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Das Gymnasium (Reuchlin-Gymnasium) in Pforzheim war ein Kulturdenkmal. |
Das Gymnasium (Reuchlin-Gymnasium) in Pforzheim war ein Kulturdenkmal. |
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Version vom 2. Mai 2018, 21:17 Uhr


Das Gymnasium (Reuchlin-Gymnasium) in Pforzheim war ein Kulturdenkmal.
Geschichte
Das Gebäude wurde am 9. Februar 1905 eingeweiht. Der Bau wurde von dem Bezirksbauinspektor Heinrich Henz errichtet,[1] der auch die Pläne für den Bau der Bergkirche in Büchenbronn lieferte. Die Gesamtkosten des Baues beliefen sich auf 542.000 Mark. Am 23. Februar 1945 wurde das Gebäude zerstört. Heute ist das Reuchlin-Gymnasium in einem Beton-Neubau an der Schwarzwaldstraße 84 in Pforzheim untergebracht.
Lage und Umgebung
Es stand in der Simmlerstraße an der Goethebrücke, wo heute die Jahnhalle steht. An der Enz standen auch das Gebäude der Oberrealschule und das Gebäude der Reichsbank.
Architektur und Ausstattung
Der Bauplatz des damaligen neuen Gymnasiums zerfällt in zwei Teile, der größere Teil, auf dem das Hauptgebäude steht, liegt an der Goethestraße und Simmlerstraße, der kleinere Teil, auf dem das Wohngebäude errichtet ist, dann der Zerrennerstraße. Nach Westen wird das gesamte Gelände durch den städtischen Bauplatz, auf dem später die Oberrealschule erstellt werden soll, begrenzt. Zwischen den Gebäuden, die mit den Hauptfronten an den Straßen stehen, liegt der Schulhof, und, durch einen niedrigen Zaun davon getrennt, der Garten des Direktors, des Dieners und jener für den naturwissenschaftlichen Unterricht.
Das Hauptgebäude gliedert sich, was die äußere Erscheinung anbetrifft, in drei Teile, die im Grundriss aber zusammenhängen: das eigentliche Schulgebäude mit drei Stockwerken und mit der Hauptfront an der Simmlerstraße und der dieser parallel fließenden Enz, den Turnhallenbau mit der Hauptfront nach der Goethestraße und ungefähr 1 1/2 Stockwerke hoch, und den Abortbau, welcher dem Hofe zu anschließend an das Nebentreppenhaus ebenfalls 3-stöckig erstellt ist.
Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind untergebracht: 2 große und Garderobe für die auswärtigen Schüler und die Turnhalle, die auch als Festsaal benützt wird, mit Nebenzimmer.
Das 1. Obergeschoss enthält: 2 große Klassen, wovon eine als für den naturkundlichen Unterricht mit daran stoßendem Vorbereitungszimmer und Sammlungsraum, das Direktorzimmer, das Sprechzimmer, das Lehrerzimmer und das Kartenzimmer. Im 2. Obergeschoss sind untergebracht: 1 große und 2 kleine Klassen, der Zeichensaal mit Reißbrettraum, der Physiksaal mit Vorbereitungszimmer und dem Apparateraum. Fast alle Kellerräume finden Verwendung zu Schul- oder Betriebszwecken, es ist u. a. das Kesselhaus der Niederdruckdampfheizung eingebaut. Durch sie wird das Haus geheizt, und ventiliert durch Einführung frischer vorgewärmter Luft und Abführung der verbrauchten über Dach durch die Gaubenaufbauten. Als Heizkörper dienen einfache Radiatoren, die durch gusseiserne, besonders modellierte wegnehmbare Verkleidungen verdeckt sind.
Die Ausstattung der einzelnen Räume ist einfach, Holzverkleidung etwas über Fensterbankhöhe, das Holzwerk in verschiedenen Farben, je nach dem Stockwerk gebeizt und lackiert, die Wand darüber in Kasein gestrichen und ebenfalls abgetönt, die Decken weiß gestrichen. Einzelne Klassenzimmer und die Räume für den Direktor und die Lehrer haben Gasbeleuchtung erhalten; die Korridore, Treppen, Vorplätze und die Turnhalle sind mit elektrischen Licht versehen.
