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Villa rustica Niemandsrain: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Die '''Villa rustica Niemandsrain''' (''Villa rustica Niemandsberg'') ist eine [[Villa rustica]] in [[Remchingen]]-[[Wilferdingen]]. Sie gehörte vermutlich zur römischen Ortschaft ''Vicus Senotiensis'' und befindet sich heute am südwestlichen Ortsrand in Wilferdingen.
[[Datei:Wilferdingen-Kindergarten-roemisch.jpg|thumb|Die Villa rustica Niemandsrain mit Glas überbaut als Heimatmuseum und Kindergarten]]
[[Datei:Wilferdingen-roemisch.jpg|thumb|Blick durch die Scheiben]]
Die '''Villa rustica am Niemandsrain''' (''Villa rustica am Niemandsberg'') ist eine [[Villa rustica]] in [[Remchingen]]-[[Wilferdingen]]. Sie gehörte vermutlich zur römischen Ortschaft ''Vicus Senotensis'' und befindet sich heute am südwestlichen Ortsrand von Wilferdingen. Die Villa rustica ist Teil des [[Römermuseum Remchingen|Römermuseums Remchingen]].


== Entstehung und Aufbau ==
== Entstehung und Aufbau ==


Von dem ehemaligen Gutshof sind lediglich 2 Gebäude bekannt. Sie entstanden vermutlich Ende des 1. Jh. n. Chr. und wurde spätestens nach dem Limesfall (um 260) aufgegeben. Da sie sich nur ca. 1 km südwestlich des vermuteten Stadtkerns von ''Vicus Senotiensis'' befanden, hält man einen direkten Zusammenhang für wahrscheinlich.
Von dem ehemaligen Gutshof sind lediglich 2 Gebäude bekannt. Er entstand vermutlich Ende des 1. Jh. n. Chr. und wurde spätestens nach dem sog. Limesfall (um 260) aufgegeben. Da er sich nur ca. 1 km südwestlich des vermuteten Ortskerns des ''Vicus Senotensis'' befand, hält man einen direkten Zusammenhang für wahrscheinlich.


Das Hauptgebäude lag auf einer Kuppe und ragte nach Osten hin heraus. Man vermutet, dass es sich hierbei um eine Risalitvilla mit südl. Frontseite, Innenhof und einem Westflügel gehandelt hatte. Allerdings ist das Gebäude dank Bodenerosionen, Steinraub und landschaftlicher Nutzung nur schlecht erhalten. Mit 19 m langen Mauerresten hat sich an der Südseite am meisten erhalten, während von der Ostseite 18 m und von der Westseite 16 m noch nachweisbar sind. Der Nordteil der Villa wurde ganz abgetragen. Im Innenhof befand sich ein Eingang in einen Keller. Dieser gut erhaltene Gebäudeteil war 3,8 x 4,5 m groß und wurde mit Brandbauschutt zu gefüllt, was auf eine mögliche Zerstörung der Villa durch Feuer schließt.
Das Hauptgebäude lag auf einer Kuppe. Man vermutet, dass es sich um eine Risalitvilla mit südlicher Frontseite, Innenhof und einem Westflügel handelte. Allerdings ist das Gebäude durch Bodenerosion, Steinraub und landwirtschaftliche Nutzung nur schlecht erhalten. Mit 19 m langen Mauerresten hat sich an der Südseite am meisten erhalten, während von der Ostseite 18 m und von der Westseite 16 m noch nachweisbar sind. Der Nordteil der Villa wurde ganz abgetragen. Im Innenhof befand sich der Eingang zu einem Keller. Dieser gut erhaltene Gebäudeteil war 3,8 x 4,5 m groß und wurde mit Brandbauschutt verfüllt, was auf eine mögliche Zerstörung der Villa durch Feuer deutet.


Das zweite Gebäude war vermutlich ein Wirtschaftsgebäude. Es lag 60 m nordöstlich vom Hauptgebäude und war mit 12,5 x 17 m Größe deutlich kleiner. Durch die ca. 5 m tiefere Lage hat sich das Nebengebäude besser erhalten. Die genaue Verwendung ist unbekannt.
Das zweite Gebäude war vermutlich ein Wirtschaftsgebäude. Es lag 60 m nordöstlich vom Hauptgebäude und war mit 12,5 x 17 m Größe deutlich kleiner. Durch die ca. 5 m tiefere Lage hat sich das Nebengebäude besser erhalten. Seine genaue Verwendung ist unbekannt.


