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Stadtentwicklung und Stadtplanung in Pforzheim: Unterschied zwischen den Versionen
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Anhand des „Hörrmann-Plan“ von Michael Hörrmann und seinem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766, war es [[Christoph Timm]] möglich zur Michaelskappelle, dem Vorgängerbau der [[Schlosskirche]], eine Turmhügelburg auf dem Schloßberg zu entdecken. Als Ur- und Keimzelle der Turmhügelburg und der späteren Stadt Pforzheims gilt laut Christoph Timm der [[Alter Hoher Turm|Alte Hohe Turm]]. Der ehemalige Bergfried der alten Turmhügelburg (besser bekannt als der Alte Hohe Turm) auf der Pforzheimer Schloßberg bestand seit 1100 und wurde in den Jahren 1763 bis 1836 abgebrochen. Der Turm befand sich auf dem Pforzheimer Schloßberg ca. acht Meter nördlich vom [[Archivbau]]. Der Bergfried stellte den „ältesten Teil der Schloßanlage“<ref name="Haag&Bräuning_132">Haag und Bräuning 2001, S. 132.</ref> dar und wurde vermutlich seit salischer Zeit als Wohnturm erbaut. Der Turm war 34 Meter hoch, seine Grundfläche betrug 15,60 × 11,40 Meter. Das Zweischalenmauerwerk hatte eine Stärke von 3,60 Meter.<ref name="Haag&Bräuning_132"/> |
Anhand des „Hörrmann-Plan“ von Michael Hörrmann und seinem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766, war es [[Christoph Timm]] möglich zur Michaelskappelle, dem Vorgängerbau der [[Schlosskirche]], eine Turmhügelburg auf dem Schloßberg zu entdecken. Als Ur- und Keimzelle der Turmhügelburg und der späteren Stadt Pforzheims gilt laut Christoph Timm der [[Alter Hoher Turm|Alte Hohe Turm]]. Der ehemalige Bergfried der alten Turmhügelburg (besser bekannt als der Alte Hohe Turm) auf der Pforzheimer Schloßberg bestand seit 1100 und wurde in den Jahren 1763 bis 1836 abgebrochen. Der Turm befand sich auf dem Pforzheimer Schloßberg ca. acht Meter nördlich vom [[Archivbau]]. Der Bergfried stellte den „ältesten Teil der Schloßanlage“<ref name="Haag&Bräuning_132">Haag und Bräuning 2001, S. 132.</ref> dar und wurde vermutlich seit salischer Zeit als Wohnturm erbaut. Der Turm war 34 Meter hoch, seine Grundfläche betrug 15,60 × 11,40 Meter. Das Zweischalenmauerwerk hatte eine Stärke von 3,60 Meter.<ref name="Haag&Bräuning_132"/> |
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Lacroix bezeichnete die zwischen 60 und 90 cm starken Innenquader als „zugespitzt“,<ref>Lacroix, Hirschfeld und Paeseler 1939, S. 285f.</ref> während die 30 cm starken Innenquader als glatt beschrieben wurden. |
Lacroix bezeichnete die zwischen 60 und 90 cm starken Innenquader als „zugespitzt“,<ref>Lacroix, Hirschfeld und Paeseler 1939, S. 285f.</ref> während die 30 cm starken Innenquader als glatt beschrieben wurden. |
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Der salische Bergfried wurde von Michael Hörrmann in seinem „Hörrmann-Plan“<ref name="Timm_245">Timm 2004, S. 245.</ref> – einem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766 – festgehalten. |
Der salische Bergfried wurde von Michael Hörrmann in seinem „Hörrmann-Plan“<ref name="Timm_245">Timm 2004, S. 245.</ref> – einem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766 – festgehalten. |
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Den Turm umgab eine polygonale Ringmauer und die nördlich der Schloßkirche verlief. Ein Mauerrest aus staufischer Zeit konnte man im Archivbau entdecken. In Zusammenhang gebracht mit der Michaelskappelle, dem Vorgängerbau der Schlosskirche, sowie mit den Aufenthalten König Heinrich IV. in Pforzheim in den Jahren 1067, 1074 und 1076, kann diese alte Turmhügelburg nur aus der Salierzeit stammen. Die Besiedlung im Bereich der später sogenannten Neuen Stadt oder Neustadt erfolgte auf dem Schloßberg zur Zeit der salischen Könige und Kaiser. |
