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Niefern wird erstmals 1080 als ''Nieveren'' urkundlich erwähnt. Die Bedeutung ist nicht sicher geklärt und könnte auch keltischen Ursprungs sein. Eine geläufige Deutung leitet den Namen jedoch vom althochdeutschen ''*Nio-ferion'' ab, was als "Neuankömmlinge, neue Siedler" zu übersetzen wäre. Die Gründung des Orts dürfte wohl noch im Frühmittelalter statt gefunden haben. Die Herrschaftsrechte waren ursprünglich im Besitz der Kraichgaugrafen und kamen danach (teilweise) an den Bischof von Speyer. Ab [[1186]] ist [[Herren von Niefern|Nieferner Ortsadel]] belegt, welche Gefolgsleute des Bischofs von Speyer waren und ab [[1258]] der Markgrafen von Baden. |
Niefern wird erstmals 1080 als ''Nieveren'' urkundlich erwähnt. Die Bedeutung ist nicht sicher geklärt und könnte auch keltischen Ursprungs sein. Eine geläufige Deutung leitet den Namen jedoch vom althochdeutschen ''*Nio-ferion'' ab, was als "Neuankömmlinge, neue Siedler" zu übersetzen wäre. Die Gründung des Orts dürfte wohl noch im Frühmittelalter statt gefunden haben. Die Herrschaftsrechte waren ursprünglich im Besitz der Kraichgaugrafen und kamen danach (teilweise) an den Bischof von Speyer. Ab [[1186]] ist [[Herren von Niefern|Nieferner Ortsadel]] belegt, welche Gefolgsleute des Bischofs von Speyer waren und ab [[1258]] der Markgrafen von Baden. |
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In Niefern gab es einst zwei Burgen. Die [[Burg Hohenniefern]] |
In Niefern gab es einst zwei Burgen. Die [[Burg Hohenniefern]] und die [[Niefernburg]] im Tal. Ursprünglich hatten die Klöster Hirsau und Reichenbach Rechte an Niefern, die jedoch schrittweise ans [[Kloster Maulbronn]] übergingen. Im Jahr [[1390]] kaufte es ein Viertel des Dorfs und verkaufte es [[1483]] an [[Baden]]. Ein weiteres Viertel wurde zu Lehen [[1454]] durch die [[Herren von Enzberg]] den Markgrafen aufgetragen und wird [[1529]] von letzteren gekauft. Die letzte Hälfte kam [[1510]] von den Herren von Bach in den Besitz der Markgrafen von Baden. |
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Die "Friedrichsmühle", erstmals [[1366]] nachgewiesen, war in diesem Jahr bereits in Markgräflichen Besitz und wurde von ihnen ebenso vermietet wie eine außerorts gelegene Ziegelhütte. |
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Da die umliegenden Orte nach und nach [[Württemberg|württembergisch]] wurden geriet Niefern in die Lage eines Grenzortes. [[1604]] begann und beendete der württembergische Herzog einen Ritt um die Landesgrenze zwischen Niefern und [[Dürrmenz]]. Ein zu diesem Anlass errichteter "Herzogstein" im Felsenwäldchen erinnert daran. |
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In den [[1550er]] Jahren erhielt Kanzler [[Martin Achtsynit]] die badischen Besitzungen in Niefern zum Geschenk. Aus der [[Niefernburg]] gestaltete er ein "lustiges Schloss", und erweiterte es um Wirtschaftsgebäude, darunter eine neue Zehntscheune, eine Mühle, und später eine Sägemühle. In dieser wird 1672 eine Papiermühle eingerichtet, was einen kurzzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung für Niefern bedeutet. |
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Im [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieg]] liegt Niefern vor der [[Eppinger Linie]]. Die Kriegshandlungen wie zuvor eine Pestwelle reduzieren die Bevölkerung auf etwa 300. In den folgenden Jahrzehnten waren die Nieferner Bauern auch aufgrund von Missernten hoch verschuldet, eine drohende Enteignung der Bevölkerung wird durch markgräfliches Einschreiten gestoppt. |
