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Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
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Mäuerach: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Nach dem Krieg [[1919]] -[[1923]] gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. [[1939]] begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse.
Nach dem Krieg [[1919]] -[[1923]] gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. [[1939]] begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse.
Am Ende des zweiten Weltkrieges am [[23. Februar 1945]] erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden.
Am Ende des zweiten Weltkrieges am [[23. Februar 1945]] erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden.
Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten.
Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten..


Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom.
Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom.
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Im Jahre 1949 wurde die Wasserver- und Entsorgung in Angriff genommen. Die Gräben zum Verlegen der Wasserrohre wurden von den damaligen Anwohnern In Eigenleistung mit Spaten, Pickel und Schaufel ausgehoben. Oftmals wurde eine Grabentiefe von 4 Metern benötigt. Es gab keine Hilfe durch Bagger oder Maschinen, Nachdem endlich Wasser vorhanden war, wurde dies mit einem Wasserfest an Pfingsten im Jahre 1949 gefeiert.
Im Jahre 1949 wurde die Wasserver- und Entsorgung in Angriff genommen. Die Gräben zum Verlegen der Wasserrohre wurden von den damaligen Anwohnern In Eigenleistung mit Spaten, Pickel und Schaufel ausgehoben. Oftmals wurde eine Grabentiefe von 4 Metern benötigt. Es gab keine Hilfe durch Bagger oder Maschinen, Nachdem endlich Wasser vorhanden war, wurde dies mit einem Wasserfest an Pfingsten im Jahre 1949 gefeiert.
Im Jahre 1950/1951 wurde die Mäueracher Siedlergemeinschaft gegründet. Als Versammlungsort diente der Platz unter der Mäueracher Eiche, dem Wahrzeichen des Bürgervereins Mäuerach e.V. Dte Gründer waren die Herren Lust, Heinrich Hugf Waizenegger, Willy Maulbetsch und im Ausschuß waren die Herren Karl Bätzner, Römer, Fuchs und Eugen Maulbetsch. Inzwischen bemühte sich jeder Mäueracher seine Wohnverhältnisse in den Gartenhäusern zu verbessern. Man ging nach Pforzheim und suchte nach Material und Gegenständen, die noch brauchbar waren, Wenn man noch etwas fand, war man glücklich. Was an Verwendbarem gefunden wurde, wurde mit dem Handwagen, oder wenn man Glück hatte, mit dem Auto nach Mäuerach gefahren.
Im Jahre 1950/1951 wurde die Mäueracher Siedlergemeinschaft gegründet. Als Versammlungsort diente der Platz unter der Mäueracher Eiche, dem Wahrzeichen des Bürgervereins Mäuerach e.V. Dte Gründer waren die Herren Lust, Heinrich Hugf Waizenegger, Willy Maulbetsch und im Ausschuß waren die Herren Karl Bätzner, Römer, Fuchs und Eugen Maulbetsch. Inzwischen bemühte sich jeder Mäueracher seine Wohnverhältnisse in den Gartenhäusern zu verbessern. Man ging nach Pforzheim und suchte nach Material und Gegenständen, die noch brauchbar waren, Wenn man noch etwas fand, war man glücklich. Was an Verwendbarem gefunden wurde, wurde mit dem Handwagen, oder wenn man Glück hatte, mit dem Auto nach Mäuerach gefahren.
Ab dem Jahre 1949 wurde der Gottesdienst in der Gaststätte Mäurach abgehalten und erst im Jahre 1951 wurde mit Hilfe der Mäueracher Bewohner und Pfarrer Schlesinger eine provisorische Kirche und 1958 der Glockenturm aufgebaut, die für die wenigen Anwohner des Mäueracher Ortsteiles ausreichte.

Im Jahre 1953 wurde auf Initiative der damaligen Siedlergesellschaft von Herrn Fritz Libau, einem aus den deutschen Ostgebieten vertriebenen Maurermeister, ein Erinnerungsstein gefertigt .Dieser erinnert an den Großangriff am 23. Februar 1945 auf Pforzheim. Als Denkmal wurde dieser Stein inmitten der Kreuzung vor der Eiche in einem Rosenbeet aufgestellt.
Durch den späteren Straßenbau wurde der Stein unter die Eiche gesetzt. Er wurde nun (60 Jahre nach der Zerstötung Pforzheims) ausgegraben, durch den Steinmetz Müller (Eutingen) überarbeitet und findet nunmehr 2005
einen neuen Platz in den Anlagen der Schwalbenstraße, zum Gedenken für die zukünftigen Generationen.
Im Jahre 1957 wurde in der Einmündung Mäuerachstraße und Gartenweg der Eiche ein „Pumphäusle“ für Frischwasser in Betrieb genommen.





