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Franziskanerkirche: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster''' befand sich an der Barfüßergasse in 75175 Pforzheim.


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[[Datei:Pforzheimer Kirchen, Klöster, geistliche Ordenshäuser in der Vorreformationszeit, Ausschnitt Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster.jpg|thumb|Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]
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Das '''Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster''' befand sich an der Barfüßergasse in 75175 Pforzheim.




== Lage und Umgebung ==
== Lage und Umgebung ==
2002 wurde am Straßenschild der Barfüßergasse eine Hinweistafel auf die "Judengasse" angebracht. Man vermutet die "[[Judengasse (Pforzheim)|Judengasse]]" um den westlichen Teil der heutigen [[Barfüßergasse]] am [[Blumenhof]]. Als eine nur vom Schloßberg aus zugängliche Hofgasse nahe Burg und Markt weise der Blumenhof, Timm zufolge, die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Judengasse auf. 1260 wurde bei der ersten Judenverfolgung in Pforzheim, das jüdische Viertel an der heutigen [[Barfüßergasse]] am [[Blumenhof]] vernichtet. Dort wurde später der „Barfüßerhof“ und der „Ledermarkt“ eröffnet. <ref> ''' Wo lag die alte Judengasse ? '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 174.</ref>


Vergleichbar ist diese Situation mit Nürnberg, wo die mittelalterliche Synagoge zur Kirche „Unserer Lieben Frau“ umgewidmet wurde und ein Marktplatz anstelle des abgebrochenen jüdischen Viertels treten sollte.


2002 wurde am Straßenschild der Barfüßergasse eine Hinweistafel auf die "Judengasse" angebracht. Man vermutet die "[[Judengasse (Pforzheim)|Judengasse]]" um den westlichen Teil der heutigen [[Barfüßergasse]] am [[Blumenhof]]. Als eine nur vom Schloßberg aus zugängliche Hofgasse nahe Burg und Markt weise der Blumenhof, Timm zufolge, die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Judengasse auf. 1260 wurde bei der ersten Judenverfolgung in Pforzheim, das jüdische Viertel an der heutigen [[Barfüßergasse]] am [[Blumenhof]] vernichtet. Dort wurde später der „Barfüßerhof“ und der „Ledermarkt“ eröffnet. <ref> ''' Wo lag die alte Judengasse ? '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 174.</ref>

Vergleichbar ist diese Situation mit Nürnberg, wo die mittelalterliche Synagoge zur Kirche „Unserer Lieben Frau“ umgewidmet wurde und ein Marktplatz anstelle des abgebrochenen jüdischen Viertels treten sollte.
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Bild:Barfuessergasse2.jpg|Straßenschild Barfüßergasse mit Hinweis auf historische Bezeichnung "Judengässlein"
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== Geschichte ==
== Geschichte ==



== Baugeschichte ==
== Baugeschichte ==



=== Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts <ref>'''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209-212.</ref>===
=== Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts <ref>'''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209-212.</ref>===
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== Baubeschreibung ==
== Baubeschreibung ==


=== Kirche. Außenbau <ref>'''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215-218.</ref>===
=== Kirche. Außenbau <ref>'''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215-218.</ref>===