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Mit der Papierfabrik Bohnenberger ([[1820]]) und der Maschinenfabrik Bellmer ([[1842]]) kam erstmals Industrie nach Niefern. Trotz einer Ausreisewelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung, begünstigt auch durch die von der Nieferner Bevölkerung zunächst abgelehnte Bahnlinie, die 1863 eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand die Freiwillige Feuerwehr. Das erst 1821 erbaute neue Rat- und Schulhaus wurde 1880 durch ein neues, größeres Schulhaus ergänzt. Dieses wurde seinerseits 1908 durch einen größeren Neubau ersetzt. |
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Die Infrastruktur wurde mit der Tieferlegung der [[Kürnbach]], einer zentralen Wasserversorgung und 1903 ortsweiter elektrischer Energie modernisiert. Weitere Industrie siedelte sich vor allem nach 1918 im Ort an. |
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Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] entstanden neue Wohngebiete für Flüchtende aus dem Sudetenland sowie wohnungslos gewordenen Menschen aus [[Pforzheim]]. Dieses Wachstum brachte weitere Neubauten mit sich: 1950 entstand ein Freibad, 1954 die [[Liebfrauenkirche (Niefern)|Liebfrauenkirche]]. In den [[1950er]] Jahren eröffnete zudem die [[Kläranlage Niefern-Öschelbronn|Kläranlage]] und ein neues Schulhaus. Die evangelische Kirchengemeinde baute ein Gemeindehaus und einen Kindergarten. Außerdem wurde die Anlage des [[Neuer Friedhof Niefern|Neuen Friedhofs]] am Ortsrand beschlossen. |
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1971 entstand das [[Hallenbad (Niefern)|Hallenbad]] und eine eigene Schulturnhalle. Ebenfalls 1971 schloss sich Niefern mit dem Nachbarort [[Öschelbronn]] zur Gemeinde [[Niefern-Öschelbronn]] zusammen. |
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*Die [[Chartaque]] ist der Nachbau eines Wachturms der [[Eppinger Linie]], mit der man sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts gegen die mörderischen Franzoseneinfälle zu verteidigen suchte. |
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*Die [[Niefernburg]] ist eine ehemalige Talburg in Niefern, die im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde. |
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*Die [[Evangelische Kirche (Niefern)|Evangelische Kirche]] in Niefern ist eine alte Marienkirche und besitzt eine wertvolle historische Ausstattung. |
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*Die [[Liebfrauenkirche (Niefern)|Liebfrauenkirche]] in Niefern ist eine katholische Kirche. |
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Aktuelle Version vom 19. Juni 2026, 09:02 Uhr

Niefern ist ein Teilort der Gemeinde Niefern-Öschelbronn im Enzkreis. Seine Ortsteile sind das eigentliche Niefern (auch Niefern-Ort genannt) und Niefern-Vorort, welcher um den Bahnhof Niefern und an der A 8 und B 10 liegt.
Auf der Gemarkung liegt die Wüstung Riesch.


Geschichte
Aus der Römerzeit stammt ein Grabaltar, welcher in der Pfarrkirche wiederverwendet wurde.
Niefern wird erstmals 1080 als Nieveren urkundlich erwähnt. Die Bedeutung ist nicht sicher geklärt und könnte auch keltischen Ursprungs sein. Eine geläufige Deutung leitet den Namen jedoch vom althochdeutschen *Nio-ferion ab, was als "Neuankömmlinge, neue Siedler" zu übersetzen wäre. Die Gründung des Orts dürfte wohl noch im Frühmittelalter statt gefunden haben. Die Herrschaftsrechte waren ursprünglich im Besitz der Kraichgaugrafen und kamen danach (teilweise) an den Bischof von Speyer. Ab 1186 ist Nieferner Ortsadel belegt, welche Gefolgsleute des Bischofs von Speyer waren und ab 1258 der Markgrafen von Baden.
In Niefern gab es einst zwei Burgen. Die Burg Hohenniefern und die Niefernburg im Tal. Ursprünglich hatten die Klöster Hirsau und Reichenbach Rechte an Niefern, die jedoch schrittweise ans Kloster Maulbronn übergingen. Im Jahr 1390 kaufte es ein Viertel des Dorfs und verkaufte es 1483 an Baden. Ein weiteres Viertel wurde zu Lehen 1454 durch die Herren von Enzberg den Markgrafen aufgetragen und wird 1529 von letzteren gekauft. Die letzte Hälfte kam 1510 von den Herren von Bach in den Besitz der Markgrafen von Baden.
