Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenz![]()
mail.de
Heimatschutzstil: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 4: | Zeile 4: | ||
== in Pforzheim == |
|||
== Heinrich Deichsel == |
=== Heinrich Deichsel === |
||
[[Heinrich Deichsel|Deichsel]] vertrat bei dem [[Haus Julius Müller-Salem]] u. bei dem [[Haus Peter Paul Pfeiffer (Landhaus Marianne)]] sowie bei dem [[Haus Karl Pfeil]] auch die ''„ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“''.<ref name="Timm_90">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.</ref> Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. |
[[Heinrich Deichsel|Deichsel]] vertrat bei dem [[Haus Julius Müller-Salem]] u. bei dem [[Haus Peter Paul Pfeiffer (Landhaus Marianne)]] sowie bei dem [[Haus Karl Pfeil]] auch die ''„ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“''.<ref name="Timm_90">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.</ref> Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln. |
||
== Alfred Roepert + Max Müller (Stuttgarter Bauschule Theodor Fischer) == |
=== Alfred Roepert + Max Müller (Stuttgarter Bauschule Theodor Fischer) === |
||
Auch das städtische Hochbauamt, Stadtbaumeister [[Alfred Roepert]], Entwurfsabteilung [[Max Müller]], vertrat in den 1920er Jahren eher die „ländliche regionale Tradition“<ref name="Timm_93">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.</ref> Dieser Tradition verpflichtet sind die Reihenhäuser der Gartenstadt Arlinger ([[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]]) sowie der Wohnblock in [[Dillweißenstein]] ([[Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim]]). |
Auch das städtische Hochbauamt, Stadtbaumeister [[Alfred Roepert]], Entwurfsabteilung [[Max Müller]], vertrat in den 1920er Jahren eher die „ländliche regionale Tradition“<ref name="Timm_93">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.</ref> Dieser Tradition verpflichtet sind die Reihenhäuser der Gartenstadt Arlinger ([[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]]) sowie der Wohnblock in [[Dillweißenstein]] ([[Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim]]). |
||
| Zeile 17: | Zeile 18: | ||
Die [[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]] ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die ''„Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen ([[Farbiges Bauen]], [[Expressionismus]], [[Heimatschutzstil|Heimatstil]]).“''<ref name="Timm_73(2.Bd)">''' Arlingerstraße 68-70 a '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.</ref> |
Die [[Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim]] ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die ''„Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen ([[Farbiges Bauen]], [[Expressionismus]], [[Heimatschutzstil|Heimatstil]]).“''<ref name="Timm_73(2.Bd)">''' Arlingerstraße 68-70 a '''. In: Christoph Timm:''Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen'' Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.</ref> |
||
== Stuttgarter Bauschule Paul Schmidthenner + Paul Bonatz == |
=== Stuttgarter Bauschule Paul Schmidthenner + Paul Bonatz === |
||
In den späten 1930er Jahren wurden ''„regionalistische oder monumental-klassizistische Bauformen“''<ref name="Timm_94">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Baustil im 3. Reich'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.</ref> gepflegt, nach der Schule von Paul Schmidthenner oder Paul Bonatz. |
In den späten 1930er Jahren wurden ''„regionalistische oder monumental-klassizistische Bauformen“''<ref name="Timm_94">'''Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Baustil im 3. Reich'''. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.</ref> gepflegt, nach der Schule von Paul Schmidthenner oder Paul Bonatz. |
||
* Wohnanlage am Pfälzer Platz, 1937-1938 |
* Wohnanlage am Pfälzer Platz, 1937-1938 |
||
* Landhäuser an den Talhängen |
* Landhäuser an den Talhängen |
||
* Buckenbergkaserne, 1935/1936. |
* Buckenbergkaserne, 1935/1936. |
||
== in Freudenstadt == |
|||
[[File:Freudenstadt-ObererMarkt-1.jpg|left|thumb|Freudenstadt, Oberer Markt ]] |
|||
=== Ludwig Schweizer === |
|||
Im Zweiten Weltkrieg wurde Freudenstadt zerstört. [[1949]] bis [[1954]] wurde die Stadt nach den Plänen von [[Ludwig Schweizer]] und dessen Lehrer [[Paul Schmitthenner]] wieder aufgebaut. Beide waren Vertreter der Formensprache der [[Stuttgarter Schule (Architektur)|Stuttgarter Schule]] mit ihrem [[Heimatschutzstil]]. Schweizer wurde zum Stadtbaumeister ernannt. Zusammen mit der Stadtverwaltung unter Bürgermeister [[Hermann Saam]] entstand ein Wiederaufbauplan im Heimatschutzstil. |
|||
== Einzelnachweise == |
== Einzelnachweise == |
||
Version vom 10. Juni 2018, 20:55 Uhr
Heimatschutzstil auch Heimatschutzarchitektur ist ein Architekturstil der architektonischen Moderne, der 1904 erstmals beschrieben wurde und bis bis etwa 1960 gepflegt wurde. Ziel des Heimatschutzstils war die Weiterentwicklung des Jugendstils mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente sind Verwendung ortsüblicher Baumaterialien. Noch bis etwa 1960 entstanden dennoch verschiedene Ensembles im Heimatschutzstil, wie etwa der Freudenstädter Marktplatz von 1950 und der Prinzipalmarkt in Münster, der zwischen 1947 und 1958 regionaltypisch, aber nicht originalgetreu wiederaufgebaut wurde.