== Ausgrabung und Funde ==
== Ausgrabung und Funde ==


Die beiden Gebäuden der Villa rustica am Niemandsberg wurden [[1988]] durch Luftaufnahmen entdeckt. Von April bis Oktober 2002 wurde die Anlage vom Archäologen Günther Wieland ausgegraben und untersucht. Insgesamt gruben sie eine Fläche von 26 x 23 m aus. Teile der Fundstücke werden in der [[Kulturhalle Remchingen]] ausgestellt.
Die beiden Gebäude der Villa rustica am Niemandsberg wurden [[1988]] durch Luftaufnahmen entdeckt. Unter der Leitung des Archäologen Günther Wieland wurde von April bis Oktober 2002 zunächst das Hauptgebäude der Anlage ausgegraben und untersucht, 2003 schloss sich die Freilegung des Nebengebäudes an. Einige der Fundstücke werden in der [[Kulturhalle Remchingen]] ausgestellt.


Weitere Siedlungsreste, die man mit "Vicus Senotiensis" verbindet, fand man in den Buchwaldwiesen, sowie bei der Wilferdinger Hauptstraße, wo man 1938 Gebäudereste mit Hypocaustanlage fand. Diese werden aber direkt dem Vicus zugerechnet und sind somit keine Villa rustica im eigentlichen Sinne.
Weitere Siedlungsreste, die man mit dem "Vicus Senotensis" verbindet, fand man in den Buchwaldwiesen sowie bei der Wilferdinger Hauptstraße, wo man 1938 Gebäudereste mit Hypokaustanlage entdeckte. Diese werden direkt dem Vicus zugerechnet.


== Literatur ==
*G. Wieland in Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2001, S. 114 ff. (zum vicus Senotensis); 2002, S. 138 ff. und 2003, S. 137 ff. (jeweils zur villa rustica).

== Weblinks ==
*[http://www.roemermuseum-remchingen.de/ www.roemermuseum-remchingen.de]

[[Kategorie:Villa rustica]]
[[Kategorie:Gebäude (Remchingen)]]
[[Kategorie:Ruine]]
[[Kategorie:Ruine]]
[[Kategorie:Remchingen]]
[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]]
[[Kategorie:Geschichte]]

Aktuelle Version vom 24. April 2020, 13:45 Uhr

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Die Villa rustica Niemandsrain mit Glas überbaut als Heimatmuseum und Kindergarten
Blick durch die Scheiben

Die Villa rustica am Niemandsrain (Villa rustica am Niemandsberg) ist eine Villa rustica in Remchingen-Wilferdingen. Sie gehörte vermutlich zur römischen Ortschaft Vicus Senotensis und befindet sich heute am südwestlichen Ortsrand von Wilferdingen. Die Villa rustica ist Teil des Römermuseums Remchingen.

Entstehung und Aufbau

Von dem ehemaligen Gutshof sind lediglich 2 Gebäude bekannt. Er entstand vermutlich Ende des 1. Jh. n. Chr. und wurde spätestens nach dem sog. Limesfall (um 260) aufgegeben. Da er sich nur ca. 1 km südwestlich des vermuteten Ortskerns des Vicus Senotensis befand, hält man einen direkten Zusammenhang für wahrscheinlich.

Das Hauptgebäude lag auf einer Kuppe. Man vermutet, dass es sich um eine Risalitvilla mit südlicher Frontseite, Innenhof und einem Westflügel handelte. Allerdings ist das Gebäude durch Bodenerosion, Steinraub und landwirtschaftliche Nutzung nur schlecht erhalten. Mit 19 m langen Mauerresten hat sich an der Südseite am meisten erhalten, während von der Ostseite 18 m und von der Westseite 16 m noch nachweisbar sind. Der Nordteil der Villa wurde ganz abgetragen. Im Innenhof befand sich der Eingang zu einem Keller. Dieser gut erhaltene Gebäudeteil war 3,8 x 4,5 m groß und wurde mit Brandbauschutt verfüllt, was auf eine mögliche Zerstörung der Villa durch Feuer deutet.

Das zweite Gebäude war vermutlich ein Wirtschaftsgebäude. Es lag 60 m nordöstlich vom Hauptgebäude und war mit 12,5 x 17 m Größe deutlich kleiner. Durch die ca. 5 m tiefere Lage hat sich das Nebengebäude besser erhalten. Seine genaue Verwendung ist unbekannt.

Ausgrabung und Funde

Die beiden Gebäude der Villa rustica am Niemandsberg wurden 1988 durch Luftaufnahmen entdeckt. Unter der Leitung des Archäologen Günther Wieland wurde von April bis Oktober 2002 zunächst das Hauptgebäude der Anlage ausgegraben und untersucht, 2003 schloss sich die Freilegung des Nebengebäudes an. Einige der Fundstücke werden in der Kulturhalle Remchingen ausgestellt.

Weitere Siedlungsreste, die man mit dem "Vicus Senotensis" verbindet, fand man in den Buchwaldwiesen sowie bei der Wilferdinger Hauptstraße, wo man 1938 Gebäudereste mit Hypokaustanlage entdeckte. Diese werden direkt dem Vicus zugerechnet.

Literatur

  • G. Wieland in Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2001, S. 114 ff. (zum vicus Senotensis); 2002, S. 138 ff. und 2003, S. 137 ff. (jeweils zur villa rustica).

Weblinks