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Niefern: Unterschied zwischen den Versionen

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'''{{PAGENAME}}''' ist ein Teilort der Gemeinde [[Niefern-Öschelbronn]] im [[Enzkreis]]. Seine Ortsteile sind das eigentliche Niefern (auch Niefern-Ort genannt) und Niefern-Vorort, welcher um den Bahnhof Niefern und an der [[Bundesautobahn 8|A 8]] und [[Bundesstraße 10|B 10]] liegt.
'''{{PAGENAME}}''' ist ein Teilort der Gemeinde [[Niefern-Öschelbronn]] im [[Enzkreis]]. Seine Ortsteile sind das eigentliche Niefern (auch Niefern-Ort genannt) und Niefern-Vorort, welcher um den Bahnhof Niefern und an der [[Bundesautobahn 8|A 8]] und [[Bundesstraße 10|B 10]] liegt.


[[Wüstung]] [[Riesch]]
Auf der Gemarkung liegt die [[Wüstung]] [[Riesch]].
[[File:Niefernburg.jpg|thumb|Niefernburg]]
[[File:NiefernEvangelischePfarrkirche.jpg|thumb|Evangelische Kirche]]


==Geschichte==
Riesch
Aus der [[Römer]]zeit stammt ein [[Römischer Grabaltar aus Niefern|Grabaltar]], welcher in der Pfarrkirche wiederverwendet wurde.
Im Jahre [[1279]] kauften die Brüder Einhart und Günther Imhof aus [[Pforzheim]] die Dörfer [[Eutingen]] und Riesch von den Herren von [[Roßwag]]. In einem Eutinger Berain aus dem [[15. Jahrhundert]] heißt es: „wissen zu Rysch by brunnen an Niefferer marck.“ Diese Wiese ist wohl die „Reyscherswies“ des [[16.]] und [[17.]] und die „Reiserwies“ des [[19. Jahrhundert]]s, die da liegt, wo der „Reyschers Weg“ ([[1711]]), Reisersweg [[1920]], der von [[Niefern]] nach dem [[Hagenschieß]] führt, an der Gemarkungsgrenze zwischen Niefern und Eutingen in den Wald eintritt. Dort haben wir also die Lage des Dorfes Riesch zu suchen. Für die Lage an dieser Stelle spricht auch der Umstand, dass da de Postweg von [[Öschelbronn]] und der Reisersweg von Niefern zusammentreffen. Die Wiesen in dieser Ecke heißen heute „Brunkelwiesen, früher „auf dem Brunkel“. Sie sind später nochmals besiedelt worden. Hier stand Endes des [[18. Jahrhundert]]s der „Bauern Hof“ oder „Leonhard Hubers Hof“ am Reiserweg und des „ Martin Hubers Hof“ am Postweg. Östlich von diesen Höfen lag da, wo die Schillbachklamm aus dem Wald heraustritt, der „Steinen Hof“ oder „Friedrich Laurmanns Hof“. Sie alle sind auch wieder verschwunden. Der ganze Waldrand bietet so ein Bild des stets wechselnder Besiedlung.
Auch die am Postweg auftretenden Flurnamen „Burghausen“ und „Langendorfer Pfad“ und „im Langendorf“ deuten darauf hin.


