Feier mit! 20 Jahre Pfenz!
Jubiläumsfeier am Montag 18.5. 18:30 und Samstag 23.5. 14:00
in der EngagementWerkStadt, Lammstraße — gerne anmelden, oder einfach vorbeikommen!
Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: E-Mail: pfenzDatei:At sign.svgmail.de
Grösseltalquelle: Unterschied zwischen den Versionen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (3 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Die '''Grösseltalquellen''', bestehend aus der Jages- und Reichstetterquelle, gehören zur [[Trinkwasser Pforzheim|Trinkwasserversorgung]] der Stadt [[Pforzheim]]. Sie zeichnen sich durch ein eher weiches Wasser im Härtebereich I (zwischen 1° und 7° Deutsche Härte) aus. |
Die '''Grösseltalquellen''', bestehend aus der Jages- und Reichstetterquelle, gehören zur [[Trinkwasser Pforzheim|Trinkwasserversorgung]] der Stadt [[Pforzheim]]. Sie zeichnen sich durch ein eher weiches Wasser im Härtebereich I (zwischen 1° und 7° Deutsche Härte) aus. |
||
Im [[März]] [[1866]] wurde dem Oberamt Neuenbürg durch den [[Gemeinderat Pforzheim|Gemeinderat]] mitgeteilt, dass die Stadt Pforzheim beabsichtige, eine Wasserleitung von der Jages- und Reichstetterquelle nach Pforzheim zu verlegen. Das Verfahren dauerte mehrere Jahre und drohte zu scheitern. Erst als sich die Württembergische Eisenbahnverwaltung für das Projekt aussprach konnte eine Einigung erzielt und die Baugenehemigung der Wasserleitung am [[8. Mai]] [[1874]] erteilt werden. Die Württembergische Eisenbahnverwaltung benötigte das Wasser dringend am Pforzheimer [[Hauptbahnhof Pforzheim|Hauptbahnhof]] für den Betrieb ihrer Dampflokomotiven. |
Im [[März]] [[1866]] wurde dem [[Oberamt Neuenbürg]] durch den [[Gemeinderat Pforzheim|Gemeinderat]] mitgeteilt, dass die Stadt Pforzheim beabsichtige, eine Wasserleitung von der Jages- und Reichstetterquelle nach Pforzheim zu verlegen. Das Verfahren dauerte mehrere Jahre und drohte zu scheitern. Erst als sich die Württembergische Eisenbahnverwaltung für das Projekt aussprach konnte eine Einigung erzielt und die Baugenehemigung der Wasserleitung am [[8. Mai]] [[1874]] erteilt werden. Die Württembergische Eisenbahnverwaltung benötigte das Wasser dringend am Pforzheimer [[Hauptbahnhof Pforzheim|Hauptbahnhof]] für den Betrieb ihrer Dampflokomotiven. |
||
---- |
|||
Beschreibung der [[Grösseltalquellen]] [[1956]] |
|||
1956 wurden die Grösseltalquellen etwa so beschrieben: |
|||
Es sind 8 Quellen vorhanden, davon werden 4, die Jagesquelle, die Reichstätterquelle, der Glasbrunnen II und der Keck`sche Brunnen, nicht mehr benützt. Der Keck`sche Brunnen war der [[1919]] von [[Waldrennach]] her mit Typhusbakterien verunreinigte; nach einem Bericht ist 1919 und zehn Jahre später wieder während der Schneeschmelze ein Färbversuch am Keck`schen Brunnen durchgeführt und der Nachweis erbracht worden, dass von Waldrennach her Oberflächenwasser zu dieser Quelle Zufluss hat. |
|||
Die Quellen liegen alle in einer sogenannten Rotunde zwischen den Bergen. Das Wasser ist stark kohlensäurehaltig und würde angreifend wirken Es wird deshalb mit Kalkhydrat in einer besonderen Entsäuerungsanlage entsäuert. Der pH-Wert ist vor der Entsäuerung 5,7 und nach der Entsäuerung 8,3 – 8,4. Die Entkeimung erfolgt in einer Chlorungsanlage mittels an Ort und Stelle erzeugter elektolytischer Chlorlauge. Die Regulierung schaltet sich automatisch ein und aus. |
|||
