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Benckiser: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Version vom 3. Dezember 2018, 20:41 Uhr

Die Familie Benckiser war eine Pforzheimer Unternehmerfamilie. Nach dem Wegzug der Familie Benckiser 1918 wurde der Park des Hauses Benckiser (Westliche Karl-Friedrich-Straße 77) durch eine Stiftung der Familie zur öffentlichen Grünanlage, dem Benckiserpark. Das Haus der Jugend fand 1945 seine Heimat auf der Ruine des am 23. Februar 1945 zerstörten Hauses Benckiser (Westliche Karl-Friedrich-Straße 77) . An der Nordwest-Ecke des Parks steht eine Tafel zur Erinnerung an die Unternehmerfamilie Benckiser.

Familie und Unternehmen

Johann Adam Benckiser senior war Holzhändler und Klosterwirt in Bad Herrenalb. In den 1740ern wurde er Generalunternehmer für Scheiterholz der Markgrafschaft Baden. 1755 kauft er zusammen mit Christoph Friedrich Lidell das Eisenhammerwerk in Pforzheim. Sein Sohn Christian Friedrich Benckiser leitet die Firma bis zu seinem Tode .

Als Christian Friedrich Benckiser verstirbt, übernehmen seine beiden Söhne, Christoph Eberhard und Johann Adam junior die Firma, die bis dahin Bergwerk Pforzheim geheißen hatte und nun den Namen Gebr. Benckiser, Eisenwerk Pforzheim führte. Johann Adam junior scheidet frühzeitig aus dem Betrieb aus und 1811 kommt das Eisenwerk in den Alleinbesitz von Christoph Eberhard, der das Untenehmen bis zu seinem Tod weiter betreibt.

Christoph Eberhard vererbt das Unternehmen an seine beiden Söhne Moritz und August Theodor Benckiser. Moritz erblindet und scheidet nach wenigen Jahren aus und August Theodor baut das Werk an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße Ecke Belfortstraße durch zahlreiche Eisenbrückenkonstruktionen und Wasserleitungsanlagen zu einem weltbekannten Unternehmen aus. Um 1870 war der spätere Automobilpionier Carl Benz für zwei Jahre als Brückenkonstrukteur bei Gebr. Benckiser in Pforzheim tätig. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau Bertha Ringer kennen.

Nach dem Tod von August Theodor Benckiser übernimmt sein Sohn August Benckiser die unter der Konkurrenz der großen Werke im Ruhrgebiet leidende Firma und verkauft diese 1910 an Theodor Pitzmann und August Pfeiffer, die sich neben Maschinenbau auf Wasserleitungsbau konzentrieren.

Stiftungen der Fa. Benckiser und ihr soziales Engagement für ihre Arbeiter.

  • Krankenkasse. Stiftung zum Reservefonds im Jahr 1894: Mark 5000.--. Diese Stiftung ermöglicht es, nur den niedrigsten Beitragssatz von 1,6% vom Verdienst der Arbeiter zu erheben.
  • Unterstützungskonto für invalide Arbeiter. Diese Rente konnte jederzeit nach dem freien Ermessen des Firmeninhabers aufgehoben werden. Sie wurde ausbezahlt in monatlichen Beiträgen von Mark 15,--, 10,-- und 5,--.

Stand des Unterstützungskontos am 1. Januar

1901= 27937,23

1902 = 26176, 66

1903 = 24462,51 Mark.

Diese Summen wurden von der Firma mit 5% verzinst.

Ausbezahlte Unterstützungssummen:

1900 = 2862.--

1901 = 3042.--

1902 = 2892.--

1903 = 3002.--

  • Unterstützungen an Witwen ehemaliger Arbeiter. Ohne Stammkapital. Die Unterstützung konnte jederzeit nach dem freien Ermessen der Spender aufgehoben werden. Sie betrug Mark 10.-- und Mark 5.--

Beiträge der ausbezahlten Unterstützungen:

1900 = 1735.25

1901 = 1783.--

1902 = 2280.--

1903 = 2312.--

  • Arbeiterwohnungen. Es waren 14 Häuser mit zusammen 62 Wohnungen vorhanden. Der Mietpreis schwankte zwischen 120 und 230 Mark jährlich.
  • Badeinrichtungen für Arbeiter im Wohngebäude Westliche Karl Friedrich Str. 95. Die Badeinrichtung stand den Arbeitern vollständig unentgeltlich zur Verfügung. Sie bestand aus 8 Zellen und entsprechenden Ankleideräumen.
  • Speiselokal. Für die auswärts wohnenden Arbeiter, welche das Essen durch Kinder zugetragen erhalten, war in Neustadt-Brötzingen, Friedrichstraße 128, ein Esslokal eingerichtet.
  • Einkauf von Materialen im Großen. Die Abgabe von Kohlen für den Hausbedarf an Arbeiter erfolgte seitens des Geschäfts zum Selbstkostenpreis.
  • Fabrikfeuerwehr. Die Fabrik besaß ein eigenes Feuerwehrkorps in der Stärke von 60 Mann. Dasselbe war ausgerüstet mit einer Saug- und Druckspritze, einer mechanischen Leiter von 14 Meter Höhe, 2 Hydranten und sonstigen Ausrüstungsgegenständen. Diese Wehr wurde im Jahre 1858 gründet.
  • Stiftung Salem mit Hof und Gemüsegarten im Stadtteil Neustadt, Westliche Karl Friedrich Str. 146, mit Kleinkinderschule.Diese besuchten durchschnittlich 80 Kinder von 3 - 6 Jahren, die wöchentlich je 15 Pfennig bezahlen. Sie stand unter Leitung einer Kinderschwester von Nonnenweier.
  • Mädchenheim. Das Heim für Fabrikarbeiterinnen wird im Winterhalbjahr von 25 Mädchen benützt, dagegen vom 1. April bis 1. Oktober nur von 6 - 10 Mädchen. Sie bezahlen für den Tag 12 Pfennig für Frühstück (kein Mittagstisch), für 10 Pfennig für Abendessen und 50 Pfennig Schlafgeld für die Woche (Montag bis Samstag).

Das Haus ist Eigentum der Familie Benckiser und wird von dieser unterhalten. Für den Betrieb werden außerdem von der Familie Benckiser monatlich Mark 100.-- beigesteuert. Die Leitung lag in den Händen einer Hausmutter. Die Aufsicht über das ganze Institut führte ein Komitee bestehend aus Pforzheimer Damen.

Quellen

  • Pforzheimer Geschichtsblätter 1971 - Band 3
  • Pflüger, Johann, Die Geschichte der Stadt Pforzheim, Pforzheim, 1862
  • Die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, Hrsg.: Maschke, Erich, Pforzheim, o.J.

Siehe auch

Weblinks