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Julius Helmstädter: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Ernst Feuerle (Diskussion | Beiträge)
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'''Julius Helmstädter''' (17. 7. 1879 Pforzheim 11. 2. 1945 Konzentrationslager Dachau) war Gegner und Opfer der Nationalsozialisten
'''Julius Helmstädter''' (*[[17. Juli]] [[1879]] in [[Pforzheim]]; [[11. Februar]] [[1945]] im Konzentrationslager Dachau) war Gegner und Opfer des [[Nationalsozialismus]].




== Herkunft ==
== Herkunft ==


Julius Helmstädter wird 1879 als Sohn eines Schmuckarbeiters in Pforzheim geboren, über die Mutter ist nichts bekannt. Nach einer Maurerlehre verlässt er 1897 Pforzheim und arbeitet in Edingen bei Mannheim als Maurer.
Julius Helmstädter wird 1879 als Sohn eines [[Schmuck]]arbeiters in Pforzheim geboren, über die Mutter ist nichts bekannt. Nach einer Maurerlehre verlässt er 1897 Pforzheim und arbeitet in Edingen bei Mannheim als Maurer.


== Gemeinderat und Landtagsabgeordneter ==
== Gemeinderat und Landtagsabgeordneter ==


1907 wird er Vorsitzender der Edinger SPD, an deren Spitze er bis 1933 bleibt. 1912 wird er Gemeinderat und bleibt dies bis zur Machtübernahme der NSDAP 1933. 1929 kandidiert er ohne Erfolg für den badischen Landtag, rückt dann aber 1932 für den verstorbenen Bernhard Gehweiler ins Landesparlament nach. Helmstädter erlebt dort allerdings nur noch den Niedergang der Demokratie und den Beginn der NS-Diktatur.
1907 wird er Vorsitzender der Edinger SPD, an deren Spitze er bis 1933 bleibt. 1912 wird er Gemeinderat und bleibt dies bis zur Machtübernahme der [[NSDAP]] 1933. 1929 kandidiert er ohne Erfolg für den [[Baden|badischen]] Landtag, rückt dann aber 1932 für den verstorbenen Bernhard Gehweiler ins Landesparlament nach. Helmstädter erlebt dort allerdings nur noch den Niedergang der Demokratie und den Beginn der NS-Diktatur.


== 1944: Aktion Gitter ==
== 1944: Aktion Gitter ==


1933 sitzt er sechs Monate in Mannheim im Gefängnis. Nach dem Attentat am 20. Juli 1944 wird er – wie über 5000 Regime-Gegner im ganzen Reich - im Zuge der „Aktion Gitter“ verhaftet, ab dem 29. August 1944 ist er wie 14 frühere sozialdemokratische und kommunistische Stadtverordnete aus Pforzheim im Konzentrationslager Dachau eingesperrt; neun der 14 Inhaftierten sind namentlich bekannt: Wilhelm Doll, Josef Hils, Joseph Hoffmann, Heinrich Jäger, Gottlieb Mössinger, Rudolf Pöhler, Richard Raisch, Ernst Stoll und August Weik.
1933 sitzt er sechs Monate in Mannheim im Gefängnis. Nach dem Attentat am 20. Juli 1944 wird er – wie über 5.000 Regimegegner im ganzen Reich im Zuge der „Aktion Gitter“ verhaftet, ab dem 29. August 1944 ist er wie 14 frühere sozialdemokratische und kommunistische Stadtverordnete aus Pforzheim im Konzentrationslager Dachau eingesperrt; neun der 14 Inhaftierten sind namentlich bekannt: Wilhelm Doll, Josef Hils, Joseph Hoffmann, Heinrich Jäger, Gottlieb Mössinger, Rudolf Pöhler, Richard Raisch, Ernst Stoll und August Weik.


Julius Helmstädter „stirbt“ am 11. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau unter unbekannten Umständen kurz vor Kriegsende bzw. der Befreiung.
Julius Helmstädter „stirbt“ am 11. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau unter unbekannten Umständen kurz vor Kriegsende bzw. der Befreiung.
== Literatur ==
== Literatur ==
* „Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, Hrsg: [[Stadtjugendring Pforzheim]], Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995

* „Mut zum Widerstehen“, Ausstellung Pforzheim 1933 – 1945, Dokumentation der Ausstellungstafeln, HRSG: Stadtjugendring Pforzheim, Redaktion: Gerhard Brändle, Pforzheim, 1995

* Hermann Rapp, Aus schwerer und bewegter Zeit, Pforzheim, 1975
* Hermann Rapp, Aus schwerer und bewegter Zeit, Pforzheim, 1975

* August Weik, Meine Lebensgeschichte, Pforzheim, 1957 (ungedruckt)
* August Weik, Meine Lebensgeschichte, Pforzheim, 1957 (ungedruckt)
* [http://spdnet.sozi.info/bawue/rhn/edneck/index.php?nr=30&menu=1 Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung (NZV) vom 9.4.2005]


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== Link ==
[[Kategorie:Person]]

http://spdnet.sozi.info/bawue/rhn/edneck/index.php?nr=30&menu=1

Version vom 4. März 2008, 14:33 Uhr

Julius Helmstädter (*17. Juli 1879 in Pforzheim; † 11. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau) war Gegner und Opfer des Nationalsozialismus.


Herkunft

Julius Helmstädter wird 1879 als Sohn eines Schmuckarbeiters in Pforzheim geboren, über die Mutter ist nichts bekannt. Nach einer Maurerlehre verlässt er 1897 Pforzheim und arbeitet in Edingen bei Mannheim als Maurer.

Gemeinderat und Landtagsabgeordneter

1907 wird er Vorsitzender der Edinger SPD, an deren Spitze er bis 1933 bleibt. 1912 wird er Gemeinderat und bleibt dies bis zur Machtübernahme der NSDAP 1933. 1929 kandidiert er ohne Erfolg für den badischen Landtag, rückt dann aber 1932 für den verstorbenen Bernhard Gehweiler ins Landesparlament nach. Helmstädter erlebt dort allerdings nur noch den Niedergang der Demokratie und den Beginn der NS-Diktatur.

1944: Aktion Gitter

1933 sitzt er sechs Monate in Mannheim im Gefängnis. Nach dem Attentat am 20. Juli 1944 wird er – wie über 5.000 Regimegegner im ganzen Reich – im Zuge der „Aktion Gitter“ verhaftet, ab dem 29. August 1944 ist er wie 14 frühere sozialdemokratische und kommunistische Stadtverordnete aus Pforzheim im Konzentrationslager Dachau eingesperrt; neun der 14 Inhaftierten sind namentlich bekannt: Wilhelm Doll, Josef Hils, Joseph Hoffmann, Heinrich Jäger, Gottlieb Mössinger, Rudolf Pöhler, Richard Raisch, Ernst Stoll und August Weik.

Julius Helmstädter „stirbt“ am 11. Februar 1945 im Konzentrationslager Dachau unter unbekannten Umständen kurz vor Kriegsende bzw. der Befreiung.

Literatur