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Nürnberger Hof (Pforzheim): Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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== Lage und Umgebung ==
== Lage und Umgebung ==
Das Hotel Nürnberger Hof befand sich an der Ispringer Straße Ecke Westliche Karl Friedrichstraße und war benachbart vom Bohnenberger Schlößle, das als Arbeitsamt diente, jedoch nicht in dieser Zeit.
Das Hotel Nürnberger Hof befand sich an der [[Ispringer Straße]] Ecke [[Westliche Karl-Friedrich-Straße]] und war benachbart vom Bohnenberger Schlößle, das als Arbeitsamt diente, jedoch nicht in dieser Zeit.


== Geschichte ==
== Geschichte ==

Version vom 27. November 2019, 01:27 Uhr

Lage und Umgebung

Das Hotel Nürnberger Hof befand sich an der Ispringer Straße Ecke Westliche Karl-Friedrich-Straße und war benachbart vom Bohnenberger Schlößle, das als Arbeitsamt diente, jedoch nicht in dieser Zeit.

Geschichte

Auf der den seither beschriebenen Häusern gegenüber liegenden Seite der Pforzheimer Hauptstraße, der Westlichen Karl-Friedrich-Straße Nr. 86, stand das durch seine beherrschende Lage das Stadtbild besonders belebende ,,Bohnenberger'sche Schlößle", wie es die Pforzheimer nannten. Der erste in Pforzheim ansässige Bohnenberger war der Bijouteriefabrikant Friedrich Bohnenberger, der im Jahre 1792 als Teilhaber in das Geschäft seines Schwagers Kiehnle eintrat. Als Beispiel der günstigen Entwicklung der Pforzheimer Schmuckindustrie im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts erwähnt einmal der bekannte Obervogt Baumgärtner, dass, als sich die beiden Schwäger nach sieben Jahren trennten und jeder seine eigene Fabrik weiterführte, jer der Beiden einen Gewinnanteil von 200 000 Gulden ausbezahlt erhielt, - für damalige Verhältnisse eine gewaltige Summe. Jenes Bohnenberger’sche Geschäft befand sich in der Lammgasse, wo auch die Wohnung des Inhabers war. Nach dem Tode Friedrich Bohnenbergers führte sein Schwiegersohn Fink das Geschäft noch einige Zeit weiter; es scheint in den Sechzigerjahren aufgegeben worden zu sein. Der im Jahre 1804 geborene Sohn Friedrich Bohnenbergers, Theodor Bohnenberger, erwarb schon in jungen Jahren eine alte Papiermühle in Niefern, die zu einer großen Papierfabrik ausgebaut wurde, die heute noch existiert. Im Jahre 1825 verheiratete er sich mit Emilie Dennig, der Tochter des Erbauers der Villa Gülich, Georg Jakob Dennig. Da für die Gegend außerhalb der Brötzinger Vorstadt von Weinbrenner ein Bebauungsplan ausgearbeitet worden war, teilte im März 1826 Theodor Bohnenberger dem Großherzog Ludwig mit, daß er beabsichtige, dort ein Haus ,,in edlem Style“ zu erstellen. Es sollte ,,einen freundlichen Anblick gewähren“ und fünfzig Fuß hinter der Straßenfront liegen. Die Bauinspektion verlangte, dass die Mauer zehn Fuß von der Straße zurückgestellt werde. Den Entwurf für das Haus lieferte der Weinbrennerschüler Karl August Schwarz. Als Bauzeit war auf einer Inschrifttafel das Jahr 1826 angegeben. Zu dem Anwesen gehörte ein großer Park, der entlang der Westlichen Karl-Friedrich-Straße bis zur heutigen Berliner Straße und im Norden über die später durchgeführte Luisenstraße reichte. Das Wohnhaus wurde nach einem streng symmetrischen Grundriss erstellt. Es besaß einen sehr großen gewölbten Keller, zu dem von der Straße her eine Zufahrt führte; in diesem Keller betrieb der Besitzer neben seinem sonstigen Beruf einen Weinhandel. Über dem Kellereingang befand sich das Hauptportal des Hauses, zu dem von der Straße aus eine doppelte Auffahrtsrampe führte. Südlich und nördlich überragten dreiachsige ,,,Risalite", also Aufbauten, das Dachgeschoss und auch die beiden Seitenfronten besaßen solche kleinere Aufbauten, sodass das Gebäude eine reich gegliederte Form hatte. Durch seine beherrschende Lage hoch über der