Niefern wird erstmals 1080 als ''Nieveren'' urkundlich erwähnt. Die Bedeutung ist nicht sicher geklärt und könnte auch keltischen Ursprungs sein. Eine geläufige Deutung leitet den Namen jedoch vom althochdeutschen ''*Nio-ferion'' ab, was als "Neuankömmlinge, neue Siedler" zu übersetzen wäre. Die Gründung des Orts dürfte wohl noch im Frühmittelalter statt gefunden haben. Die Herrschaftsrechte waren ursprünglich im Besitz der Kraichgaugrafen und kamen danach (teilweise) an den Bischof von Speyer. Ab [[1186]] ist [[Herren von Niefern|Nieferner Ortsadel]] belegt, welche Gefolgsleute des Bischofs von Speyer waren und ab [[1258]] der Markgra­fen von Baden.
Es ist keine Seltenheit, Wüstungen an Waldrändern zu finden. Es handelt sich dabei meist um Rodungssiedlungen, die dann wieder verlassen wurden, wenn sich an einem anderen Orte günstigere Niederlassungsbedingungen boten. Die im [[18. Jahrhundert]] auf den Brunkelwiesen entstandenen Höfe verdanken ihren Ursprung sehr wahrscheinlich den physiokrtischen Bestrebungen jener Zeit, die gerade durch Hofgründungen auf eine gründliche Bodenausnützung hinarbeiteten. Die drei genannten Höfe sind nicht die einzigen in jener Zeit auf der Nieferner Gemarkung gegründeten; aus dieser Zeit stammen auch noch der Schanzhof auf der Höhe zwischen Öschelbronn und Niefern und der [[Hangensteiner Hof]] an der württembergischen Grenze. Auch diese beiden Höfe sind am Anfang des [[19. Jahrhunderts]] wieder abgegangen.


In Niefern gab es einst zwei Burgen. Die [[Burg Hohenniefern]] und die [[Niefernburg]] im Tal. Ursprünglich hatten die Klöster Hirsau und Reichenbach Rechte an Niefern, die jedoch schrittweise ans [[Kloster Maulbronn]] übergingen. Im Jahr [[1390]] kaufte es ein Viertel des Dorfs und verkaufte es [[1483]] an [[Baden]]. Ein weiteres Viertel wurde zu Lehen [[1454]] durch die [[Herren von Enzberg]] den Markgrafen aufgetragen und wird [[1529]] von letzteren gekauft. Die letzte Hälfte kam [[1510]] von den Herren von Bach in den Besitz der Markgrafen von Baden.


Die "Friedrichsmühle", erstmals [[1366]] nachgewiesen, war in diesem Jahr bereits in Markgräflichen Besitz und wurde von ihnen ebenso vermietet wie eine außerorts gelegene Ziegelhütte.
[[Kategorie:Niefern-Öschelbronn]]


Da die umliegenden Orte nach und nach [[Württemberg|württembergisch]] wurden geriet Niefern in die Lage eines Grenzortes. [[1604]] begann und beendete der württembergische Herzog einen Ritt um die Landesgrenze zwischen Niefern und [[Dürrmenz]]. Ein zu diesem Anlass errichteter "Herzogstein" im Felsenwäldchen erinnert daran.

In den [[1550er]] Jahren erhielt Kanzler [[Martin Achtsynit]] die badischen Besitzungen in Niefern zum Geschenk. Aus der [[Niefernburg]] gestaltete er ein "lustiges Schloss", und erweiterte es um Wirtschaftsgebäude, darunter eine neue Zehntscheune, eine Mühle, und später eine Sägemühle. In dieser wird 1672 eine Papiermühle eingerichtet, was einen kurzzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung für Niefern bedeutet.

Im [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieg]] liegt Niefern vor der [[Eppinger Linie]]. Die Kriegshandlungen wie zuvor eine Pestwelle reduzieren die Bevölkerung auf etwa 300. In den folgenden Jahrzehnten waren die Nieferner Bauern auch aufgrund von Missernten hoch verschuldet, eine drohende Enteignung der Bevölkerung wird durch markgräfliches Einschreiten gestoppt.

Mit der Papierfabrik Bohnenberger ([[1820]]) und der Maschinenfabrik Bellmer ([[1842]]) kam erstmals Industrie nach Niefern. Trotz einer Ausreisewelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung, begünstigt auch durch die von der Nieferner Bevölkerung zunächst abgelehnte Bahnlinie, die 1863 eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand die Freiwillige Feuerwehr. Das erst 1821 erbaute neue Rat- und Schulhaus wurde 1880 durch ein neues, größeres Schulhaus ergänzt. Dieses wurde seinerseits 1908 durch einen größeren Neubau ersetzt.

