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Fritz Roth: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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'''Fritz Roth''' (* [[Geburtsjahr::1878]]; † [[Todesjahr::1968]]) war Ingeuniers und 1948 Beigeordneter und Stadtbaurat a. D. von Wuppertal. Er war zuvor von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in Pforzheim gewesen. <ref>Andrea Binz-Rudek:''Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief?''. In: Archivmagazin Nr. 2015/2 Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf]</ref>Als Wuppertaler Stadtbaurat wurde er als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen wurde um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten.
'''Fritz Roth''' (* [[Geburtsjahr::1878]]; † [[Todesjahr::1968]]) war Ingeuniersund 1947 Beigeordneter und Stadtbaurat a. D. von Wuppertal. Er war zuvor von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in Pforzheim gewesen. <ref>Andrea Binz-Rudek:''Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief?''. In: Archivmagazin Nr. 2015/2 Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim [https://di0pda1wg490s.cloudfront.net/fileadmin/user_upload/archiv/pdf/archivmagazin_02-2015_online.pdf]</ref>Als Wuppertaler Stadtbaurat wurde er als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen wurde um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche Gutachten




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==Brief von Dr. Fritz Roth==
==Brief von Dr. Fritz Roth==


Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt. Der Inhalt ist weder spektakulär noch witzig, doch spiegelt sich der Zeitgeist wider. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche Gutachten. Eine Reise in das kriegszerstörte Pforzheim scheint für Fritz Roth ein kleines Abenteuer zu sein, da eine gesicherte Unterkunft und die Verpflegung reine Glücksachen sind.
Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt.



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Eilbrief!
:Eilbrief!
Zur Zeit: 216 Brunskappel, Kreis Brilon, Gasthof Börgner
:Zur Zeit: 216 Brunskappel, Kreis Brilon, Gasthof Börgner
27. August 1947
:27. August 1947
An Herrn stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg
:An Herrn stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg Pforzheim in Baden
:Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Pforzheim in Baden
:Ihre geschätzte Zuschrift vom 21. dieses Monats erreichte mich heute hierin der Sommerfrische. Ich danke Ihnen verbindlichst für die ehrende Anfrage und bin sehr gern bereit, Ihrer liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten. Ich habe deshalb vorhin folgendes Telegramm an Sie aufgegeben: „Anfrage vom 21. August erhalten. Kann ab Donnerstag, 4. September, in Pforzheim sein. Erbitte telegraphische Antwort nach Wuppertal, welcher Termin genehm.“ Ich kann also vom 4. September ab Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen, aber leider kaum früher, weil ich zwischenzeitlich noch dringliches erledigen muß. Sollte Herr Professor Abel nur vor dem 4. September Zeit verfügbar haben, so würde ich dies bedauern, aber für unbedenklich halten. Ich bitte, mir nicht verübeln zu wollen, wenn ich noch eine persönliche Bitte vorzutragen mir erlaube, die durch die Erfahrungen in der Nachkriegszeit bei meinen gutachterlichen Reisen ausgelöst wird. Ich wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zu großem Dank verpflichtet, wenn Ihre Verwaltung mir eine Unterkunft und Verpflegung beschaffen könnte. Beim Fehlen eines geeigneten Gasthofes wurde ich anderwärts schon in einem städtischen Heim oder
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Krankenhaus für die Dauer meines Aufenthaltes untergebracht. Ich werde übermorgen nach Wuppertal – Barmen zurückkehren und sehe dort Ihren weiteren sehr geschätzten Mitteilungen entgegen. Ich verbleibe mit größter Hochachtung
Ihre geschätzte Zuschrift vom 21. dieses Monats
:Ihr sehr ergebener
erreichte mich heute hierin der Sommerfrische. Ich danke Ihnen
:Dr. Roth
verbindlichst für die ehrende Anfrage und bin sehr gern bereit, Ihrer
:Beigeordneter und Stadtbaurat außer Dienst
liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten. Ich habe deshalb vorhin folgendes Telegramm an Sie aufgegeben: „Anfrage vom 21. August erhalten.
Kann ab Donnerstag, 4. September, in Pforzheim sein. Erbitte
telegraphische Antwort nach Wuppertal, welcher Termin genehm.“ Ich
kann
also vom 4. September ab Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen,
aber leider kaum früher, weil ich zwischenzeitlich noch dringliches erledigen muß. Sollte Herr Professor Abel nur vor dem 4. September
Zeit verfügbar haben, so würde ich dies bedauern, aber für unbedenklich halten.
Ich bitte, mir nicht verübeln zu wollen, wenn ich noch eine persönliche
Bitte vorzutragen mir erlaube, die durch die Erfahrungen in der
Nachkriegszeit bei meinen gutachterlichen Reisen ausgelöst
wird. Ich
wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zu großem
Dank
verpflichtet, wenn Ihre Verwaltung mir eine Unterkunft und
Verpflegung beschaffen könnte. Beim Fehlen eines geeigneten
Gasthofes wurde ich anderwärts schon in einem städtischen Heim
oder
Krankenhaus für die Dauer meines Aufenthaltes untergebracht.
Ich
werde übermorgen nach Wuppertal – Barmen zurückkehren und
sehe dort Ihren weiteren sehr geschätzten Mitteilungen entgegen.
Ich verbleibe mit größter Hochachtung
Ihr sehr ergebener
Dr. Roth
Beigeordneter und Stadtbaurat außer Diens