Straße, seine edlen Formen, seine im gleichen Stil gehaltenen Hintergebäude mit Stallungen, Remisen usw. machte das Anwesen inmitten des großen Parkes einen wahrhaft herrschaftlichen Eindruck. Im Inneren des Hauses führte vom Haupteingang her ein Korridor, flankiert von kleineren Räumen, zu einem hohen, auf vier jonischen Säulen ruhenden Mittelraum, der an der Nordseite zu einer halbrunden Apsis endete, an deren Rundung eine breite Wendeltreppe ins Obergeschoss führte. An der Südfront des Oberstocks befand sich ein großer, ein halbes Stockwerk höherer Festsaal mit drei großen Fenstern sowie zwei dazu gehörigen Nebenräumen. Die geräumigen Wohnräume lagen auf beiden Stockwerken an der Ost- und Westfront des Hauses. Nur eine Generation hindurch hat dies schöne Haus als vornehmer Wohnsitz gedient. Man konnte sich auch in späteren Zeiten, als das gesellschaftliche Leben in dem Schlößchen längst aufgehört hatte, gut vorstellen, wie eindrucksvoll dies stilvolle Haus früher gewirkt haben muss. Dass aber die Familie Bohnenberger neben ihren geschäftlichen und gesellschaftlichen Interessen auch einen Sinn für geistige Dinge hatte, geht daraus hervor, dass der bekannte Heidelberger Philosophieprofessor Kuno Fischer, der einige Jahre als Hauslehrer in der Familie Bohnenberger gewirkt hatte, eine seiner ersten Veröffentlichungen der Frau Emilie Bohnenberger-Dennig mit einer sehr schönen Würdigung gewidmet hat! Nach dem Tode von Theodor Bohnenberger im Jahre 1864 ist die Familie Bohnenberger aus Pforzheim weggezogen. Jahrzehntelang lag nun das schöne Schlößchen inmitten des nach und nach verwildernden Parkes wie ein verwunschenes Märchenschloss. In einem der Hintergebäude befand sich noch lange das kaufmännische Büro der Nieferner Papierfabrik, deren Geschäftsführer täglich in ihrem ,,Chaisle“ nach Niefern fuhren. Im Jahre 1897 beabsichtigte die Familie Bohnenberger ihr Pforzheimer Besitztum zu verkaufen, da es für sie keinen praktischen Wert mehr hatte. Zum Leidwesen vieler Pforzheimer konnten sich die Pforzheimer Stadtväter, bei denen damals das Wort ,,Sparen“, sehr groß geschrieben wurde, nicht dazu entschließen, das gesamte Besitztum zu erwerben und den schönen Garten als öffentlichen Park zu erhalten. Nur das Haus und der nördlich anschließende kleine Teil des Parkes, wurde von der Stadt angekauft. Es bestand der Plan, anstelle des Schlößchens einen Theaterbau zu erstellen, der aber nie zur Ausführung kam. So wurde der große Park ,,ausgeschlachtet" und an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße, der Ispringer-, heutigen Berliner Straße, an der verlängerten Goethestraße und an der neu durchgeführten Kiehnlestraße entstanden lange Reihen von Mietshäusern. Das Wohnhaus wurde zu mancherlei Zwecken verwendet. Es befand sich dort das Arbeitsamt; und als dieses im Jahre 1928 sein eigenes Gebäude erstellte, die von Stadtrat Alfons Kern gegründete städtische Gemäldesammlung. Im Erdgeschoss war die Stadtbücherei. In dem westlichen Hintergebäude war zunächst eine Kinderkrippe, seit dem Jahre 1936 das Stadtarchiv. Im Zweiten Weltkrieg wurde der große Keller als öffentlicher Luftschutzkeller eingerichtet, in dem sich am 23. Februar 1945 schwere Tragödien abspielten. An diesem Unglückstag wurde das Anwesen völlig zerstört. Nach dem Krieg wurde der südliche Teil des Geländes zum Parkplatz und der nördliche an der Kiehnlestraße zum Kinderspielplatz und Pausenhof für die Schüler/innen des benachbarten Hilda-Gymnasiums. Trotz vieler Proteste aus der Bürgerschaft plant die Stadt Pforzheim 2000/2001, das Gelände an einen privaten Investor zu verkaufen. Bald danach beginnen die Bauarbeiten, und auf dem Bohnenberger’schen Gelände entsteht ein großes Einkaufzentrum.... die im Jahre 2005 eröffnete „Schlössle-Galerie“. Sic transit gloria mundi!

Vorschau/Arbeitsplatz - Henriette lerne!