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Karl Bissinger (1845–1910): Unterschied zwischen den Versionen
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'''Karl Bissinger'''(* [[1845]]; † [[1910]]) war Altphilologe und Numismatiker (Münzkundler). |
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Ab [[1895]] war er Direktor des [[Reuchlin-Gymnasium]]s. Er vermachte der Stadt [[Pforzheim]] eine umfangreiche und wertvolle Münzsammlung. |
'''Karl Bissinger''' (* [[Geburtstag::18. April]] [[Geburtsjahr::1845]] in {{Geboren in|Karlsruhe}}; † [[Todestag::3. Januar]] [[Todesjahr::1910]] in {{Gestorben in|Pforzheim}}) war Geheimer Hofrat, [[Ist::Lehrer|Schulpädagoge]], Heimatforscher und [[Ist::Numismatiker]]. Ab [[1895]] war er Direktor des [[Reuchlin-Gymnasium]]s. Er vermachte der Stadt [[Tätig in::Pforzheim]] eine umfangreiche und wertvolle Münzsammlung. |
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Nach Karl Bissinger wurde [[1913]] die [[Geehrt mit Straße::Bissingerstraße]] benannt. |
Nach Karl Bissinger wurde [[1913]] die [[Geehrt mit Straße::Bissingerstraße]] benannt. |
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'''Bissinger''' war eine bekannte Pforzheimer Fabrikantenfamilie. |
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== Leben == |
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Karl Bissinger war der Sohn des gleichnamigen Karlsruher Lehrers, er besuchte das Karlsruher Gymnasium und studierte in Bonn, Göttingen und Heidelberg. Nach dem Studium begann er seine pädagogische Laufbahn am Karlsruher Gymnasium, wo er 1871 zum Professor ernannt wurde. 1885 wechselte er nach Donaueschingen, wo er Direktor des Progymnasiums war. |
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Nachdem 1861 der Bahnhof in Betrieb genommen wurde, bot sich die angrenzende Leopoldvorstadt als Standort für die wachsende Schmuckindustrie an. 1860 entstand der Luisenplatz mit der Durlacher- und Luisenstraße. Dieser Bereich entwickelte sich zum "heimlichen Geschäftszentrum"<ref name="Westend"/> der Stadt Pforzheim aus . Dort entwickelte sich nun die aufstrebende Weststadt, die Christop Timm auch "Pforzheims Westend"<ref name="Westend"/> nennt. Wegen der dort ansässigen Millionäre (Bissinger, [[Daub]], [[Fahrner]], [[Hausch]], [[Hepp]], [[Kutroff]], [[Rothschild]], [[Zerrenner]]) hieß das Stadtviertel im Volksmund auch das "Millionenviertel"<ref name="Westend">'''Pforzheims Westend'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet''. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 50f., hier. S. 50</ref> |
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1895 übernahm Karl Bissinger das Direktorat am Reuchlin-Gymnasium. Die Archivkommission der Stadt erfreute sich 15 Jahre lang seiner tatkräftigen Mitarbeit. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm und über ihn zeugen von seiner ausgewiesenen Kennerschaft und fachlichen Kompetenz vor allem in der Münzkunde. |
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Im Hotel Post (heute an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 37) in der Leopoldvorstadt war der Treffpunkt der Schmuckhändler.<ref name="Stadt platzt">'''Die Stadt platzt aus den Nähten'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet''. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-221-6, S. 48f., hier S. 48.</ref> |
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In seinem Testament vermachte er der Stadt seine schon zur damaligen Zeit exklusive und äußerst wertvolle Sammlung mit 14.000 Münzen. Vertreten sind darin die Antike mit vor allem griechischen und römischen Münzen, das Mittelalter und die Neuzeit mit deutschen Prägungen vor allem aus Baden. Die Sammlung enthält aber auch zahlreiche Münzen aus Europa und Übersee. |
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[[Datei:Grabmal Pauline Burgschneider geb. Bissinger (1865-1928) und Albert Burgschneider (1863-1935), Tafel.jpg|thumb| ]] |
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Ab 1904 produzierten der Schmuckentwerfer Karl Bissinger und der Bijouterie Händler Emil Levinger unter dem gemeinsamem Namen Firma Levinger & Bissinger in Pforzheim hoch qualitative Gold- und Silberwaren. <ref>vgl. Fritz Falk, Jugendstil-Schmuck // Art Nouveau jewellery from Pforzheim, 2009, S. 240.</ref> |