Das Langhaus der Pforzheimer Franziskaner („Barfüßer“) Kirche gehörte nicht dem üblichen basilikalen Schema an. Es war vielmehr eine Saalbau mit drei gleichhohen Schiffen. Fraglich ist ob das hallenartigen Langhaus ein Gewölbe hatte . Kein einziges von der Wölbung stammendes Werkstück wurde gefunden. Daher kann ein flachgedecktes Langhaus angenommen werden. Das Langhaus wurde durch Pfeilerfundamente in drei genau gleich breite Schiffe eingeteilt. Es handelte sich hierbei um eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten eine „Pfeilersockelstärke“ (Querschnitt) von 90 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils sechs Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,50 m × 1,50 m. Die Fundamentabstände der 0, 90 m starken Pfeiler in den Seitenschiffen bis zur Außenwand betrugen 4 m. Im Mittelschiff etwa 4,30 m. In der Längsrichtung schwankten die Abstände der Pfeilerfundamente zwischen 3,10 und 3,50 m; also für die 0, 90 m starken Pfeiler etwa 3,70 m und 4,10 m. Das Langhaus war 35 m lang und 14,75 m breit. <ref>'''Reste vom Langhaus'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215f.</ref><ref>'''Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209f.</ref>
Das Langhaus der Pforzheimer Franziskaner („Barfüßer“) Kirche gehörte nicht dem üblichen basilikalen Schema an. Es war vielmehr eine Saalbau mit drei gleichhohen Schiffen. Fraglich ist ob das hallenartigen Langhaus ein Gewölbe hatte . Kein einziges von der Wölbung stammendes Werkstück wurde gefunden. Daher kann ein flachgedecktes Langhaus angenommen werden. Das Langhaus wurde durch Pfeilerfundamente in drei genau gleich breite Schiffe eingeteilt. Es handelte sich hierbei um eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten eine „Pfeilersockelstärke“ (Querschnitt) von 90 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils sechs Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,50 m × 1,50 m. Die Fundamentabstände der 0, 90 m starken Pfeiler in den Seitenschiffen bis zur Außenwand betrugen 4 m. Im Mittelschiff etwa 4,30 m. In der Längsrichtung schwankten die Abstände der Pfeilerfundamente zwischen 3,10 und 3,50 m; also für die 0, 90 m starken Pfeiler etwa 3,70 m und 4,10 m. Das Langhaus war 35 m lang und 14,75 m breit. <ref>'''Reste vom Langhaus'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215f.</ref><ref>'''Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209f.</ref>


Die einzige genaue Parallele zum Langhaus scheint die frühere Franziskanerkirche in Eisenach und die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn zu sein.
Die einzige genaue Parallele zum Langhaus scheint die frühere Franziskanerkirche in Eisenach und die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn zu sein.


Die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn war in der Zeit der Gotik eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten einen Querschnitt von 92 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils vier Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,60 m × 1,60 m, in einer Tiefe von 1,80 m. Die acht Pfeilerfundamente und die beiden Fundamentreihen waren derart angeordnet, dass sie das Kirchenschiff in Längsrichtung in drei fast gleich große Felder unterteilten.
Die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn war in der Zeit der Gotik eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten einen Querschnitt von 92 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils vier Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,60 m × 1,60 m, in einer Tiefe von 1,80 m. Die acht Pfeilerfundamente und die beiden Fundamentreihen waren derart angeordnet, dass sie das Kirchenschiff in Längsrichtung in drei fast gleich große Felder unterteilten.




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===== Ölgemälde =====
===== Ölgemälde =====


* im Chor: Zwei Gemälde der Konstanzer Malerin [[Marie Ellenrieder]], Öl auf Leinwand, Diese Gemälde wurden Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen und stammten ursprünglich aus der katholischen Pfarrkirche in Forbarch, :
* im Chor: Zwei Gemälde der Konstanzer Malerin [[Marie Ellenrieder]], Öl auf Leinwand, Diese Gemälde wurden Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen und stammten ursprünglich aus der katholischen Pfarrkirche in Forbarch:
# „ Geburt Christi“ (Nordwand). Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.
# „Geburt Christi“ (Nordwand). Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.
# „ Christi Auferstehung“ (Südwand) . Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.
# „Christi Auferstehung“ (Südwand) . Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.


* auf dem Emporengeschoss: Drei Gemälde, Öl auf Leinwand, um 1800
* auf dem Emporengeschoss: Drei Gemälde, Öl auf Leinwand, um 1800
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Datei:Marie Ellenrieder (geb. 20.3.1791 in Konstanz; gest. 5.6.1863 in Konstanz), Ölgemälde „Geburt Christi“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850.png|Ölgemälde „Geburt Christi“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850
Datei:Marie Ellenrieder (geb. 20.3.1791 in Konstanz; gest. 5.6.1863 in Konstanz), Ölgemälde „Geburt Christi“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850.png|Ölgemälde „Geburt Christi“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850
Datei:Marie Ellenrieder (geb. 20.3.1791 in Konstanz; gest. 5.6.1863 in Konstanz), Ölgemälde „Christi Auferstehung“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850.png|Ölgemälde „Christi Auferstehung“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850
Datei:Marie Ellenrieder (geb. 20.3.1791 in Konstanz; gest. 5.6.1863 in Konstanz), Ölgemälde „Christi Auferstehung“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850.png|Ölgemälde „Christi Auferstehung“ in der Pforzheimer Barfüßerkirche, geschaffen 1850

