Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Heimatschutzstil: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Bildergalerie}} |
{{Bildergalerie}} |
||
'''Heimatschutzstil''' auch Heimatschutzarchitektur ist ein Architekturstil der architektonischen Moderne, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis bis etwa 1960 gepflegt wurde. Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente sind Verwendung ortsüblicher Baumaterialien. Noch bis etwa 1960 entstanden dennoch verschiedene Ensembles im Heimatschutzstil, wie etwa der Freudenstädter Marktplatz von 1950 und der Prinzipalmarkt in Münster, der zwischen 1947 und 1958 regionaltypisch, aber nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde. |
'''Heimatschutzstil''' auch Heimatschutzarchitektur ist ein Architekturstil der architektonischen Moderne, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis bis etwa 1960 gepflegt wurde. Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente sind Verwendung ortsüblicher Baumaterialien. Noch bis etwa 1960 entstanden dennoch verschiedene Ensembles im Heimatschutzstil, wie etwa der Freudenstädter Marktplatz von 1950 und der Prinzipalmarkt in Münster, der zwischen 1947 und 1958 regionaltypisch, aber nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde. |
||
| Zeile 9: | Zeile 8: | ||
Die [[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]] ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die ''„Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen ([[Farbiges Bauen]], [[Expressionismus]], [[Heimatschutzstil|Heimatstil]]).“''<ref name="Timm_73(2.Bd)">''' Arlingerstraße 68-70 a '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.</ref> |
Die [[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]] ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die ''„Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen ([[Farbiges Bauen]], [[Expressionismus]], [[Heimatschutzstil|Heimatstil]]).“''<ref name="Timm_73(2.Bd)">''' Arlingerstraße 68-70 a '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.</ref> |
||
; Deichsel |
|||
[[Heinrich Deichsel|Deichsels]] Hauptwerke ([[Villa Salé]]<ref>Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 568.</ref> sowie [[Villa und Schmuckfabrik Ernst Gideon Bek, Lameystraße 2-6/ Schwarzwaldstraße 7 in Pforzheim|Villa Bek]]) <ref>Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 358.</ref> erschienen in der international renommierten Zeitschrift ''Die Architektur des XX. Jahrhunderts''.<ref name="Timm_88"/> Deichsel vertrat die ''„ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“''.<ref name="Timm_90">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.</ref> Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. |
|||
[[Heinrich Deichsel|Deichsel]] vertrat auch die ''„ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“''.<ref name="Timm_90">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.</ref> Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. Das Haus Müller-Salem ist ein schindelverkleideter Fachwerkbau. Die Baupläne des 1909 erbauten Hauses stammen von Heinrich Deichsel. Das villenartige Gebäude ist mit einem traufständigen Mansardenwalmdach versehen. Es besitzt einen eingeschossigen Anbau an der Nord-Ost Seite , der früher dem Maler, Schmuckdesigner und Kunstdozenten an der Kunstgewerbeschule Julius Müller-Salem als Atelier diente. Das Haus Pfeifer ist ebenso regionaltypisch gestaltet. Es ist auch 1909 als schindelverkleideter Fachwerkbau mit einem Mansardenwalmdach erstellt. Vermutlich stammen die Pläne auch von Heinrich Deichsel. Das Haus des Bildhauers und Kunstdozenten an der Goldschmiedeschule Peter Paul Pfeifer hat noch Sprossenfenster mit Klappläden. In einem verglastem östlichen Vorbau wurde das Atelier untergebracht. 1934 erhielt das Haus noch einen repräsentativen Südgiebel. Die ursprüngliche Innenausstattung, teils mit von Pfeifer selbst entworfenen Einbaumöbeln, ist fast vollständig erhalten. |
|||
Eher der „ländlichen regionalen Tradition“<ref name="Timm_93">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.</ref> verpflichtet sind noch folgende Gebäude: |
Eher der „ländlichen regionalen Tradition“<ref name="Timm_93">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.</ref> verpflichtet sind noch folgende Gebäude: |
||
Version vom 22. Mai 2018, 20:52 Uhr
Heimatschutzstil auch Heimatschutzarchitektur ist ein Architekturstil der architektonischen Moderne, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis bis etwa 1960 gepflegt wurde. Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente sind Verwendung ortsüblicher Baumaterialien. Noch bis etwa 1960 entstanden dennoch verschiedene Ensembles im Heimatschutzstil, wie etwa der Freudenstädter Marktplatz von 1950 und der Prinzipalmarkt in Münster, der zwischen 1947 und 1958 regionaltypisch, aber nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde.
Die Bauformen der Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim sind „kennzeichnend für den sogenannten Heimatstil, einer Spielart der um 1910 aufkommenden Reformarchitektur, die den Dialog mit der regionalen Bautradition suchte.“[1] Die „künstlerische Gestaltung verbindet Formen des Heimatstils mit Anklängen des Expressionismus und bezeugt das Wirken des städtischen Hochbauamts unter zunehmenden Einfluss der Stuttgarter Bauschule Theodor Tischers.“[2]
Die Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die „Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen (Farbiges Bauen, Expressionismus, Heimatstil).“[3]
- Deichsel
Deichsel vertrat auch die „ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“.[4] Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. Das Haus Müller-Salem ist ein schindelverkleideter Fachwerkbau. Die Baupläne des 1909 erbauten Hauses stammen von Heinrich Deichsel. Das villenartige Gebäude ist mit einem traufständigen Mansardenwalmdach versehen. Es besitzt einen eingeschossigen Anbau an der Nord-Ost Seite , der früher dem Maler, Schmuckdesigner und Kunstdozenten an der Kunstgewerbeschule Julius Müller-Salem als Atelier diente. Das Haus Pfeifer ist ebenso regionaltypisch gestaltet. Es ist auch 1909 als schindelverkleideter Fachwerkbau mit einem Mansardenwalmdach erstellt. Vermutlich stammen die Pläne auch von Heinrich Deichsel. Das Haus des Bildhauers und Kunstdozenten an der Goldschmiedeschule Peter Paul Pfeifer hat noch Sprossenfenster mit Klappläden. In einem verglastem östlichen Vorbau wurde das Atelier untergebracht. 1934 erhielt das Haus noch einen repräsentativen Südgiebel. Die ursprüngliche Innenausstattung, teils mit von Pfeifer selbst entworfenen Einbaumöbeln, ist fast vollständig erhalten.
Eher der „ländlichen regionalen Tradition“[5] verpflichtet sind noch folgende Gebäude:
- Reihenhäuser der Gartenstadt Arlinger (Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim)
- Wohnblock in Dillweißenstein (Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim)
In den späten 1930er Jahren wurden „regionalistische oder monumental-klassizistische Bauformen“[6] gepflegt, nach der Schule von Paul Schmidthenner oder Paul Bonatz.
- Wohnanlage am Pfälzer Platz, 1937-1938
- Landhäuser an den Talhängen
- Buckenbergkaserne, 1935/1936.
Einzelnachweise
- ↑ Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 185.
- ↑ Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 186.
- ↑ Arlingerstraße 68-70 a . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Baustil im 3. Reich. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Heimatschutzarchitektur aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.