 22 als Landratsamt. Der Gebäudeteil an der Bahnhofstraße 24 beherbergte die Pforzheimer Polizeidirektion.

Architektur

Das Bezirksamtsgebäude wurde von 1901 bis 1903 nach den Entwürfen des Architekten und Bezirksbauinspektors Emil Lang aus Bruchsal errichtet. Am 23. Februar 1945 wurde der Turm und die angebauten Gebäude schwer beschädigt. Das Gebäude wurde 1948-49 nach alten Plänen und unter Einbeziehung noch vorhandener Teile nach Entwürfen des Architekten Heinrich Gremmelspacher (1910-1990), vom staatlichen Hochbauamt Pforzheim wiederhergestellt. Der Bezirksamtsturm in Pforzheim ist der markante Turm am Gebäude des ehemaligen Großherzoglichem Bezirksamts Pforzheim an der Bahnhofstraße. Der „Bezirksamtsturm“ zeigt das Wappen von Pforzheim und Baden als Hoheitszeichen. Der 42 Meter hohe Turm ist ein stadtbildprägendes Wahrzeichen. Der Turm wurde 1961 bis 1962 neu mit Kupfer behelmt. Die zwei farbigen Jugendstilbilder und die Tierkreiszeichen auf den Zifferblättern wurden vom Karlsruher Jugenstilkünstler Hellmut Eichrodt gestaltet. Innen beherbergt der Turm ein hallenartiges Treppenhaus, das auf drei Ebenen mit Farbglasfenstern mit Alt-Pforzheim Motiven ausgestattet ist. Die Innenausstattung wurde von Jugendstilkünstlern geschaffen: Hermann Billing, Hellmut Eichrodt und Max Laeuger sowie Adolf Sautter. Die Steinreliefs des Supraportes mit Eichenlaubdekor wurden nach einem Entwurf des Pforzheimer Bildhauers Adolf Sautter geschaffen.

Literatur

  • Jahrbuch der Stadt Pforzheim (Vierter Jahrgang) von 1903.
  • Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 163–164.