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Spar- und Kreditbank Niefern: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Quelle: 100Jahre Spar-und Kreditbank eG Niefern-Öschelbronn, herausgegeben von derselben 1994
 
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Die '''Spar- und Kreditbank Niefern''' war ein genossenschaftlich organisiertes [[Kreditinstitut]] in [[Niefern]].
Die '''Spar- und Kreditbank Niefern''' war ein genossenschaftlich organisiertes [[Kreditinstitut]] in [[Niefern]].


==Geschichte==
Dem allgemeinen Trend folgend und weil es im Ort kaum andere seriöse Möglichkeiten zur Kreditfinanzierung gab, riefen Bürgermeister Wilhelm Grässle und Ratsschreiber Wilhelm Rothenstein am 7. April 1898 zur Gründung des „Ländlichen Kreditvereins eGmbH, Niefern“ auf. Bis Ende des Jahres wurden 27 Kredite an Mitglieder vergeben.


Dem allgemeinen Trend folgend und weil es im Ort kaum andere seriöse Möglichkeiten zur Kreditfinanzierung gab, riefen Bürgermeister Wilhelm Grässle und Ratsschreiber Wilhelm Rothenstein am 7. April 1898 zur Gründung des „Ländlichen Kreditvereins eGmbH, Niefern“ auf. Bis Ende des Jahres wurden 27 Kredite an Mitglieder vergeben. Generalversammlungen des Kreditvereins wurden in den Jahren nach der Gründung in örtlichen Gasthäusern abgehalten. Die Bankrechner, die diese Leitungsposition ehrenamtlich ausübten, waren bis 1924 Kehrer oder Kaufleute, danach folgte auf einen Schreiner ein Maurermeister. Erst 1952 übernahm mit Alois Münch ein Bankkaufmann diese Position.
Bis 1914 wuchs die Mitgliederzahl auf über 150, wobei auch Antragssteller abgelehnt wurden, wenn sie den Maßstäben der Zeit entsprechend nicht als „unbeschotenene Bürger“ betrachtet wurden.


Bis 1914 wuchs die Mitgliederzahl auf über 150, wobei auch Antragssteller abgelehnt wurden, wenn sie den Maßstäben der Zeit entsprechend nicht als „unbescholtene Bürger“ betrachtet wurden. Wer Mitglied in einer anderen Kreditgenossenschaft war, war ebenfalls ausgeschlossen.
Eine Folge der Hyperinflation des Jahres 1923 war, dass das Bankbetrieb im November eingestellt wurde und erst im Laufe des Folgejahres wieder aufgenommen werden konnte. Die Bank trug jetzt den Namen „Spar- und Darlehenskasse eGmbH“. Zum 20. Dezember 1953 wurde daraus die bis zuletzt verwendete Bezeichnung „Spar- und Kreditbank eG, Niefern“.


Eine Folge der Hyperinflation des Jahres 1923 war, dass das Bankbetrieb im November eingestellt wurde und erst im Laufe des Folgejahres wieder aufgenommen werden konnte. Die Bank trug jetzt den Namen „Spar- und Darlehenskasse eGmuH“. Diese Änderung brachte es mit sich, dass die Position des Bankrechners zeitgleich ein Vorstandsposten war. Im Bankvorstand saßen überwiegend Personen mit Handwerkerhintergrund. Kaufleute waren vertreten, bildeten aber die Minderheit.
Zehn Jahre später erwarb die Bank das Gebäude [[Hauptstraße (Niefern-Öschelbronn)|Hauptstraße]] 3 (heute: Nr. 12) und baute es zur zeitgemäß modernen Bankstelle um.

1943 zog die Bank erstmals in eine eigens dafür eingerichtete Geschäftsstelle im Haus [[Hauptstraße (Niefern-Öschelbronn)|Hauptstraße]] 5. Es folgten Umzüge 1948 in das Gebäude der ehemaligen Gemeindesparkasse, 1952 in die [[Hebelstraße (Niefern-Öschelbronn)|Hebelstraße]] 5 und 1954 in die Hauptstraße 3 (heute: Nummer 12) wo man einen teil des Gebäudes anmietete.