in Pforzheim
Heinrich Deichsel
Deichsel vertrat bei dem Haus Julius Müller-Salem u. bei dem Haus Peter Paul Pfeiffer (Landhaus Marianne) sowie bei dem Haus Karl Pfeil auch die „ regionalistischen Strömung des Landhaus- oder Heimatstils“.[1] Kennzeichen dieses Stils waren Fassaden mit Verkleidungen in Naturstein oder Schindeln.
Alfred Roepert + Max Müller (Stuttgarter Bauschule Theodor Fischer)
Auch das städtische Hochbauamt, Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller, vertrat in den 1920er Jahren eher die „ländliche regionale Tradition“[2] Dieser Tradition verpflichtet sind die Reihenhäuser der Gartenstadt Arlinger (Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim) sowie der Wohnblock in Dillweißenstein (Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim).
Die Bauformen der Wohnanlage Hirsauer Straße 228-244 in Pforzheim sind „kennzeichnend für den sogenannten Heimatstil, einer Spielart der um 1910 aufkommenden Reformarchitektur, die den Dialog mit der regionalen Bautradition suchte.“[3] Die „künstlerische Gestaltung verbindet Formen des Heimatstils mit Anklängen des Expressionismus und bezeugt das Wirken des städtischen Hochbauamts unter zunehmenden Einfluss der Stuttgarter Bauschule Theodor Fischers.“[4]
Die Wohnanlage Arlingerstraße 68-70 a in Pforzheim ist eine Gebäudegruppe die in den Jahren 1927 nach Entwürfen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaumeister Alfred Roepert, Entwurfsabteilung Max Müller) erbaut wurde. Die „Architektursprache kombiniert in schöpferischer Weise zeittypische Stilmerkmale verschiedener Strömungen (Farbiges Bauen, Expressionismus, Heimatstil).“[5]
Stuttgarter Bauschule Paul Schmidthenner + Paul Bonatz
In den späten 1930er Jahren wurden „regionalistische oder monumental-klassizistische Bauformen“[6] gepflegt, nach der Schule von Paul Schmidthenner oder Paul Bonatz.
- Wohnanlage am Pfälzer Platz, 1937-1938
- Landhäuser an den Talhängen
- Buckenbergkaserne, 1935/1936.
in Freudenstadt

Ludwig Schweizer
Im Zweiten Weltkrieg wurde Freudenstadt zerstört. 1949 bis 1954 wurde die Stadt nach den Plänen von Ludwig Schweizer und dessen Lehrer Paul Schmitthenner wieder aufgebaut. Beide waren Vertreter der Formensprache der Stuttgarter Schule mit ihrem Heimatschutzstil. Schweizer wurde zum Stadtbaumeister ernannt. Zusammen mit der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Hermann Saam entstand ein Wiederaufbauplan im Heimatschutzstil.
Einzelnachweise
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Jugendstil - Aufbruch zur Moderne. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 90.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Expressionismus und Neues Bauen. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 93.
- ↑ Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 185.
- ↑ Hirsauer Straße 228-244 . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 185-186, hier S. 186.
- ↑ Arlingerstraße 68-70 a . In: Christoph Timm:Pforzheim. Kulturdenkmale in den Ortsteilen Pforzheim 2006, S. 72-73, hier S. 73.
- ↑ Zur regionalen Geschichte der Baukunst. Baustil im 3. Reich. In: Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 73-102, hier S. 94.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Heimatschutzarchitektur aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.