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Villa rustica Enzberg: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:Enzberg Luftbild Gutshof.jpg|thumb|Der römische Gutshof in Enzberg aus der Luft]] |
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[[Bild:Mühlacker-Enzb.Tafeln.jpg|thumb|Der römische Gutshof in Enzberg mit den erklärenden Schautafeln]] |
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Die '''Villa rustica Enzberg''' (''Villa rustica Schellenäcker'') ist eine [[Villa rustica]] in [[Mühlacker]]-[[Enzberg]]. Aufgrund ihrer Größe zählt sie zu den bekanntesten Villae im Enzkreis. Sie befindet sich am östlichen Ortsausgang von Enzberg (Flur ''Schellenäcker''). |
Die '''Villa rustica Enzberg''' (''Villa rustica Schellenäcker'') ist eine [[Villa rustica]] in [[Mühlacker]]-[[Enzberg]]. Aufgrund ihrer Größe zählt sie zu den bekanntesten Villae im Enzkreis. Sie befindet sich am östlichen Ortsausgang von Enzberg (Flur ''Schellenäcker''). |
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== Entstehung und Aufbau == |
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<!-- 2000 m² insgesamt gegraben |
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Archäologische Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes BW |
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1998-2000 4 Gebäude |
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Gebäude 1: symmetrischer Grundriss Frontseite 35 m lang |
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Keller Amphorenstandspuren = importierter Wein oder Öl-Lagerung |
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Risalitvilla |
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mehrfach umgebaut (Freitreppe kam später hinzu) |
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Gebäude 2: 10 m südlich; 13m lang, 10 m breit Quadratisch |
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bis zu 1 m dicke Mauern = Indiz für Höhe |
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Hauptraum war durch Holzfachwerkwände dreigeteilt |
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1 größerer Umbau; wahrscheinlich handwerklicher Gebrauch |
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Gebäude 3: 6 x 5 m groß |
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schlecht erhalten; dicke mauern; Funktion unbekannt |
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Gebäude 4: ca. 5 m westlich |
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schmale Mauern konnte nicht ganz ausgegraben werden; da Teil außerhalb Ausgrabungsgebiet |
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15 x 10 m groß, möglicherweise Lagerhalle |
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fast lebensgroße Frauenköpfe aus Stein zu einer schätz 7 m hohen Jupitersäule vor Hauptgebäude, der Sockel wird unter B10 vermutet |
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Der Komlex besteht aus 4 Gebäuden, sowie einem Badehaus und einem Steinbrunnen. Es wurde von etwa 100 n. Chr. bis zum Limesfall 263 genutzt und diente schätzungsweise 20 bis 30 Menschen als Unterkunft. Das Hauptgebäude war eine 35 m lange Risalitvilla. Im Keller fand man Amphorenstandspuren, die auf eine Lagerung von importierten gärenden Lebensmitteln wie Wein hinweisen. Vor dem Gebäude befand sich ein 4 m tiefer Brunnen, der möglicherweise zur Mostherstellung gedient hat, und eine schätzungsweise 7 m hohe Jupitersäule, deren Sockel man unter der heutigen B10 vermutet. |
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Freiluftanlage (Archäologischer Park) am 12. 9 04 eingeweiht |
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100 bis 260 |
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Steinbrunnen 4 m tief (Herstellung von Most?) |
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Das 13 x 15 m große Gebäude 2 befindet sich 10 m südlich. Aufgrund der bis zu 1 m dicken Mauern vermutet man einen Hochbau. Durch Wände aus Holzfachwerk war der Hauptraum dreigeteilt. Wahrscheinlich nutzte man das Gebäude zu handwerklichen Zwecken. |
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1850 erste römische Funde 3 |
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Verlegung B 10 1998 |
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Das Gebäude 3 war mit 6 x 5 m Größe das kleinste Gebäude des Guthofs. Trotz ihrer Dicke sind die Mauern nur schlecht erhalten. Die Funktion des Gebäudes ist unbekannt. |
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Kostenträger (bis 2000): |