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Datei:Grabplatte mit Reliefdarstellung der Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552), gefunden 1938 im Langhaus der Franziskaner („Barfüßer“) Kirche in Pforzheim.png|Grabplatte mit Reliefdarstellung der Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552), gefunden 1938 im Langhaus der Franziskaner („Barfüßer“) Kirche in Pforzheim
Datei:Grabplatte mit Reliefdarstellung der Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552), gefunden 1938 im Langhaus der Franziskaner („Barfüßer“) Kirche in Pforzheim.png|Grabplatte mit Reliefdarstellung der Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552), gefunden 1938 im Langhaus der Franziskaner („Barfüßer“) Kirche in Pforzheim
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==== ab 1959 ====
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[[Datei:Franziskaner („Barfüßer“) Kirche, Christus-Korpus aus Süddeutschland (Umkreis der Zürn-Werkstatt), geschaffen um 1620.jpg|thumb|Christus-Korpus aus Süddeutschland (Umkreis der Zürn-Werkstatt), geschaffen um 1620]]
[[Datei:Franziskaner („Barfüßer“) Kirche, Christus-Korpus aus Süddeutschland (Umkreis der Zürn-Werkstatt), geschaffen um 1620.jpg|thumb|Christus-Korpus aus Süddeutschland (Umkreis der Zürn-Werkstatt), geschaffen um 1620]]
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<gallery caption="Die Farbglasfenster">
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Datei:Sepp (Josef) Frank (1889-1970), Farbglasfenster in der Barfüßerkirche, um 1941-1943 (1).png|Ostseite:Fenster mit Szenen aus dem Leben Jesu: Taufe, Emmaus-Jünger, Himmelfahrt.
Datei:Sepp (Josef) Frank (1889-1970), Farbglasfenster in der Barfüßerkirche, um 1941-1943 (1).png|Ostseite:Fenster mit Szenen aus dem Leben Jesu: Taufe, Emmaus-Jünger, Himmelfahrt.
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Datei:Sepp (Josef) Frank (1889-1970), Farbglasfenster in der Barfüßerkirche, um 1941-1943 (3).png|Mittleres Ostfenster: Hl. Maria als Himmelskönigin
Datei:Sepp (Josef) Frank (1889-1970), Farbglasfenster in der Barfüßerkirche, um 1941-1943 (3).png|Mittleres Ostfenster: Hl. Maria als Himmelskönigin

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===== Grabsteine =====
===== Grabsteine =====

*Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552)
*Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552)
*Luitgard Pfalzgräfin von Tübingen, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1374)
*Luitgard Pfalzgräfin von Tübingen, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1374)
*Lutigard Pfalzgräfin von Asperg, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1377)
*Lutigard Pfalzgräfin von Asperg, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1377)

*Petrus a Salazar, spanischer Soldat der kaiserlichen Armee, vor 1644, heute im Arkadengang des Hauptfriedhofs (S. 506)
*Petrus a Salazar, spanischer Soldat der kaiserlichen Armee, vor 1644, heute im Arkadengang des Hauptfriedhofs (S. 506)


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
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== Literatur ==
== Literatur ==


* '''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221.
* '''[[Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster]]'''. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221.
* ''' Barfüßergasse 10, Barfüßerchor '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 167-171.
* ''' Barfüßergasse 10, Barfüßerchor '''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 167-171.
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[[Kategorie:Judentum]]
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[[Kategorie:Kirche]]
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Version vom 9. Januar 2019, 08:53 Uhr

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Pforzheimer Kirchen, Klöster, geistliche Ordenshäuser in der Vorreformationszeit
Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster

Das Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster befand sich an der Barfüßergasse in 75175 Pforzheim.

Lage und Umgebung

2002 wurde am Straßenschild der Barfüßergasse eine Hinweistafel auf die "Judengasse" angebracht. Man vermutet die "Judengasse" um den westlichen Teil der heutigen Barfüßergasse am Blumenhof. Als eine nur vom Schloßberg aus zugängliche Hofgasse nahe Burg und Markt weise der Blumenhof, Timm zufolge, die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Judengasse auf. 1260 wurde bei der ersten Judenverfolgung in Pforzheim, das jüdische Viertel an der heutigen Barfüßergasse am Blumenhof vernichtet. Dort wurde später der „Barfüßerhof“ und der „Ledermarkt“ eröffnet. [1]

Vergleichbar ist diese Situation mit Nürnberg, wo die mittelalterliche Synagoge zur Kirche „Unserer Lieben Frau“ umgewidmet wurde und ein Marktplatz anstelle des abgebrochenen jüdischen Viertels treten sollte.