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Im Schutz der alten Turmhügelburg aus der Salierzeit entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung mit zwei großen Wohntürmen: Dem [[Turmhaus an der Reuchlinstraße 8 in Pforzheim]] und dem [[Turmhaus Deimlingstraße in Pforzheim]], Wohntürmen aus der Mitte des 12. oder 13. Jahrhunderts. |
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Christoph Timm stellte eine Achsensymmetrie der alten Stadt fest: Die Entfernung vom westlichen Stadttor, dem Inneren Brötzinger Tor bis zum [[Markgraf-Ernst-Brunnen]] war genauso lang wie die Entfernung vom [[Markgraf-Ernst-Brunnen]] zum östlichen Altstädter Tor. Die Strecke vom nördlich gelegenen oberen Schloßtor zum [[Markgraf-Ernst-Brunnen]] war genauso lang war wie die Strecke vom [[Markgraf-Ernst-Brunnen]] zum städtischen Südtor (dem Tränktor). Der Bau der "Neustadt" erfolgte daher aufgrund der von Chistoph Timm festgestellten Achsensymmetrie nach einem mittelalterlichen Stadtbauplan. Der Bau von Plan-Städten ist bedeutend in der Stauferzeit. Der salische Besitz ging in Pforzheim in der Zeit vor 1157 an die Staufer über. Bereits im Jahre 1195 wurden die Bewohner Pforzheims als Bürger, Einwohner einer Stadt bezeichnet. Pforzheim entwickelte sich zu einer in den Jahren 1150 und 1190 angelegten Stauferstadt. |
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Zur Überwachung des Stadtaufbaus in diesem Gebiet dienten vermutlich das [[Turmhaus an der Reuchlinstraße 8 in Pforzheim|Turmhaus an der Reuchlinstraße]] sowie das südlich vom Rathaus befindliche [[Turmhaus Deimlingstraße in Pforzheim|Turmhaus Deimlingstraße]]. Es handelte sich hierbei um Wohntürmen aus der Mitte des 12. oder 13. Jahrhunderts. |
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In Anbetracht der ermittelten Achsensymmetrie kann davon ausgegangen werden, dass das Gebiet westlich des Marktplatzes und südlich der westlichen Karl-Friedrich-Straße im gleichen Zeitraum aufgesiedelt worden ist. Das die Brötzinger Gasse und die Altstädter Gasse , heute [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] und [[Östliche Karl-Friedrich-Straße]] als West-Ost-Verbindung durch die Stadt wiercht muss auch deren nördliche Randbebauung in dieser Zeit angesetzt werden. |
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Version vom 1. Mai 2018, 12:38 Uhr




Die Herausbildung des spätmittelalterlichen Stadtbildes und die Siedlungsentwicklung Pforzheims bis in das 20. Jahrhundert beschreibt die Stadtentwicklung Pforzheims vom Hochmittelalter bis in die Moderne.[1]
Hochmittelalter
Anhand des „Hörrmann-Plan“ von Michael Hörrmann und seinem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766, war es Christoph Timm möglich zur Michaelskappelle, dem Vorgängerbau der Schlosskirche, eine Turmhügelburg auf dem Schloßberg zu entdecken. Als Ur- und Keimzelle der Turmhügelburg und der späteren Stadt Pforzheims gilt laut Christoph Timm der Alte Hohe Turm. Der ehemalige Bergfried der alten Turmhügelburg (besser bekannt als der Alte Hohe Turm) auf der Pforzheimer Schloßberg bestand seit 1100 und wurde in den Jahren 1763 bis 1836 abgebrochen. Der Turm befand sich auf dem Pforzheimer Schloßberg ca. acht Meter nördlich vom Archivbau. Der Bergfried stellte den „ältesten Teil der Schloßanlage“[2] dar und wurde vermutlich seit salischer Zeit als Wohnturm erbaut. Der Turm war 34 Meter hoch, seine Grundfläche betrug 15,60 × 11,40 Meter. Das Zweischalenmauerwerk hatte eine Stärke von 3,60 Meter.[2] Lacroix bezeichnete die zwischen 60 und 90 cm starken Innenquader als „zugespitzt“,[3] während die 30 cm starken Innenquader als glatt beschrieben wurden. Der salische Bergfried wurde von Michael Hörrmann in seinem „Hörrmann-Plan“[4] – einem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766 – festgehalten.