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Das Gebäude 4 befindet sich ca. 5 m westlich von Gebäude 2. Es war mind. 15 x 10 m groß, konnte allerdings nicht gänzlich ausgegraben werden, da der Restteil außerhalb des Ausgrabungsgebiet liegt. Hierbei handelt es sich vermutlich um eine Lagerhalle. |
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Gründung des HAV Grabungsleiterin Dr. Britta Rabold. |
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Beteiligt Stadt Mühlacker, Arbeitsamt Pforzheim, THW Mühlacker, HAV, Ehrenamtlich |
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Erste Ausgrabung 1912 durch Oskar Paret (Fund des Badehauses; wieder zu gegraben, heute großteil unter B10), sollte auch wieder zugeschüttet werden HAV-Grünund sep 99 |
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Ziegelscherben, Verputzreste |
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== Ausgrabung und Funde == |
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20-30 Bewohner --> |
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[[Datei:Villa rustica wiki.jpg|thumb|Reste der Villa rustica]] |
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Die ersten römischen Fundmeldungen (Keramik, Ziegelbruchstücke, Säulenstücke, Öfen) wurden bereits 1859 gemacht. Die erste Ausgrabung fand 1912 durch [[Oskar Paret]] statt. Er entdeckte und untersuchte das Badehaus, das sich heute größtenteils unter der B10 befindet sowie die Südecke des Hauptgebäudes am nördlichen Hang. Paret ging von einem Areal von 150 x 110 m aus. Anschließend wurde der Fund wieder zu geschüttet. |
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[[1954]] wurden etwa 60 m östlich des Hauptgebäudes Indizien (Ziegelstücke, Mauerreste) für ein weiteres Gebäude gemacht. |
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Die zweite größere Ausgrabung fand nach der Verlegung der B10 [[1998]] unter Leitung von Dr. [[Britta Rabold]] statt. Der Grabungsleiterin von der Archäologischen Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg stand eine Grabungsfläche von 2000 m² zur Verfügung. Viele ehrenamtliche Grabungshelfer waren an der Verwirklichung beteiligt. Neben Ziegelscherben und Verputzresten fand man im Brunnen zwei ca. lebensgroße Frauenkopfskulpturen aus Stein, die zur Jupitersäule gehörten und heute im [[Heimatmuseum Mühlacker]] ausgestellt sind. |
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Die Kosten wurden wie folgt getragen (1998-2000): |
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== Archäologischer Park == |
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Um den Erhalt und Ausbau der Villa rustica voranzutreiben, wurde im September [[1999]] der [[Historisch-Archäologischer Verein Mühlacker|Historisch-Archäologische Verein Mühlacker]] gegründet. 2000 wurde der Plan zu einer Freiluftanlage beschlossen, anstatt die Ruinen, wie geplant, wieder zuzuschütten. Am 12. September [[2004]] wurde der Archäologische Park offiziell eingeweiht. |
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== Lage == |
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Die Villa rustica befindet sich direkt an der B10 am östlichen Ortsausgang von Enzberg, Richtung Mühlacker, unweit der Enz und ist frei zugänglich. |
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Unweit nordöstlich wurden ebenso Römerfunde gemacht. 1859 fand man laut einem Bericht in der Flur ''Breitwiesen'' Säulen- und Trümmerfragmente. 1954 fand man Ziegelstücke, Mauerreste sowie eine Amphore. Gegenüber dem Steinbruch kamen 1989 ebenso Ziegelreste zu Tage. Rezente Luftbilder weisen Substruktionen nach. |
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== Weblinks == |
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* [http://www.muehlacker.de/roemischer-gutshof/index.htm Website der Villa rustica Enzberg] |
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[[Kategorie:Villa rustica]] |
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[[Kategorie:Gebäude (Mühlacker)]] |
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[[Kategorie:Ruine]] |
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[[Kategorie:Enzberg]] |
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[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]] |
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Aktuelle Version vom 24. April 2020, 13:43 Uhr


Die Villa rustica Enzberg (Villa rustica Schellenäcker) ist eine Villa rustica in Mühlacker-Enzberg. Aufgrund ihrer Größe zählt sie zu den bekanntesten Villae im Enzkreis. Sie befindet sich am östlichen Ortsausgang von Enzberg (Flur Schellenäcker).