Geschichte

Baugeschichte

Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts [2]

Das Kloster gab es seit 1270. Nach der 1686 erschienen Chronik des Fortunatus Hueber haben die Pforzheimer Franziskaner schon im Jahre 1274 ein „vollkomne ausgebawte Kirchen und Gotteshauß bewohnt“. Emil Lacroix zufolge sei diese „kurze Bauzeit ... mit den Bauformen des ausgebauten Kirchengebäudes nicht in Einklang zu bringen“.

Bautätigkeit um 1415 [3]

Ehemaliger Dachreiter:
Der 1419 verstorbene Straßburger Münsterbaumeister Ulrich von Ensingen entwarf den Dachreiter im Stil der Spätgotik. [4] Das Hauptportal mit gestuften Gewänden stammte von 1416.

Bauliche Maßnahmen im 17. und 18. Jahrhundert [5]

1689 brannte das Langhaus bis auf die Grundmauern nieder. Der Chor und der zwischen Chor und Schiff aufsitzende Dachreiter standen noch. Im Jahre 1747 war der Giebel schadhaft, so dass der Dachreiter abgebrochen wurde. Das Langhaus wurde 1748 abgebrochen. Der verbliebene Chor der Kirche wurde mit dem Material von der 1764 abgebrochenen St-Georgen-Kapelle ausgebessert.

Bauliche Maßnahmen im 19. und 20. Jahrhundert [6]

1922 wurde der Chor restauriert.

Baubeschreibung

Kirche. Außenbau [7]

Das Langhaus der Pforzheimer Franziskaner („Barfüßer“) Kirche gehörte nicht dem üblichen basilikalen Schema an. Es war vielmehr eine Saalbau mit drei gleichhohen Schiffen. Fraglich ist ob das hallenartigen Langhaus ein Gewölbe hatte . Kein einziges von der Wölbung stammendes Werkstück wurde gefunden. Daher kann ein flachgedecktes Langhaus angenommen werden. Das Langhaus wurde durch Pfeilerfundamente in drei genau gleich breite Schiffe eingeteilt. Es handelte sich hierbei um eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten eine „Pfeilersockelstärke“ (Querschnitt) von 90 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils sechs Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,50 m × 1,50 m. Die Fundamentabstände der 0, 90 m starken Pfeiler in den Seitenschiffen bis zur Außenwand betrugen 4 m. Im Mittelschiff etwa 4,30 m. In der Längsrichtung schwankten die Abstände der Pfeilerfundamente zwischen 3,10 und 3,50 m; also für die 0, 90 m starken Pfeiler etwa 3,70 m und 4,10 m. Das Langhaus war 35 m lang und 14,75 m breit. [8][9]

Die einzige genaue Parallele zum Langhaus scheint die frühere Franziskanerkirche in Eisenach und die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn zu sein.

Die ehemalige frühgotische Frauenkirche in Heilbronn war in der Zeit der Gotik eine dreischiffige Pfeilerhalle zu drei Jochen. Die Pfeiler hatten einen Querschnitt von 92 cm. Sie trugen ein Gewölbe mit einer Scheitelhöhe von 10 Metern. Die Pfeiler standen auf zwei Reihen von jeweils vier Einzelfundamenten in der Größe von jeweils 1,60 m × 1,60 m, in einer Tiefe von 1,80 m. Die acht Pfeilerfundamente und die beiden Fundamentreihen waren derart angeordnet, dass sie das Kirchenschiff in Längsrichtung in drei fast gleich große Felder unterteilten.

Kirche. Innere [10]

Ausstattung der Kirche. [11]

bis 1945

Inneres vor 1945 mit Ölgemälden von Marie Ellenrieder und Altar von Ferdinand Rieß.
Altar

Neogotischer Altar von 1854 mit Kreuzigungszene von dem Bildhauer Ferdinand Rieß aus Schwäbisch Gmünd.

Ölgemälde
  • im Chor: Zwei Gemälde der Konstanzer Malerin Marie Ellenrieder, Öl auf Leinwand, Diese Gemälde wurden Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen und stammten ursprünglich aus der katholischen Pfarrkirche in Forbarch:
  1. „Geburt Christi“ (Nordwand). Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.
  2. „Christi Auferstehung“ (Südwand) . Höhe 2,50 m, Breite 1,80 m.
  • auf dem Emporengeschoss: Drei Gemälde, Öl auf Leinwand, um 1800
  1. „Büßende Magdalena“. Höhe 0,44 m, Breite 0,32 m.
  2. „König Salomon mit Krone und Buch“. Höhe 0,43 m. Breite 0,32 m.
  3. „Maria vor dem Kreuz mit Leichnam Christi“. Höhe 0,81 m. Breite 0,66 m.