Den gestiegenen technischen Anforderungen entsprechend war es Mitte der 1950er Jahre nicht mehr möglich, die Position des Rechners bzw. Geschäftsführer ehrenamtlich oder als Nebenbeschäftigung auszuüben. Daher stellte man 1952 den aus [[Karlsruhe]] kommenden Bankkaufmann Alois Münch als hauptamtlichen Geschäftsführer und Vorstand ein.

Zum 20. Dezember 1953 wurde die unbeschränkte Haftung der Mitglieder beendet, die Bank wurde zur „Spar- und Kreditbank eGmbH“. Die Haftungssumme von zunächst 2.000 DM wurde 1969 auf 500 DM je Mitglied begrenzt. 1956 wurde die Mitgliedschaft auch Personen ermöglicht die nicht direkt aus Niefern stammten sondern aus der Umgebung. Zwischenzeitlich betrug das Wachstum der Bank mehr als 50%. Die Mitgliederzahl wurch von 192 im jahr 1954 auf 613 zehn Jahre später. Bis Ende 1973 überschritt sie die 1000er-Marke.

1963 erwarb die Bank das bereits angemietete Gebäude Hauptstraße 3 und baute es zur zeitgemäß modernen Bankstelle um, die im Herbst 1964 feierlich eröffnet wurde. Es folgte die Ausstattung mit Panzerglas im Jahr 1968. 1970 stellte die Bank auf elektronische Datenverarbeitung um.

Ende 1971 fusionierte die Bank mit der wirtschaftlich angeschlagenen ''Landwirtschaftlichen Ein-und Verkaufsgenossenschaft Niefern'', die 1897 wie die Bank unter Beteiligung von Bürgermeister Grässle gegründet worden war.

Das Bankgebäude wurde Anfang der 1970er Jahre abermals umgebaut: Die oberen Geschosse wurden abgerissen und neu errichtet. Dadurch entstand aus dem vergleichsweise engen Dachgeschoss eine weitaus besser nutzbare Bürofläche.


1973 fusionierte die Bank mit der [[Spar- und Kreditbank Öschelbronn]] zur [[Spar- und Kreditbank Niefern-Öschelbronn]].
1973 fusionierte die Bank mit der [[Spar- und Kreditbank Öschelbronn]] zur [[Spar- und Kreditbank Niefern-Öschelbronn]].


==Literatur==
[[Kategorie:Ehemaliges Unternehmen]]

[[Kategorie:Kreditinstitut]]
* 75 Jahre Spar-und Kreditbank eGmbH Niefern, 1973
* 100 Jahre Spar- und Kreditbank eG Niefern-Öschellbronn mit Genossenschaftsbank Iptingen, 1994

[[Kategorie:Ehemaliges Kreditinstitut]]
[[Kategorie:Niefern]]
[[Kategorie:Niefern]]

Aktuelle Version vom 19. Juni 2026, 21:18 Uhr

Die Spar- und Kreditbank Niefern war ein genossenschaftlich organisiertes Kreditinstitut in Niefern.

Geschichte

Dem allgemeinen Trend folgend und weil es im Ort kaum andere seriöse Möglichkeiten zur Kreditfinanzierung gab, riefen Bürgermeister Wilhelm Grässle und Ratsschreiber Wilhelm Rothenstein am 7. April 1898 zur Gründung des „Ländlichen Kreditvereins eGmbH, Niefern“ auf. Bis Ende des Jahres wurden 27 Kredite an Mitglieder vergeben. Generalversammlungen des Kreditvereins wurden in den Jahren nach der Gründung in örtlichen Gasthäusern abgehalten. Die Bankrechner, die diese Leitungsposition ehrenamtlich ausübten, waren bis 1924 Kehrer oder Kaufleute, danach folgte auf einen Schreiner ein Maurermeister. Erst 1952 übernahm mit Alois Münch ein Bankkaufmann diese Position.