Entstehung und Aufbau
Der Komlex besteht aus 4 Gebäuden, sowie einem Badehaus und einem Steinbrunnen. Es wurde von etwa 100 n. Chr. bis zum Limesfall 263 genutzt und diente schätzungsweise 20 bis 30 Menschen als Unterkunft. Das Hauptgebäude war eine 35 m lange Risalitvilla. Im Keller fand man Amphorenstandspuren, die auf eine Lagerung von importierten gärenden Lebensmitteln wie Wein hinweisen. Vor dem Gebäude befand sich ein 4 m tiefer Brunnen, der möglicherweise zur Mostherstellung gedient hat, und eine schätzungsweise 7 m hohe Jupitersäule, deren Sockel man unter der heutigen B10 vermutet.
Das 13 x 15 m große Gebäude 2 befindet sich 10 m südlich. Aufgrund der bis zu 1 m dicken Mauern vermutet man einen Hochbau. Durch Wände aus Holzfachwerk war der Hauptraum dreigeteilt. Wahrscheinlich nutzte man das Gebäude zu handwerklichen Zwecken.
Das Gebäude 3 war mit 6 x 5 m Größe das kleinste Gebäude des Guthofs. Trotz ihrer Dicke sind die Mauern nur schlecht erhalten. Die Funktion des Gebäudes ist unbekannt.
Das Gebäude 4 befindet sich ca. 5 m westlich von Gebäude 2. Es war mind. 15 x 10 m groß, konnte allerdings nicht gänzlich ausgegraben werden, da der Restteil außerhalb des Ausgrabungsgebiet liegt. Hierbei handelt es sich vermutlich um eine Lagerhalle.
Ausgrabung und Funde

Die ersten römischen Fundmeldungen (Keramik, Ziegelbruchstücke, Säulenstücke, Öfen) wurden bereits 1859 gemacht. Die erste Ausgrabung fand 1912 durch Oskar Paret statt. Er entdeckte und untersuchte das Badehaus, das sich heute größtenteils unter der B10 befindet sowie die Südecke des Hauptgebäudes am nördlichen Hang. Paret ging von einem Areal von 150 x 110 m aus. Anschließend wurde der Fund wieder zu geschüttet.
1954 wurden etwa 60 m östlich des Hauptgebäudes Indizien (Ziegelstücke, Mauerreste) für ein weiteres Gebäude gemacht.
Die zweite größere Ausgrabung fand nach der Verlegung der B10 1998 unter Leitung von Dr. Britta Rabold statt. Der Grabungsleiterin von der Archäologischen Denkmalpflege des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg stand eine Grabungsfläche von 2000 m² zur Verfügung. Viele ehrenamtliche Grabungshelfer waren an der Verwirklichung beteiligt. Neben Ziegelscherben und Verputzresten fand man im Brunnen zwei ca. lebensgroße Frauenkopfskulpturen aus Stein, die zur Jupitersäule gehörten und heute im Heimatmuseum Mühlacker ausgestellt sind.
Die Kosten wurden wie folgt getragen (1998-2000):
- Stadt Mühlacker 272.000 €
- Denkmalamt BW 78.000 €
- Denkmalstiftung 15.000 €
- Enzkreis 10.000 €
- Sparkasse Pforzheim-Calw 5.000 €
Archäologischer Park
Um den Erhalt und Ausbau der Villa rustica voranzutreiben, wurde im September 1999 der Historisch-Archäologische Verein Mühlacker gegründet. 2000 wurde der Plan zu einer Freiluftanlage beschlossen, anstatt die Ruinen, wie geplant, wieder zuzuschütten. Am 12. September 2004 wurde der Archäologische Park offiziell eingeweiht.
Lage
Die Villa rustica befindet sich direkt an der B10 am östlichen Ortsausgang von Enzberg, Richtung Mühlacker, unweit der Enz und ist frei zugänglich.
Unweit nordöstlich wurden ebenso Römerfunde gemacht. 1859 fand man laut einem Bericht in der Flur Breitwiesen Säulen- und Trümmerfragmente. 1954 fand man Ziegelstücke, Mauerreste sowie eine Amphore. Gegenüber dem Steinbruch kamen 1989 ebenso Ziegelreste zu Tage. Rezente Luftbilder weisen Substruktionen nach.