Die Infrastruktur wurde mit der Tieferlegung der [[Kürnbach]], einer zentralen Wasserversorgung und 1903 ortsweiter elektrischer Energie modernisiert. Weitere Industrie siedelte sich vor allem nach 1918 im Ort an.

Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] entstanden neue Wohngebiete für Flüchtende aus dem Sudetenland sowie wohnungslos gewordenen Menschen aus [[Pforzheim]]. Dieses Wachstum brachte weitere Neubauten mit sich: 1950 entstand ein Freibad, 1954 die [[Liebfrauenkirche (Niefern)|Liebfrauenkirche]]. In den [[1950er]] Jahren eröffnete zudem die [[Kläranlage Niefern-Öschelbronn|Kläranlage]] und ein neues Schulhaus. Die evangelische Kirchengemeinde baute ein Gemeindehaus und einen Kindergarten. Außerdem wurde die Anlage des [[Neuer Friedhof Niefern|Neuen Friedhofs]] am Ortsrand beschlossen.

1971 entstand das [[Hallenbad (Niefern)|Hallenbad]] und eine eigene Schulturnhalle. Ebenfalls 1971 schloss sich Niefern mit dem Nachbarort [[Öschelbronn]] zur Gemeinde [[Niefern-Öschelbronn]] zusammen.

== Sehenswürdigkeiten ==
*Die [[Chartaque]] ist der Nachbau eines Wachturms der [[Eppinger Linie]], mit der man sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts gegen die mörderischen Franzoseneinfälle zu verteidigen suchte.
*Die [[Niefernburg]] ist eine ehemalige Talburg in Niefern, die im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde.
*Die [[Evangelische Kirche (Niefern)|Evangelische Kirche]] in Niefern ist eine alte Marienkirche und besitzt eine wertvolle historische Ausstattung.
*Die [[Liebfrauenkirche (Niefern)|Liebfrauenkirche]] in Niefern ist eine katholische Kirche.

[[Kategorie:Niefern-Öschelbronn]]
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Aktuelle Version vom 19. Juni 2026, 09:02 Uhr

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Luftbild von Niefern-Vorort, zweigeteilt durch die Bahnstrecke Durlach–Mühlacker

Niefern ist ein Teilort der Gemeinde Niefern-Öschelbronn im Enzkreis. Seine Ortsteile sind das eigentliche Niefern (auch Niefern-Ort genannt) und Niefern-Vorort, welcher um den Bahnhof Niefern und an der A 8 und B 10 liegt.

Auf der Gemarkung liegt die Wüstung Riesch.

Niefernburg
Evangelische Kirche

Geschichte

Aus der Römerzeit stammt ein Grabaltar, welcher in der Pfarrkirche wiederverwendet wurde.

Niefern wird erstmals 1080 als Nieveren urkundlich erwähnt. Die Bedeutung ist nicht sicher geklärt und könnte auch keltischen Ursprungs sein. Eine geläufige Deutung leitet den Namen jedoch vom althochdeutschen *Nio-ferion ab, was als "Neuankömmlinge, neue Siedler" zu übersetzen wäre. Die Gründung des Orts dürfte wohl noch im Frühmittelalter statt gefunden haben. Die Herrschaftsrechte waren ursprünglich im Besitz der Kraichgaugrafen und kamen danach (teilweise) an den Bischof von Speyer. Ab 1186 ist Nieferner Ortsadel belegt, welche Gefolgsleute des Bischofs von Speyer waren und ab 1258 der Markgra­fen von Baden.

In Niefern gab es einst zwei Burgen. Die Burg Hohenniefern und die Niefernburg im Tal. Ursprünglich hatten die Klöster Hirsau und Reichenbach Rechte an Niefern, die jedoch schrittweise ans Kloster Maulbronn übergingen. Im Jahr 1390 kaufte es ein Viertel des Dorfs und verkaufte es 1483 an Baden. Ein weiteres Viertel wurde zu Lehen 1454 durch die Herren von Enzberg den Markgrafen aufgetragen und wird 1529 von letzteren gekauft. Die letzte Hälfte kam 1510 von den Herren von Bach in den Besitz der Markgrafen von Baden.