Version vom 17. Januar 2010, 10:42 Uhr

Mäuerach aus Blickrichtung Redtenbacherstraße
Mäuerach aus Blickrichtung Gruegstattweg

Mäuerach ist ein Stadtviertel in Pforzheim. Das Viertel war zunächst ein Gartengebiet. Nach dem Luftangriff auf Pforzheim 1945 fanden viele Pforzheimer in den Gartenhäusern eine erste Bleibe und das Gebiet entwickelte sich zur Wohnsiedlung.

In der kommunalen Statistik wird es zu Eutingen gezählt.

Geschichte

Mäuerach entwickelte sich aus dem Namen Mäurach, Meurach, Meyrach, Meyrich und Murach. Schon im Jahre 1277 ist hier ein Wohnplatz nachgewiesen. Aus den Archiven ist ersichtlich, daß ein Bewohner im Gebiet Mäuerach, namens „Albertus de Murach“, eine halbe Hube (Tagwerk) Zinsen an das Frauenkloster in Pforzheim gegeben hat (Spez.Bad.Durl.38,58). Es ist eine Annahme, daß der Name Mäuerach von der Sippe de Murach abstammt. Eine andere Vermutung ist, daß der Name von Eyrich stammt, der dort wo dieser Name auftaucht, ein untererdiges, den Pflug behinderndes Mauerwerk römischen Ursprungs bedeutet. Die Schreibweise Meyrich für dieses Gebiet ist von 1333 bis 1733 aktenkundig.

Ein Teil des Waldgebietes wurde 1793 abgeholzt und mit Kirschenbäumen bepflanzt. Die Kirschenblüte im Frühjahr war ein beliebtes Ausflugsziel für die Pforzheimer und die Enzkreisbevölkerung, deshalb entstand im Volksmund die Ortsbezeichnung "Kirschenmäurich". Im Jahre 1815 wurde erstmals die Schreibweise "Meyrach“ verwendet.

Bereits im Jahre 1914/1915 während des ersten Weltkrieges verkaufte das Dorf Eutingen Grundstücke im Gebiet Mäuerach an Pforzheimer Bürger, die dort Gärten anlegten. Die verkauften Grundstücke waren Wiesen und Felder. Frischwasserstellen waren nicht vorhanden, und die Elektrifizierung der Außenbezirke der Stadt Pforzheim ließ noch auf sich warten. Aber der Not gehorchend - es war ja Krieg - wurden die Wiesen umgegraben und in Gärten umgestaltet. Es wurde Gemüse, Beerenobst, Kern - und Steinobst gepflanzt. Beide Seiten des Weges, der jetzigen Mäuerachstraße und des Gartenweges, waren mit großen, alten Kirschenbäumen bepflanzt, und wenn im Frühjahr die Bäume blühten, war es eine Pracht diese anzusehen. Die Ernte dieser Bäume fiel oft mager aus, da sich die vielen Vögel an den Früchten erfreuten. Nach dem Krieg 1919 -1923 gab es eine schwere Zeit durch die Inflation, so daß man an den Erträgen der Gärten recht dankbar war. 1939 begann der zweite Weltkrieg, und die Gartenbesitzer waren froh an ihrem frischen Gemüse. Am Ende des zweiten Weltkrieges am 23. Februar 1945 erfolgte der unheilvolle Großangriff der britischen Kampfbomber auf Pforzheim, bei dem mehr als 17000 Menschen in einer Nacht den Tod fanden. Die Häuser wurden zertrümmert, viele Keller wurden verschüttet und die Menschen erstickten oder verbrannten..