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Version vom 20. Juni 2019, 10:00 Uhr


Fritz Roth (* 1878; † 1968) war Ingeuniersund 1947 Beigeordneter und Stadtbaurat a. D. von Wuppertal. Er war zuvor von 1911 bis 1914 stellvertretender Leiter der Bauverwaltung in Pforzheim gewesen. [1]Als Wuppertaler Stadtbaurat wurde er als Gutachter vom Gemeinderat Pforzheims 1947 eingeladen wurde um über den Wiederaufbauplan der Innenstadt zu beraten. Er erstellte unter anderem Organisationspläne für die Wiener Bauverwaltung und verschiedene andere städtebauliche Gutachten


In seinem Gutachten über den Allgemeinen Verkehrs- und Bebauungssplan forderte Roth eine autogerechte Stadt. Im Oktober 1948 wurden Roths Vorschläge vom Gemeinderat angenommen und beschlossen.[2] Der im Jahre 1948 beschlossene Verkehrs- und Bebbaungsplan wollte „das Gewimmel von Gässchen und Sträßchen“[3] der „Altstadt“[3] beseitigen. Neu enstehen sollten „große Geschäfts und Ladenbauten“.[3] Die originalgetreue Rekonstruktion der Altstadt, so wie in Danzig, wurde in Pforzheim abgeleht: „Der Versuch, etwa mittelalterliche Straßenbilder herstellen zu wollen, wäre völlig abwegig.“.[3]

Brief von Dr. Fritz Roth

Der Brief von Dr. Fritz Roth (1878-1968) an den damals stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg vom 27. August 1947 wird hier kurz vorgestellt.


Eilbrief!
Zur Zeit: 216 Brunskappel, Kreis Brilon, Gasthof Börgner
27. August 1947
An Herrn stellvertretenden Oberbürgermeister Dr. Brandenburg Pforzheim in Baden
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Ihre geschätzte Zuschrift vom 21. dieses Monats erreichte mich heute hierin der Sommerfrische. Ich danke Ihnen verbindlichst für die ehrende Anfrage und bin sehr gern bereit, Ihrer liebenswürdigen Einladung Folge zu leisten. Ich habe deshalb vorhin folgendes Telegramm an Sie aufgegeben: „Anfrage vom 21. August erhalten. Kann ab Donnerstag, 4. September, in Pforzheim sein. Erbitte telegraphische Antwort nach Wuppertal, welcher Termin genehm.“ Ich kann also vom 4. September ab Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen, aber leider kaum früher, weil ich zwischenzeitlich noch dringliches erledigen muß. Sollte Herr Professor Abel nur vor dem 4. September Zeit verfügbar haben, so würde ich dies bedauern, aber für unbedenklich halten. Ich bitte, mir nicht verübeln zu wollen, wenn ich noch eine persönliche Bitte vorzutragen mir erlaube, die durch die Erfahrungen in der Nachkriegszeit bei meinen gutachterlichen Reisen ausgelöst wird. Ich wäre Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, zu großem Dank verpflichtet, wenn Ihre Verwaltung mir eine Unterkunft und Verpflegung beschaffen könnte. Beim Fehlen eines geeigneten Gasthofes wurde ich anderwärts schon in einem städtischen Heim oder

Krankenhaus für die Dauer meines Aufenthaltes untergebracht. Ich werde übermorgen nach Wuppertal – Barmen zurückkehren und sehe dort Ihren weiteren sehr geschätzten Mitteilungen entgegen. Ich verbleibe mit größter Hochachtung

Ihr sehr ergebener
Dr. Roth
Beigeordneter und Stadtbaurat außer Dienst

Einzelnachweise

  1. Andrea Binz-Rudek:Zu guter Letzt … ein unscheinbarer Brief?. In: Archivmagazin Nr. 2015/2 Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim [1]
  2. City-Konzepte, 1946-1959 . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 69-70.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Städtebauliche Megastrukturen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 97f.

Weblink

  • [2] Archivmagazin Nr. 2015/2

Neues aus dem Stadtarchiv Pforzheim