Die "Friedrichsmühle", erstmals 1366 nachgewiesen, war in diesem Jahr bereits in Markgräflichen Besitz und wurde von ihnen ebenso vermietet wie eine außerorts gelegene Ziegelhütte.

Da die umliegenden Orte nach und nach württembergisch wurden geriet Niefern in die Lage eines Grenzortes. 1604 begann und beendete der württembergische Herzog einen Ritt um die Landesgrenze zwischen Niefern und Dürrmenz. Ein zu diesem Anlass errichteter "Herzogstein" im Felsenwäldchen erinnert daran.

In den 1550er Jahren erhielt Kanzler Martin Achtsynit die badischen Besitzungen in Niefern zum Geschenk. Aus der Niefernburg gestaltete er ein "lustiges Schloss", und erweiterte es um Wirtschaftsgebäude, darunter eine neue Zehntscheune, eine Mühle, und später eine Sägemühle. In dieser wird 1672 eine Papiermühle eingerichtet, was einen kurzzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung für Niefern bedeutet.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg liegt Niefern vor der Eppinger Linie. Die Kriegshandlungen wie zuvor eine Pestwelle reduzieren die Bevölkerung auf etwa 300. In den folgenden Jahrzehnten waren die Nieferner Bauern auch aufgrund von Missernten hoch verschuldet, eine drohende Enteignung der Bevölkerung wird durch markgräfliches Einschreiten gestoppt.

Mit der Papierfabrik Bohnenberger (1820) und der Maschinenfabrik Bellmer (1842) kam erstmals Industrie nach Niefern. Trotz einer Ausreisewelle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung, begünstigt auch durch die von der Nieferner Bevölkerung zunächst abgelehnte Bahnlinie, die 1863 eröffnet wurde. Im selben Jahr entstand die Freiwillige Feuerwehr. Das erst 1821 erbaute neue Rat- und Schulhaus wurde 1880 durch ein neues, größeres Schulhaus ergänzt. Dieses wurde seinerseits 1908 durch einen größeren Neubau ersetzt.

Die Infrastruktur wurde mit der Tieferlegung der Kürnbach, einer zentralen Wasserversorgung und 1903 ortsweiter elektrischer Energie modernisiert. Weitere Industrie siedelte sich vor allem nach 1918 im Ort an.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden neue Wohngebiete für Flüchtende aus dem Sudetenland sowie wohnungslos gewordenen Menschen aus Pforzheim. Dieses Wachstum brachte weitere Neubauten mit sich: 1950 entstand ein Freibad, 1954 die Liebfrauenkirche. In den 1950er Jahren eröffnete zudem die Kläranlage und ein neues Schulhaus. Die evangelische Kirchengemeinde baute ein Gemeindehaus und einen Kindergarten. Außerdem wurde die Anlage des Neuen Friedhofs am Ortsrand beschlossen.

1971 entstand das Hallenbad und eine eigene Schulturnhalle. Ebenfalls 1971 schloss sich Niefern mit dem Nachbarort Öschelbronn zur Gemeinde Niefern-Öschelbronn zusammen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Chartaque ist der Nachbau eines Wachturms der Eppinger Linie, mit der man sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts gegen die mörderischen Franzoseneinfälle zu verteidigen suchte.
  • Die Niefernburg ist eine ehemalige Talburg in Niefern, die im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde.
  • Die Evangelische Kirche in Niefern ist eine alte Marienkirche und besitzt eine wertvolle historische Ausstattung.
  • Die Liebfrauenkirche in Niefern ist eine katholische Kirche.


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Städte und Gemeinden (inklusive Stadtteile, Teilorte und Orte) im Enzkreis

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Die Teilorte Niefern und Öschelbronn bilden die Gemeinde Niefern-Öschelbronn.