Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
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| ⚫ | [[1855]] pachtete der aus [[Wilferdingen]] stammende Christoph Beckh (* [[1828]] † [[1885]]) die ''Brauerei Ungerer'' (gegründet [[1809]]) in der westlichen Vorstadt [[Pforzheim|Pforzheims]] (heutige [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] 47). Um [[1861]] erwarb er ein Gebäude am Markt 4, das er zu seiner neuen [[Brauerei]] ausbaute. In [[Brötzingen]] errichtete er in den [[1870er]] Jahren große Kellereien, die er bis [[1885]] um Eis- und Bierkeller erweiterte. Mit dem modernen Brauereineubau in der Neustadt im Osterfeld (heute Weststadt), im Jahr [[1897]] schaffte Beckh schließlich den Sprung zur industriellen Großbrauerei. |
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=== Zweite Generation: Die Söhne Adolf und Christoph - Gebrüder Beckh === |
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Als Christoph Beckh 1885 gestorben war führte sein Sohn Adolf die Geschäfte weiter, in dessen Fußstapfen Christoph jun. trat, sein jüngerer Bruder. Er hatte sich im In- und Ausland weitergebildet, bevor er in sine Heimatstadt zurückkehrte. |
Als Christoph Beckh 1885 gestorben war führte sein Sohn Adolf die Geschäfte weiter, in dessen Fußstapfen Christoph jun. trat, sein jüngerer Bruder. Er hatte sich im In- und Ausland weitergebildet, bevor er in sine Heimatstadt zurückkehrte. |
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Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 Meter Tiefe auf eine Quelle stieß. |
Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 Meter Tiefe auf eine Quelle stieß. |
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[[1901]] wird Christoph Beckh noch als ''Technischer Leiter'' der Firma genannt. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahre 1885, ließen die Söhne des Firmengründers, Adolf und Christoph, das Brauhaus der Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim erbauen. Für den Umbau ließen sie sich Entwürfe von dem Pforzheimer Architekten Ernst Maler sowie von dem [[Karlsruhe]]r Architekten [[Hermann Billing]] liefern.<ref>[https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/images/1600WM/42970.jpg „Deutsche Bauzeitung“ von 1904 (Jahrgang 38) No. 85 ]</ref><ref>[https://mediatum.ub.tum.de/?id=1176553 ''Die Architektur des XX. Jahrhunderts - Zeitschrift für moderne Baukunst'', Jahrgang 5, Tafel 54.]</ref><ref>[https://www.stcroixarchitecture.com/products/house-office-brothers-beckh-brewery-pforzheim-germany-1904-lithograph-prof-h-billing ''House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim, Baden, Germany. Prof. H. Billing, Architect''. In: ''The American Architect and Building News'', 2. Oktober 1904, No. 1507]</ref><ref>[https://mediatum.ub.tum.de/?id=932734 ''München, Architekturmuseum der TU München, Inventar-Nr. bill-80-1, 932734, alte Inventar-Nr. 80.1'']</ref> Die Brauerei ist auch als ''House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim'' bekannt und wurde im Jahre 1904 unter dieser Bezeichnung in den [[USA]] publik gemacht.<ref>[https://www.stcroixarchitecture.com/products/house-office-brothers-beckh-brewery-pforzheim-germany-1904-lithograph-prof-h-billing ''House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim, Baden, Germany. Prof. H. Billing, Architect''. In: ''The American Architect and Building News'', 2. Oktober 1904, No. 1507]</ref> |
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| ⚫ | Datei:Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und E. Maler (4).png|Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und Ernst Maler |
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=== Dritte Generation: Die Enkel - Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh === |
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Beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff]] am [[23. Februar]] [[1945]] entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut. |
Beim [[Luftangriff auf Pforzheim|Luftangriff]] am [[23. Februar]] [[1945]] entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut. |
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Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. |
Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft. |
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=== Vierte Generation === |
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Die Geschäftsleitung übernahm der Schwiegersohn von Christoph Beckh, Herr Dipl. Ing. Walther Saacke. Trotz Malz- und Hopfenmangels konnte er den Brauereibetrieb aufrecht erhalten, obwohl es zunächst nur DÜNNBIER gab. |
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Die Umwandlung der Brauerei in eine GmbH im Jahr [[1972]] - sollte man den entsprechenden Quellen Glauben schenken - käme einer rechtlichen Rückführung der Aktiengesellschaft in eine Privatbrauerei gleich. |
Die Umwandlung der Brauerei in eine GmbH im Jahr [[1972]] - sollte man den entsprechenden Quellen Glauben schenken - käme einer rechtlichen Rückführung der Aktiengesellschaft in eine Privatbrauerei gleich. |
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Version vom 20. April 2018, 02:50 Uhr
Die Brauerei Beckh war die größte und älteste Privatbrauerei Pforzheims. Das Brauereigelände befand sich in der Maximilianstraße in der Pforzheimer Weststadt.
Geschichte
Firmengründer Christoph Beckh
1855 pachtete der aus Wilferdingen stammende Christoph Beckh (* 1828 † 1885) die Brauerei Ungerer (gegründet 1809) in der westlichen Vorstadt Pforzheims (heutige Westliche Karl-Friedrich-Straße 47). Um 1861 erwarb er ein Gebäude am Markt 4, das er zu seiner neuen Brauerei ausbaute. In Brötzingen errichtete er in den 1870er Jahren große Kellereien, die er bis 1885 um Eis- und Bierkeller erweiterte. Mit dem modernen Brauereineubau in der Neustadt im Osterfeld (heute Weststadt), im Jahr 1897 schaffte Beckh schließlich den Sprung zur industriellen Großbrauerei.