Bis 1914 wuchs die Mitgliederzahl auf über 150, wobei auch Antragssteller abgelehnt wurden, wenn sie den Maßstäben der Zeit entsprechend nicht als „unbescholtene Bürger“ betrachtet wurden. Wer Mitglied in einer anderen Kreditgenossenschaft war, war ebenfalls ausgeschlossen.

Eine Folge der Hyperinflation des Jahres 1923 war, dass das Bankbetrieb im November eingestellt wurde und erst im Laufe des Folgejahres wieder aufgenommen werden konnte. Die Bank trug jetzt den Namen „Spar- und Darlehenskasse eGmuH“. Diese Änderung brachte es mit sich, dass die Position des Bankrechners zeitgleich ein Vorstandsposten war. Im Bankvorstand saßen überwiegend Personen mit Handwerkerhintergrund. Kaufleute waren vertreten, bildeten aber die Minderheit.

1943 zog die Bank erstmals in eine eigens dafür eingerichtete Geschäftsstelle im Haus Hauptstraße 5. Es folgten Umzüge 1948 in das Gebäude der ehemaligen Gemeindesparkasse, 1952 in die Hebelstraße 5 und 1954 in die Hauptstraße 3 (heute: Nummer 12) wo man einen teil des Gebäudes anmietete.

Den gestiegenen technischen Anforderungen entsprechend war es Mitte der 1950er Jahre nicht mehr möglich, die Position des Rechners bzw. Geschäftsführer ehrenamtlich oder als Nebenbeschäftigung auszuüben. Daher stellte man 1952 den aus Karlsruhe kommenden Bankkaufmann Alois Münch als hauptamtlichen Geschäftsführer und Vorstand ein.

Zum 20. Dezember 1953 wurde die unbeschränkte Haftung der Mitglieder beendet, die Bank wurde zur „Spar- und Kreditbank eGmbH“. Die Haftungssumme von zunächst 2.000 DM wurde 1969 auf 500 DM je Mitglied begrenzt. 1956 wurde die Mitgliedschaft auch Personen ermöglicht die nicht direkt aus Niefern stammten sondern aus der Umgebung. Zwischenzeitlich betrug das Wachstum der Bank mehr als 50%. Die Mitgliederzahl wurch von 192 im jahr 1954 auf 613 zehn Jahre später. Bis Ende 1973 überschritt sie die 1000er-Marke.

1963 erwarb die Bank das bereits angemietete Gebäude Hauptstraße 3 und baute es zur zeitgemäß modernen Bankstelle um, die im Herbst 1964 feierlich eröffnet wurde. Es folgte die Ausstattung mit Panzerglas im Jahr 1968. 1970 stellte die Bank auf elektronische Datenverarbeitung um.

Ende 1971 fusionierte die Bank mit der wirtschaftlich angeschlagenen Landwirtschaftlichen Ein-und Verkaufsgenossenschaft Niefern, die 1897 wie die Bank unter Beteiligung von Bürgermeister Grässle gegründet worden war.

Das Bankgebäude wurde Anfang der 1970er Jahre abermals umgebaut: Die oberen Geschosse wurden abgerissen und neu errichtet. Dadurch entstand aus dem vergleichsweise engen Dachgeschoss eine weitaus besser nutzbare Bürofläche.

1973 fusionierte die Bank mit der Spar- und Kreditbank Öschelbronn zur Spar- und Kreditbank Niefern-Öschelbronn.

Literatur

  • 75 Jahre Spar-und Kreditbank eGmbH Niefern, 1973
  • 100 Jahre Spar- und Kreditbank eG Niefern-Öschellbronn mit Genossenschaftsbank Iptingen, 1994