Die Stadt Pforzheim wurde total vernichtet und die Gartenhäuschen im Mäueracher Gebiet wurden zu Notunterkünften von den ausgebombten Pforzheimer Besitzern umfunktioniert. Es waren Notquartiere ohne Wasser und Strom. Als Beleuchtung dienten Kerzen oder Hindenburglichter, als Wasser verwendete man das gesammelte Regenwasser oder man mußte in geeigneten Behältern vom Tal in der Nähe der Firma Saacke das Wasser holen und den Berg heraufziehen. Im Laufe des Jahres 1945 hatten die Mäueracher viele Probleme zu lösen. Eines davon war das Wäsche waschen. Dazu diente nur das aufgefangene Regenwasser und im Winter wurde der Schnee aufgetaut. Zum Nachspülen der Wäsche durfte man ins Wasserwerk an der Kanzlerstraße fahren. Die Wäsche wurde mit dem Handwagen, oder im Winter mit dem Schlitten transportiert. Eine große Anstrengung war es, den steilen Weg bergauf ins Mäuerach zu bewältigen.Gegen Ende des Jahres 1945 versprach der damalige Bürgermeister von Eutingen, Herr Seftz, daß die Mäueracher Gartenhäuser durch eine Eutinger Elektrofirma (Härlin - auch ohne offizielle Genehmigung -) Strom erhalten würden. Nach entsprechender Anweisung haben die Männer von Mäuerach die angezeichneten Bäume, die für Strommasten geeignet waren, im Wald geschlagen. Das Entasten und Entrinden der Bäume übernahmen die Frauen So entstanden die benötigten Stromleitungsmasten. Beim Graben der Löcher und Setzen der Masten haben alle damaligen Mäueracher mitgeholfen, Der damalige junge Herr Carl wurde durch seinen Kommandoruf "zugleich“ bekannt Überglücklich waren die Menschen als das erste elektrische Licht im Gartenhaus brannte und die Elektrokocher angeschlossen werden konnten, Im Jahre 1949 wurde die Wasserver- und Entsorgung in Angriff genommen. Die Gräben zum Verlegen der Wasserrohre wurden von den damaligen Anwohnern In Eigenleistung mit Spaten, Pickel und Schaufel ausgehoben. Oftmals wurde eine Grabentiefe von 4 Metern benötigt. Es gab keine Hilfe durch Bagger oder Maschinen, Nachdem endlich Wasser vorhanden war, wurde dies mit einem Wasserfest an Pfingsten im Jahre 1949 gefeiert. Im Jahre 1950/1951 wurde die Mäueracher Siedlergemeinschaft gegründet. Als Versammlungsort diente der Platz unter der Mäueracher Eiche, dem Wahrzeichen des Bürgervereins Mäuerach e.V. Dte Gründer waren die Herren Lust, Heinrich Hugf Waizenegger, Willy Maulbetsch und im Ausschuß waren die Herren Karl Bätzner, Römer, Fuchs und Eugen Maulbetsch. Inzwischen bemühte sich jeder Mäueracher seine Wohnverhältnisse in den Gartenhäusern zu verbessern. Man ging nach Pforzheim und suchte nach Material und Gegenständen, die noch brauchbar waren, Wenn man noch etwas fand, war man glücklich. Was an Verwendbarem gefunden wurde, wurde mit dem Handwagen, oder wenn man Glück hatte, mit dem Auto nach Mäuerach gefahren. Ab dem Jahre 1949 wurde der Gottesdienst in der Gaststätte Mäurach abgehalten und erst im Jahre 1951 wurde mit Hilfe der Mäueracher Bewohner und Pfarrer Schlesinger eine provisorische Kirche und 1958 der Glockenturm aufgebaut, die für die wenigen Anwohner des Mäueracher Ortsteiles ausreichte. Im Jahre 1953 wurde auf Initiative der damaligen Siedlergesellschaft von Herrn Fritz Libau, einem aus den deutschen Ostgebieten vertriebenen Maurermeister, ein Erinnerungsstein gefertigt .Dieser erinnert an den Großangriff am 23. Februar 1945 auf Pforzheim. Als Denkmal wurde dieser Stein inmitten der Kreuzung vor der Eiche in einem Rosenbeet aufgestellt. Durch den späteren Straßenbau wurde der Stein unter die Eiche gesetzt. Er wurde nun (60 Jahre nach der Zerstötung Pforzheims) ausgegraben, durch den Steinmetz Müller (Eutingen) überarbeitet und findet nunmehr 2005 einen neuen Platz in den Anlagen der Schwalbenstraße, zum Gedenken für die zukünftigen Generationen. Im Jahre 1957 wurde in der Einmündung Mäuerachstraße und Gartenweg der Eiche ein „Pumphäusle“ für Frischwasser in Betrieb genommen.