Verbrannt im 2. Weltkrieg.

Grabsteine
  • Margaretha von Niesern, geb. von Baden (gest. 1493)
  • Claus Wiler, (gest. 1563)
  • Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552)
  • Gerhard von Straubenhart[12]
  • Petrus a Salazar
  • Anna Catharina Moglingin (gest. 16.5.1646)
  • Johann von Reischach zu Reichenstein, Vogt zu Richenburg
  • Grabplatte für Wilhelm von Urbach, Aufseher der Herrschaft Altensteig, vor 1595, vermutlich gest. 1493)[13]
  • Konrad von Enzberg / Cunrad von Entzberg (gest. 1497)[14]
  • Johann von Enzberg, Bischof von Speyer (gest. 8.9.1467)[15]

ab 1959

Christus-Korpus aus Süddeutschland (Umkreis der Zürn-Werkstatt), geschaffen um 1620
Altar

Im Chorschluss befindet sich an der Ostwand hinter dem Altar, ein geschnitzter Christus-Korpus. Dieser hing ursprünglich an einem barocken Kruzifix. Der Korpus ist süddeutschen Ursprungs und wurde um 1620 geschaffen. Das Kunstwerk ist stilistisch dem Umkreis der Zürn-Werkstatt zuzuschreiben. Er wurde in den 1930er Jahren durch Stadtarchivar Alfons Kern aus Markdorf am Bodensee erworben. An den Seitenwänden befinden sich die Patrone der vier mittelalterlichen Pforzheimer Kirchen.

Glasgemälde

Der Chorraum bestimmen die 1941 bis 1943 von Sepp Frank geschaffenen Glasfarbfenster. Diese wurden zunächst in der Kirche von Neuhausen (Enzkreis) eingelagert. 1959 wurden diese in die Barfüßerkirche eingebaut. Es handelt sich um einen neunteiligen Bildzyklus:[16]

  • Nordseite:
  1. abstrakt
  2. Hl. Stephanus (mit Eudoxia?), Hinweis auf Künstler und Entstehungszeit: SEPP/FRANK/1941-43 = Künstlersignatur „Sepp Frank“
  3. Hl. Martin mit Altstadtkirche
  4. Pfingstfenster mit Taube, Ausgießung des Hl. Geistes, Paulus vor Damaskus
  • Ostseite:
  1. Fenster mit Szenen aus dem Leben Jesu: Taufe, Emmaus-Jünger, Himmelfahrt
  2. Im Chorschluss zentral die Hl. Maria als Himmelskönigin
  3. Karfreitagsfenster
  • Südseite:
  1. Weihnachtsfenster mit Geburt Christi und Flucht nach Ägypten
  2. Franz von Assisi
  3. Hl. Michael mit Schloßkirche
  4. abstrakt
Grabsteine
  • Margret Berger, geb. Lutz von Ehingen (gest. 29.1.1552)
  • Luitgard Pfalzgräfin von Tübingen, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1374)
  • Lutigard Pfalzgräfin von Asperg, Nonne aus dem Dominikanerinnenkloster unserer lieben Frau und der hl. Maria Magdalena, Pforzheim (gest. 1377)
  • Petrus a Salazar, spanischer Soldat der kaiserlichen Armee, vor 1644, heute im Arkadengang des Hauptfriedhofs (S. 506)

Einzelnachweise

  1. Wo lag die alte Judengasse ? . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 174.
  2. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209-212.
  3. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 212-213.
  4. Ehemaliger Dachreiter.. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 212.
  5. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 213-214.
  6. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 214.
  7. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215-218.
  8. Reste vom Langhaus. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 215f.
  9. Die Klosterkirche des 13. Jahrhunderts. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 209f.
  10. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 218-219.
  11. Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221, hier S. 220-221.
  12. 221
  13. 221
  14. 221, 273, 355, 377
  15. 221, 273, 355, 377
  16. Die Farbglasfenster. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 170.

Literatur

  • Franziskaner („Barfüßer“) Kirche und abgegangenes Kloster. In: Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, S. 205-221.
  • Barfüßergasse 10, Barfüßerchor . In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 167-171.