Es gibt im [[Grösseltal]] acht Quellen, von denen noch vier zur Trinkwassergewinnung genutzt werden. Die Quellen liegen alle im oberen Bereich des Grösseltals. Inzwischen sind die Jagesquelle, die Reichstätterquelle, der Glasbrunnen II und der Keck`sche Brunnen stillgelegt. Der Keck`sche Brunnen wurde [[1919]] nach einer Verunreinigung durch Typhusbakterien nicht mehr zur Trinkwassergewinnung verwendet. [[1929]] wurde der Brunnen noch einmal geprüft und durch einen Färbeversuch konnte nachgewiesen werden, daß von [[Waldrennach]] her Oberflächenwasser zufließt. |
|||
| ⚫ | |||
Das im Grösseltal gewonnene Wasser ist stark kohlensäurehaltig uns muß zur Trinkwassernutzung entsäuert werden. Die verwendete Entsäuerungsanlage hebt den pH-Wert mittels Kalkhydrat von 5,7 auf 8,3 – 8,4. Zusätzlich wird das Wasser automatisch, durch eine Chlorungsanlage entkeimt. Diese Anlage erzeugt eine elektolytische Chlorlauge. |
|||
| ⚫ | |||
So der Bericht aus dem Buch “Volksgesundheit im Raum Pforzheim“ von O. Geissler im Jahr 1956 |
|||
---- |
|||
13% der Pforzheimer Haushalte in folgenden [[Stadtteil]]en werden aus den Grösseltalquellen versorgt: |
13% der Pforzheimer Haushalte in folgenden [[Stadtteil]]en werden aus den Grösseltalquellen versorgt: |
||
| Zeile 23: | Zeile 23: | ||
== Quelle == |
== Quelle == |
||
{{Lit. Trinkwasser 2000}} |
|||
* Volksgesundheit im Raum Pforzheim, Oswald Geissler [[1956]] |
|||
[[Kategorie: Pforzheim]] |
[[Kategorie: Pforzheim]] |
||
[[Kategorie: Natur und Umwelt]] |
[[Kategorie: Natur und Umwelt]] |
||
Aktuelle Version vom 2. September 2019, 08:39 Uhr
Die Grösseltalquellen, bestehend aus der Jages- und Reichstetterquelle, gehören zur Trinkwasserversorgung der Stadt Pforzheim. Sie zeichnen sich durch ein eher weiches Wasser im Härtebereich I (zwischen 1° und 7° Deutsche Härte) aus.
Im März 1866 wurde dem Oberamt Neuenbürg durch den Gemeinderat mitgeteilt, dass die Stadt Pforzheim beabsichtige, eine Wasserleitung von der Jages- und Reichstetterquelle nach Pforzheim zu verlegen. Das Verfahren dauerte mehrere Jahre und drohte zu scheitern. Erst als sich die Württembergische Eisenbahnverwaltung für das Projekt aussprach konnte eine Einigung erzielt und die Baugenehemigung der Wasserleitung am 8. Mai 1874 erteilt werden. Die Württembergische Eisenbahnverwaltung benötigte das Wasser dringend am Pforzheimer Hauptbahnhof für den Betrieb ihrer Dampflokomotiven.
1956 wurden die Grösseltalquellen etwa so beschrieben:
Es gibt im Grösseltal acht Quellen, von denen noch vier zur Trinkwassergewinnung genutzt werden. Die Quellen liegen alle im oberen Bereich des Grösseltals. Inzwischen sind die Jagesquelle, die Reichstätterquelle, der Glasbrunnen II und der Keck`sche Brunnen stillgelegt. Der Keck`sche Brunnen wurde 1919 nach einer Verunreinigung durch Typhusbakterien nicht mehr zur Trinkwassergewinnung verwendet. 1929 wurde der Brunnen noch einmal geprüft und durch einen Färbeversuch konnte nachgewiesen werden, daß von Waldrennach her Oberflächenwasser zufließt.
Das im Grösseltal gewonnene Wasser ist stark kohlensäurehaltig uns muß zur Trinkwassernutzung entsäuert werden. Die verwendete Entsäuerungsanlage hebt den pH-Wert mittels Kalkhydrat von 5,7 auf 8,3 – 8,4. Zusätzlich wird das Wasser automatisch, durch eine Chlorungsanlage entkeimt. Diese Anlage erzeugt eine elektolytische Chlorlauge.
Die noch zur Trinkwassergewinnung genutzten Brunnen, Dettlingsbrunnen, Jakobsbrunnen, Kohlbrunnen und Glasbrunnen I, sind gut gefasst und sauber gehalten.
13% der Pforzheimer Haushalte in folgenden Stadtteilen werden aus den Grösseltalquellen versorgt:
Außerdem wird noch der Neuenbürger Ortsteil Waldrennach mitversorgt.
Quelle
- Stadtwerke Pforzheim (Hrsg.): Leben mit Wasser – Wasser ist leben – Trinkwasser für Pforzheim, Pforzheim 2000.
- Volksgesundheit im Raum Pforzheim, Oswald Geissler 1956