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Die Wertschätzung der Stadt zeigte die teilweise Umwidmung der Simmlerstraße: Bereits seit 1913 ist die Bissingerstraße in der Innenstadt zwischen Goethe- und Roßbrücke erwähnt. |
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== Einzelnachweise == |
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* '''Bissinger (Familie, Schmuckfirma)'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet.'' Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 50. |
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* Komnick, Holger: Der Geheime Hofrat Karl Bissinger (1845–1910) – Schulpädagoge, Heimatforscher und Münzsammler, in: Jobst, Andreas (Hg): Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte, Band 5, Ubstadt-Weiher 2016, S. 157-225 |
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* '''Bissinger, Karl'''. In: Christoph Timm: ''Pforzheim, Kulturdenkmale im Stadtgebiet.'' Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, S. 172. |
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* Katz, Harald: Der Schatz des Bissinger. Odyssee einer Münzsammlung, in: Förderverein für das Stadtarchiv e. V., Mitteilungen für die Mitglieder des Fördervereins Nr. 13, April 2011, S. 4-5. |
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*[https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/wlbblb_personen/1012177785/person leo-bw.de] |
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*[https://www.pforzheim.de/stadt/aktuelles/pressemeldungen/s1/article/detail/News/karl-bissinger-1845-1910-schulpaedagoge-heimatforscher-muenzsammler.html Vortrag über Bissinger (2016)] |
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*[https://www.enzkreis.de/Kreis-Verwaltung/Aktuelles/Aus-der-Serie-GESCHICHTSORT-ARCHIV-Bedeutende-M%C3%BCnzsammlung-Bissinger-im-Stadtarchiv-Pforzheim-neu-erschlossen.php?object=&ModID=7&FID=2032.6048.1&mNavID=2032.3&NavID=2032.156 Bedeutende Münzsammlung Bissinger im Stadtarchiv Pforzheim neu erschlossen] |
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*Franz Kössler: Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts ([http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6106/ online]) |
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Aktuelle Version vom 11. Oktober 2020, 15:45 Uhr

Karl Bissinger (* 18. April 1845 in Karlsruhe; † 3. Januar 1910 in Pforzheim) war Geheimer Hofrat, Schulpädagoge, Heimatforscher und Numismatiker. Ab 1895 war er Direktor des Reuchlin-Gymnasiums. Er vermachte der Stadt Pforzheim eine umfangreiche und wertvolle Münzsammlung.
Nach Karl Bissinger wurde 1913 die Bissingerstraße benannt.
Leben
Karl Bissinger war der Sohn des gleichnamigen Karlsruher Lehrers, er besuchte das Karlsruher Gymnasium und studierte in Bonn, Göttingen und Heidelberg. Nach dem Studium begann er seine pädagogische Laufbahn am Karlsruher Gymnasium, wo er 1871 zum Professor ernannt wurde. 1885 wechselte er nach Donaueschingen, wo er Direktor des Progymnasiums war.
1895 übernahm Karl Bissinger das Direktorat am Reuchlin-Gymnasium. Die Archivkommission der Stadt erfreute sich 15 Jahre lang seiner tatkräftigen Mitarbeit. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm und über ihn zeugen von seiner ausgewiesenen Kennerschaft und fachlichen Kompetenz vor allem in der Münzkunde.
In seinem Testament vermachte er der Stadt seine schon zur damaligen Zeit exklusive und äußerst wertvolle Sammlung mit 14.000 Münzen. Vertreten sind darin die Antike mit vor allem griechischen und römischen Münzen, das Mittelalter und die Neuzeit mit deutschen Prägungen vor allem aus Baden. Die Sammlung enthält aber auch zahlreiche Münzen aus Europa und Übersee.
Die Wertschätzung der Stadt zeigte die teilweise Umwidmung der Simmlerstraße: Bereits seit 1913 ist die Bissingerstraße in der Innenstadt zwischen Goethe- und Roßbrücke erwähnt.
Literatur
- Komnick, Holger: Der Geheime Hofrat Karl Bissinger (1845–1910) – Schulpädagoge, Heimatforscher und Münzsammler, in: Jobst, Andreas (Hg): Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte, Band 5, Ubstadt-Weiher 2016, S. 157-225
- Katz, Harald: Der Schatz des Bissinger. Odyssee einer Münzsammlung, in: Förderverein für das Stadtarchiv e. V., Mitteilungen für die Mitglieder des Fördervereins Nr. 13, April 2011, S. 4-5.
Weblinks
- leo-bw.de
- Vortrag über Bissinger (2016)
- Bedeutende Münzsammlung Bissinger im Stadtarchiv Pforzheim neu erschlossen
- Franz Kössler: Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts (online)