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Die Alte Apotheke ist die ursprüngliche Apotheke von Calw. Zur „alten“ Apotheke wurde sie, als 1806 eine zweite Apotheke in Calw genehmigt und eröffnet wurde. |
Die Alte Apotheke ist die ursprüngliche Apotheke von Calw. Zur „alten“ Apotheke wurde sie, als 1806 eine zweite Apotheke in Calw genehmigt und eröffnet wurde. |
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Um 1800 wurde die Apotheke von [[Carl Engelhard Gaupp]] († 1826) betrieben. Spätestens 1814 übernahm dann dessen Sohn [[Carl Gaupp]] (1780-1823), der geisteskrank wurde und früh starb. Die Witwe Gaupp verkaufte die Apotheke an Jakob Friedrich Staelin, dessen Schwiegersohn [[Jakob Ludwig Federhaff]] († 1840) die Apotheke fortführte. Zu jener Zeit kooperierten die Alte und die Neue Apotheke immer wieder geschäftlich und betrieben auch eine gemeinsame Filiale in Liebenzell. Nach Federhaffs frühem Tod ließ seine Witwe die Apotheke zunächst von Geschäftsführern weiter führen. 1845 wurde den Apothekern der Betrieb der Filalapotheke in Liebenzell entzogen. Drei der Federhaff-Söhne wurden Apotheker und so konnte die Apotheke wieder von der Familie selbst betrieben werden. Der Sohn Karl verstab 1872. Sein Bruder Adolf Federhaff war Direktor einer chemischen Fabrik in Laufach und kam erst nach der Erkrankung von Karl nach Calw zurück, aber schon 1878 kehrte er der Stadt wieder den Rücken, um in Kreuznach eine eigene chemische Fabrik zu gründen. Lediglich der dritte Bruder [[Wilhelm Federhaff]] (1836-1899) widmete sich beim Tod der Mutter 1879 noch der Apotheke und verkaufte sie nach dem Tod der Mutter an [[Gottlob Christian Stein]] (1850-1922) aus Walddorf bei Tübingen. Stein gab das Geschäft 1891 auf, |
Um 1800 wurde die Apotheke von [[Carl Engelhard Gaupp]] († 1826) betrieben. Spätestens 1814 übernahm dann dessen Sohn [[Carl Gaupp]] (1780-1823), der geisteskrank wurde und früh starb. Die Witwe Gaupp verkaufte die Apotheke an Jakob Friedrich Staelin, dessen Schwiegersohn [[Jakob Ludwig Federhaff]] († 1840) die Apotheke fortführte. Zu jener Zeit kooperierten die Alte und die Neue Apotheke immer wieder geschäftlich und betrieben auch eine gemeinsame Filiale in Liebenzell. Nach Federhaffs frühem Tod ließ seine Witwe die Apotheke zunächst von Geschäftsführern weiter führen. 1845 wurde den Apothekern der Betrieb der Filalapotheke in Liebenzell entzogen. Drei der Federhaff-Söhne wurden Apotheker und so konnte die Apotheke wieder von der Familie selbst betrieben werden. Der Sohn Karl verstab 1872. Sein Bruder Adolf Federhaff war Direktor einer chemischen Fabrik in Laufach und kam erst nach der Erkrankung von Karl nach Calw zurück, aber schon 1878 kehrte er der Stadt wieder den Rücken, um in Kreuznach eine eigene chemische Fabrik zu gründen. Lediglich der dritte Bruder [[Wilhelm Federhaff]] (1836-1899) widmete sich beim Tod der Mutter 1879 noch der Apotheke und verkaufte sie nach dem Tod der Mutter an [[Gottlob Christian Stein]] (1850-1922) aus Walddorf bei Tübingen, der 1865 bis 1868 Lehrling in der Apotheke gewesen war. Stein gab das Geschäft 1891 auf, zog nach Tübingen, und verkaufte die Apotheke an [[Theodor Wieland]] (1864-1933), der von 1879 bis 1882 in der Apotheke gelernt hatte und 1893 Schwiegersohn von Wilhelm Federhaff wurde, und [[Eugen Pfleiderer]] (1862-1940), Apotheker aus Ammertsweiler bei Weinsberg. 1896 erwarb Wieland auch den Anteil Pfleiderers. 1914 verkaufte Wieland die Apotheke an [[Friedrich Carl Reichmann]] (1886-1963), führte jedoch die Geschäfte noch länger weiter, da Reichmann während des Ersten Weltkriegs im Feld stand. Auch im Zweiten Weltkrieg diente Reichmann als Offizier. Von ihm pachtete 1958 sein Schwiegersohn Helmut Graepel die Apotheke. |
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Version vom 1. März 2020, 23:54 Uhr
Die Alte Apotheke Calw ist eine Apotheke in der Innenstadt von Calw.