Zweite Generation: Die Söhne Adolf und Christoph - Gebrüder Beckh
Als Christoph Beckh 1885 gestorben war führte sein Sohn Adolf die Geschäfte weiter, in dessen Fußstapfen Christoph jun. trat, sein jüngerer Bruder. Er hatte sich im In- und Ausland weitergebildet, bevor er in sine Heimatstadt zurückkehrte. Das Wasser für das Gerstengebräu kam unterdessen schon lange nicht mehr aus der Enz. Anfangs war eine Leitung von der Innen- bis zur Vorstadt gelegt worden, dann aber wurde ein 120 Meter tiefer Brunnen gebohrt, der ein ausgezeichnetes Brauwasser lieferte. Später bohrte man einen zweiten, der in 170 Meter Tiefe auf eine Quelle stieß.
1901 wird Christoph Beckh noch als Technischer Leiter der Firma genannt. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahre 1885, ließen die Söhne des Firmengründers, Adolf und Christoph, das Brauhaus der Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim erbauen. Für den Umbau ließen sie sich Entwürfe von dem Pforzheimer Architekten Ernst Maler sowie von dem Karlsruher Architekten Hermann Billing liefern.[1][2][3][4] Die Brauerei ist auch als House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim bekannt und wurde im Jahre 1904 unter dieser Bezeichnung in den USA publik gemacht.[5]
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Entwurf Ernst Maler
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Entwurf Hermann Billing
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Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und Ernst Maler
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Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und Ernst Maler
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Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und Ernst Maler
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Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 38, 22. Oktober 1904, Nr. 85 - Haus der Brauerei Gebrüder Beckh am Marktplatz 4 in Pforzheim, Entwurf Hermann Billing und Ernst Maler
Dritte Generation: Die Enkel - Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh
Als dritte Generation 1924 übernahmen die Enkel des Firmengründers, Dipl.-Braumeister Adolf Beckh und Dr. jur. Christoph Beckh, das durch Krieg und Inflation erschütterte Unternehmen, wandelten die bisher als oHG geführte Brauerei in eine Familien-AG um und bauten den Betrieb, zusammen mit ihren Vätern, zu einer der modernsten Brauerein Badens in den 1930er Jahren weiter aus. Das Beckh-Bier war damals sprichwörtlich fast in aller Munde, so dass noch ein dritter Brunnen gebohrt werden musste.
Beim Luftangriff am 23. Februar 1945 entging die Brauerei Beckh größeren Zerstörungen, was den Neubeginn nach dem Krieg gegenüber der ansässigen Konkurrenz sicherlich erleichterte. In lokaler Verbundenheit wurden die Biere von Brauhaus und Ketterer in den Produktionsanlagen mitgebraut.
Unter den Toten dieses Großangriffes befand sich auch Adolph Beckh. Dr. Christoph Beckh starb später in russischer Kriegsgefangenschaft.
Vierte Generation
Die Geschäftsleitung übernahm der Schwiegersohn von Christoph Beckh, Herr Dipl. Ing. Walther Saacke. Trotz Malz- und Hopfenmangels konnte er den Brauereibetrieb aufrecht erhalten, obwohl es zunächst nur DÜNNBIER gab.
Die Umwandlung der Brauerei in eine GmbH im Jahr 1972 - sollte man den entsprechenden Quellen Glauben schenken - käme einer rechtlichen Rückführung der Aktiengesellschaft in eine Privatbrauerei gleich. Anfang der 1980er Jahre wurde Beckh von der Heilbronner Brauerei Cluss (sie hatte inzwischen die Aktienmehrheit) übernommen. Als diese dann von Dinkelacker in Stuttgart übernommen wurde, nahte das Ende einer mehr als 100-jährigen Tradition. Am 24. März 1983 wurde der letzte Sud gebraut. Die Betriebsschließung ergab sich als Folge des Aktienverkaufs einiger Familienmitglieder in Amerika.
Die Brauereigebäude zwischen Maximilianstraße und Westlicher Karl-Friedrich-Straße wurden 1986 abgerissen. Ursprünglich war der Neubau eines Möbel-Großmarktes vorgesehen. Dieses Unternehmen kam jedoch in eine finanzielle Schieflage, als die ehemalige Brauerei bereits zur Hälfte abgebrochen war. Der Abriss kam zum Erliegen und wurde später aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Das Gelände lag, wie ein riesiger Mondkrater, circa fünf Jahre brach, bis zu Beginn der 1990er-Jahre das unmittelbar benachbarte Versandhaus Bader sowie ein Seniorenheim das Areal neu bebauten.
Standort
- Letzte Adresse (1983)
- Brauerei Beckh GmbH
- Westliche Karl-Friedrich-Straße 184
- 7530 Pforzheim
Quellen
- Brauwesen-Historisch - Das große historische Brauereiverzeichnis : http://www.brauwesen-historisch.de/Uebersicht.html
- "Geschichte der Stadt Pforzheim" : von Aloys Stolz, Verlag des Städtischen Tagblatts, Pforzheim, 1901
- ↑ „Deutsche Bauzeitung“ von 1904 (Jahrgang 38) No. 85
- ↑ Die Architektur des XX. Jahrhunderts - Zeitschrift für moderne Baukunst, Jahrgang 5, Tafel 54.
- ↑ House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim, Baden, Germany. Prof. H. Billing, Architect. In: The American Architect and Building News, 2. Oktober 1904, No. 1507
- ↑ München, Architekturmuseum der TU München, Inventar-Nr. bill-80-1, 932734, alte Inventar-Nr. 80.1
- ↑ House and Office of the Brothers Beckh Brewery in Pforzheim, Baden, Germany. Prof. H. Billing, Architect. In: The American Architect and Building News, 2. Oktober 1904, No. 1507
- Rudolf Cölsch - ehemaliger Bierbrauer der Brauerei Beckh
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