Die "Friedrichsmühle", erstmals 1366 nachgewiesen, war in diesem Jahr bereits in Markgräflichen Besitz und wurde von ihnen ebenso vermietet wie eine außerorts gelegene Ziegelhütte.
Da die umliegenden Orte nach und nach württembergisch wurden geriet Niefern in die Lage eines Grenzortes. 1604 begann und beendete der württembergische Herzog einen Ritt um die Landesgrenze zwischen Niefern und Dürrmenz. Ein zu diesem Anlass errichteter "Herzogstein" im Felsenwäldchen erinnert daran.
In den 1550er Jahren erhielt Kanzler Martin Achtsynit die badischen Besitzungen in Niefern zum Geschenk. Aus der Niefernburg gestaltete er ein "lustiges Schloss", und erweiterte es um Wirtschaftsgebäude, darunter eine neue Zehntscheune, eine Mühle, und später eine Sägemühle. In dieser wird 1672 eine Papiermühle eingerichtet, was einen kurzzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung für Niefern bedeutet.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg liegt Niefern vor der Eppinger Linie. Die Kriegshandlungen wie zuvor eine Pestwelle reduzieren die Bevölkerung auf etwa 300. In den folgenden Jahrzehnten waren die Nieferner Bauern auch aufgrund von Missernten hoch verschuldet, eine drohende Enteignung der Bevölkerung wird durch markgräfliches Einschreiten gestoppt.
Mit der Papierfabrik Bohnenberger (1820) und der Maschinenfabrik Bellmer (1842) kam erstmals Industrie nach Niefern. Trotz einer Ausreisewelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung, begünstigt auch durch die von der Nieferner Bevölkerung zunächst abgelehnte Bahnlinie, die 1863 eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand die Freiwillige Feuerwehr. Das erst 1821 erbaute neue Rat- und Schulhaus wurde 1880 durch ein neues, größeres Schulhaus ergänzt. Dieses wurde seinerseits 1908 durch einen größeren Neubau ersetzt.
Die Infrastruktur wurde mit der Tieferlegung der Kürnbach, einer zentralen Wasserversorgung und 1903 ortsweiter elektrischer Energie modernisiert. Weitere Industrie siedelte sich vor allem nach 1918 im Ort an.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden neue Wohngebiete für Flüchtende aus dem Sudetenland sowie wohnungslos gewordenen Menschen aus Pforzheim. Dieses Wachstum brachte weitere Neubauten mit sich: 1950 entstand ein Freibad, 1954 die Liebfrauenkirche. In den 1950er Jahren eröffnete zudem die Kläranlage und ein neues Schulhaus. Die evangelische Kirchengemeinde baute ein Gemeindehaus und einen Kindergarten. Außerdem wurde die Anlage des Neuen Friedhofs am Ortsrand beschlossen.
1971 entstand das Hallenbad und eine eigene Schulturnhalle. Ebenfalls 1971 schloss sich Niefern mit dem Nachbarort Öschelbronn zur Gemeinde Niefern-Öschelbronn zusammen.
Sehenswürdigkeiten
- Die Chartaque ist der Nachbau eines Wachturms der Eppinger Linie, mit der man sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts gegen die mörderischen Franzoseneinfälle zu verteidigen suchte.
- Die Niefernburg ist eine ehemalige Talburg in Niefern, die im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde.
- Die Evangelische Kirche in Niefern ist eine alte Marienkirche und besitzt eine wertvolle historische Ausstattung.
- Die Liebfrauenkirche in Niefern ist eine katholische Kirche.
Dieser Artikel ist leider sehr kurz. Also: Sei mutig und mache aus ihm bitte einen guten Artikel, wenn du mehr zum Thema „Niefern” weißt.
Birkenfeld, Eisingen, Engelsbrand, Friolzheim, Heimsheim, Illingen, Ispringen, Kämpfelbach, Keltern, Kieselbronn, Knittlingen, Königsbach-Stein, Maulbronn, Mönsheim, Mühlacker, Neuenbürg, Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim, Remchingen, Sternenfels, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg bilden den Enzkreis.