Inhaber ist Frank Adam-Ruckhaberle.
Geschichte
Die Alte Apotheke ist die ursprüngliche Apotheke von Calw. Zur „alten“ Apotheke wurde sie, als 1806 eine zweite Apotheke in Calw genehmigt und eröffnet wurde.
Um 1800 wurde die Apotheke von Carl Engelhard Gaupp († 1826) betrieben. Spätestens 1814 übernahm dann dessen Sohn Carl Gaupp (1780-1823), der geisteskrank wurde und früh starb. Die Witwe Gaupp verkaufte die Apotheke an Jakob Friedrich Staelin, dessen Schwiegersohn Jakob Ludwig Federhaff († 1840) die Apotheke fortführte. Zu jener Zeit kooperierten die Alte und die Neue Apotheke immer wieder geschäftlich und betrieben auch eine gemeinsame Filiale in Liebenzell. Nach Federhaffs frühem Tod ließ seine Witwe die Apotheke zunächst von Geschäftsführern weiter führen. 1845 wurde den Apothekern der Betrieb der Filalapotheke in Liebenzell entzogen. Drei der Federhaff-Söhne wurden Apotheker und so konnte die Apotheke wieder von der Familie selbst betrieben werden. Der Sohn Karl verstab 1872. Sein Bruder Adolf Federhaff war Direktor einer chemischen Fabrik in Laufach und kam erst nach der Erkrankung von Karl nach Calw zurück, aber schon 1878 kehrte er der Stadt wieder den Rücken, um in Kreuznach eine eigene chemische Fabrik zu gründen. Lediglich der dritte Bruder Wilhelm Federhaff (1836-1899) widmete sich beim Tod der Mutter 1879 noch der Apotheke und verkaufte sie nach dem Tod der Mutter an Gottlob Christian Stein (1850-1922) aus Walddorf bei Tübingen, der 1865 bis 1868 Lehrling in der Apotheke gewesen war. Stein gab das Geschäft 1891 auf, zog nach Tübingen, und verkaufte die Apotheke an Theodor Wieland (1864-1933), der von 1879 bis 1882 in der Apotheke gelernt hatte und 1893 Schwiegersohn von Wilhelm Federhaff wurde, und Eugen Pfleiderer (1862-1940), Apotheker aus Ammertsweiler bei Weinsberg. 1896 erwarb Wieland auch den Anteil Pfleiderers. 1914 verkaufte Wieland die Apotheke an Friedrich Carl Reichmann (1886-1963), führte jedoch die Geschäfte noch länger weiter, da Reichmann während des Ersten Weltkriegs im Feld stand. Auch im Zweiten Weltkrieg diente Reichmann als Offizier. Von ihm pachtete 1958 sein Schwiegersohn Helmut Graepel die Apotheke.
Adresse
- Alte Apotheke Calw
- Marktstraße 11
- 75323 Calw
- Telefon: (0 70 51) 21 33
Literatur
- Ernst Rheinwald: Die Geschichte der Calwer Apotheken, in: Beiträge zur Württembergischen Apothekengeschichte V, 1960-1962, S. 19-22 und 47-52
- A. Wankmüller: Die Apotheker der Geburtsjahrgänge 1801 bis 1900 im Schwarzwald-kreis des Königreichs Württemberg, 2. Folge: Baiersbronn bis Dunningen, in: Beiträge zur Württembergischen Apothekengeschichte XIV, 1983, S. 138-145.)