Für den Physiksaal und das Vorbereitungszimmer ist Anschluss an die elektrische Kraftleitung und an die Gebrauchsanleitung vorhanden. In jedem Stockwerk ist ein Wandbrunnen angebracht.
Die 3 Hauptfassaden sind vollständig mit rotem Mauernsteinequadern verkleidet, der ornamentale Fries, der sich um die drei Fassaden zieht ist mit Keim‘schen Farben bemalt. Das Zifferblatt ist aus Kupfer getrieben, der Dachreiter auf dem Eckturm mit Kupfer bekleidet.
Reicheren Bauschmuck hatte das Hauptportal erhalten. An der rechten und linken Seite des Hauptportals waren neben reichem Ornamentschmuck auch Porträtmedaillons von Reuchlin und Melanchthon zu sehen, die von dem Pforzheimer Bildhauer Adolf Sautter geschaffen wurden. Im Reuchlin-Hof befand sich ein Brunnen mit der Bronzefigur eines Knabens, geschaffen von Adolf Sautter .
Bei den Hoffassaden sind die Flächen zwischen den Fenstern geputzt und beweißelt, ein gaubenartiger Aufbau nach den Hof zu dient zur Aufnahme des zweiten Zifferblattes. Die Türgewände der einzelnen Räume nach den Korridoren zu, wurden in Stein ausgeführt, teilweise mit Bildhauerei versehen. Einen besonders lebhaften farbigen Schmuck des Innern bildet die Wandbekleidung aus Kachelfliesen, die sich in sämtlichen Korridoren und Vorplätzen auf 1,40 m Höhe entlang zieht, verschiedenfarbig je nach dem Stockwerk. Farbig behandelt wurden auch sämtliche Sandsteine des Innern an dem Haupttreppenhaus und den Türgestellen, sie wurden mit Heim‘schen abwaschbaren Mineralfarben in verschiedenen Tönen überstrichen; der Grundton aller Sandsteinanstriche ist grau in marmorähnlicher Ausführung, um die Eintönigkeit des Anstriches zu vermeiden. Die Stuckdecken der Vorplätze erhielten ebenfalls Bemalung in verschiedenen Tönen, in die Stuckkartouchen der 1. Obergeschossdecke wurden die Köpfen von Homer, und Perikles, Cicero und Caesar, Goethe und Bismarck gemalt. Etwas reicher ausgebildet und ihrer zweiten Bestimmung als Festsaal angepasst, wurde die Turnhalle in bezug auf Malerei, hier sind alle Felder der Kassettendecke mit Renaissanceornamenten in Kaseinfarbe bemalt, teileweise auch mit figürlichen Darstellungen. In der Mitte der Decke, auf verschiedenen Feldern verteilt, wurde der Tierkreis aufgemalt. Der Schulhof erhielt 2 Reihen Bäume und einen künstlerisch ausgestatteten Brunnen (ein Putto in Bronze mit Traube).
Einzelnachweise
- ↑ Becht und Kremer 1996, S. 53.
Weblinks
Literatur
- Christoph Timm: Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6.
- Hans-Peter Becht und Hans-Jürgen Kremer: Die "Chronik der Stadt Pforzheim" 1891–1939, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1996 (Materialien zur Stadtgeschichte, Band 10, Herausgegeben vom Stadtarchiv Pforzheim).
- Emil Lacroix, Peter Hirschfeld und Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim (aus der Reihe Die Kunstdenkmäler Badens Band 9, Kreis Karlsruhe, Abt. 6). Karlsruhe 1939, unveränderter Nachdruck Frankfurt am Main 1983, ISBN 978-3-8035-1225-3.
- Das neue Gymnasiumsgebäude in Pforzheim, Karlsruhe 1905 (=Programm des Großherzoglichen Reuchlin-Gymnasiums in Pforzheim, 1905, Beilage).
- Jahrbuch der Stadt Pforzheim - Sechster Jahrgang - 1905.
- Karl Bissinger:Das neue Gymnasiums-Gebäude in Pforzheim. 1. Geschichte des Neubaus. 3. Einweihungsfeier, Pforzheim 1905
- Heinrich Henz:Das neue Gymnasiums-Gebäude in Pforzheim (Schriftenreihe Jahresbericht / Grossherzogliches Gymnasium in Pforzheim ; 1904/05)