Den Turm umgab eine polygonale Ringmauer und die nördlich der Schloßkirche verlief. Ein Mauerrest aus staufischer Zeit konnte man im Archivbau entdecken. In Zusammenhang gebracht mit der Michaelskappelle, dem Vorgängerbau der Schlosskirche, sowie mit den Aufenthalten König Heinrich IV. in Pforzheim in den Jahren 1067, 1074 und 1076, kann diese alte Turmhügelburg nur aus der Salierzeit stammen. Die Besiedlung im Bereich der später sogenannten Neuen Stadt oder Neustadt erfolgte auf dem Schloßberg zur Zeit der salischen Könige und Kaiser.
Im Schutz der alten Turmhügelburg aus der Salierzeit entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung mit zwei großen Wohntürmen: Dem Turmhaus an der Reuchlinstraße 8 in Pforzheim und dem Turmhaus Deimlingstraße in Pforzheim, Wohntürmen aus der Mitte des 12. oder 13. Jahrhunderts.
Christoph Timm stellte eine Achsensymmetrie der alten Stadt fest: Die Entfernung vom westlichen Stadttor, dem Inneren Brötzinger Tor bis zum Markgraf-Ernst-Brunnen war genauso lang wie die Entfernung vom Markgraf-Ernst-Brunnen zum östlichen Altstädter Tor. Die Strecke vom nördlich gelegenen oberen Schloßtor zum Markgraf-Ernst-Brunnen war genauso lang war wie die Strecke vom Markgraf-Ernst-Brunnen zum städtischen Südtor (dem Tränktor). Der Bau der "Neustadt" erfolgte daher aufgrund der von Chistoph Timm festgestellten Achsensymmetrie nach einem mittelalterlichen Stadtbauplan. Der Bau von Plan-Städten ist bedeutend in der Stauferzeit. Der salische Besitz ging in Pforzheim in der Zeit vor 1157 an die Staufer über. Bereits im Jahre 1195 wurden die Bewohner Pforzheims als Bürger, Einwohner einer Stadt bezeichnet. Pforzheim entwickelte sich zu einer in den Jahren 1150 und 1190 angelegten Stauferstadt.
Zur Überwachung des Stadtaufbaus in diesem Gebiet dienten vermutlich das Turmhaus an der Reuchlinstraße sowie das südlich vom Rathaus befindliche Turmhaus Deimlingstraße. Es handelte sich hierbei um Wohntürmen aus der Mitte des 12. oder 13. Jahrhunderts.
In Anbetracht der ermittelten Achsensymmetrie kann davon ausgegangen werden, dass das Gebiet westlich des Marktplatzes und südlich der westlichen Karl-Friedrich-Straße im gleichen Zeitraum aufgesiedelt worden ist. Das die Brötzinger Gasse und die Altstädter Gasse , heute Westliche Karl-Friedrich-Straße und Östliche Karl-Friedrich-Straße als West-Ost-Verbindung durch die Stadt wiercht muss auch deren nördliche Randbebauung in dieser Zeit angesetzt werden.
Einzelnachweise
Literatur
- Die Herausbildung des spätmittelalterlichen Stadtbildes und die Siedlungsentwicklung Pforzheims bis in das 20. Jahrhundert. In: Simon M. Haag und Andrea Bräuning: Pforzheim. Spurensuche nach einer untergegangenen Stadt (Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg zugleich Materialhefte zur Stadtgeschichte der Stadt Pforzheim. Band 15: Pforzheim) Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und der Stadt Pforzheim, Ubstadt-Weiher 2001, ISBN 3-933924-03-0, S. 53-66.
- Nr. 59 Alter Hoher Turm/Bergfried. In: Simon M. Haag und Andrea Bräuning: Pforzheim. Spurensuche nach einer untergegangenen Stadt (Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg zugleich Materialhefte zur Stadtgeschichte der Stadt Pforzheim. Band 15: Pforzheim) Herausgegeben vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und der Stadt Pforzheim, Ubstadt-Weiher 2001, ISBN 3-933924-03-0, S. 132.
- Der Abbruch des „Alten Hohen Thurmes“. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 244.
- Ehemaliger Berchfrit oder „großer Thurm“. In: Emil Lacroix, Peter Hirschfeld und Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1983, ISBN 978-3-8035-1225-3, S. 285–286.