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Wartturm Pforzheim: Unterschied zwischen den Versionen

Von PFENZ
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Der '''Wartturm''' liegt auf einem Höhenrücken ([[Wartberg]]) nordöstlich von [[Pforzheim]] auf einer Höhe von 374,8 m ü.NN. Der Turm wurde im [[14. Jahrhundert|14.]] oder [[15. Jahrhundert]] errichtet und war ein ehemaliger Befestigungs- und Signalturm, der als Beobachtungsposten der Pforzheimer Stadtbefestigung diente.
Der '''Wartturm Pforzheim''' ist ein ehemaliger Befestigungs- und Signalturm als Hochposten der Pforzheimer Stadtbefestigung. Ihn umgibt eine Ringmauer und befindet sich auf dem [[Wartberg]]. Erbaut im 15. Jahrhundert, war er zunächst nur über Leitern zugänglich, bevor er [[1869]] restauriert und mit Tür und Treppe versehen wurde. [[1975]] wurde er überdacht.

== Geschichte ==
Zu den Denkmalen Alt-Pforzheims gehört vor allem der alte Wartturm, der vom Wartberg herunter seit vielen Jahrhunderten auf die Stadt und weit hinaus ins Land blickt. Über die Entstehung und die Schicksale dieses alten Bauwerks wissen wir so gut wie nichts. Er ist in den alten Urkunden nirgends erwähnt.
Auf dem Merianstich von [[1643]] sehen wir den Turm, als ''die Warth'' bezeichnet, mit einem Spitzdach versehen, hoch aufragen. Früher, als man jedes alte Mäuerlein und jeden alten Straßenzug auf römischen Ursprung zurückführte, hat man angenommen, dass dieser Turm als Glied eines römischen Signalsystems gedient habe. Es ist aber in den erhaltenen Gemäuern keine Spur römischen Ursprungs vorhanden. Solche Warttürme, wie sie eine Reihe alter Städte besitzen, stammen fast alle aus der Zeit des 14. und 15. Jahrhunderts. Diese Türme sind vielfach nach dem gleichen Schema gebaut, haben etwa die gleiche Höhe und etwa das gleiche Verhältnis von Höhe zum Durchmesser (l zu 3). In jenen Zeiten, in denen
die Verteidigung der Städte ausschließlich durch die Bürgerschaft durchgeführt werden musste, waren diese Warttürme ein Stück der Stadtbefestigung. Sie dienten in unruhigen Zeiten dazu, das Herannahen verdächtiger Scharen durch Signale an die Hauptbefestigungstürme der Stadt - in Pforzheim wohl den Bergfrit des Schlosses - zu melden. Die zum Teil noch vorhandenen Ringmauern bildeten sogenannte ''Fliehhöfe'' als Zuflucht für Bürger oder Landleute, die auf freiem Felde von der Gefahr überrascht wurden. Der Eingang in diese Warttürme war immer einige Meter über dem Erdboden und wurde auf Leitern erreicht, die bei Gefahr eingezogen wurden.

Im Einzelnen wissen wir über die Geschichte des Turmes nichts. Sicherlich hat er in den unruhigen Zeiten des pfälzischen Kriegs im 15. Jahrhundert, in den Bauernkriegen, im Dreißigjährigen Krieg usw. manchmal Flüchtlingen als Zuflucht gedient und hat als Warner die Bürger der Stadt auf die Schanzen gerufen.
Gerade das Ungewisse über Entstehung und Schicksale des alten Turmes gibt dem verwitterten Gemäuer einen gewissen romantischen Reiz. Jedenfalls freuen wir uns, dass der alte Geselle, der schon so manche kritische Tage der Stadt von seiner Höhe aus mit angesehen hat, als Denkmal früherer Zeiten erhalten ist.
Und wenn ihm auch, wie das heutzutage oft der Fall ist, sein jüngerer Bruder, der große Wasserturm auf dem Wartberg, weit über den Kopf gewachsen ist, so gilt die Liebe der Pforzheimer doch diesem bescheidenen alten Wahrzeichen der Stadt.
== Beschreibung ==
Der Turm war durch eine vollständige Ringmauer mit Schießscharten umgeben und nur über Leitern zugänglich, bevor er [[1869]] restauriert und mit Tür und Treppe versehen wurde. [[1975]] erfolgte die Überdachung.
Der Turm hat einen Grundriss mit etwa 2,50 m innerem Durchmesser nd eine spitzbogige geschlossene Einsteigeöffnung auf der Südwestseite. Eine Wendeltreppe führt zur oberen Plattform, deren Brüstungsmauern vier querlängliche Öffnungen hat. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt ca. 11 Meter.


==Hinweis==
Der Wartturm befindet sich auf 375m ü.NN, die Turmhöhe selbst ist 11m.
Zur Besichtigung wird der beim Turmpaten hinterlegte Schlüssel benötigt. Turmpate ist der Pächter des nahegelegenen Restaurants [[L'Osteria am Wartberg]] in der [[Wartbergallee]] 100.


==Literatur==
Zur Besichtigung wird der beim Turmpaten hinterlegte Schlüssel benötigt. Turmpate ist der Pächter des nahegelegenen Restaurants [[L'Osteria]] in der [[Wartbergallee]] 100.
* Lacroix, Emil - Hirschfeld, Peter - Paeseler,Wilhelm; ''Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim'', S. 352


[[Kategorie:Turm]]
[[Kategorie:Turm]]
[[Kategorie:Aussichtspunkt]]
[[Kategorie:Aussichtspunkt]]
[[Kategorie:Pforzheim]]
[[Kategorie:Gebäude (Pforzheim)]]
[[Kategorie:Bestehendes Bauwerk]]
[[Kategorie:Baudenkmal]]

Aktuelle Version vom 21. April 2020, 10:34 Uhr

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Wartturm Pforzheim
Wartturm Pforzheim um 1930

Der Wartturm liegt auf einem Höhenrücken (Wartberg) nordöstlich von Pforzheim auf einer Höhe von 374,8 m ü.NN. Der Turm wurde im 14. oder 15. Jahrhundert errichtet und war ein ehemaliger Befestigungs- und Signalturm, der als Beobachtungsposten der Pforzheimer Stadtbefestigung diente.

Geschichte

Zu den Denkmalen Alt-Pforzheims gehört vor allem der alte Wartturm, der vom Wartberg herunter seit vielen Jahrhunderten auf die Stadt und weit hinaus ins Land blickt. Über die Entstehung und die Schicksale dieses alten Bauwerks wissen wir so gut wie nichts. Er ist in den alten Urkunden nirgends erwähnt. Auf dem Merianstich von 1643 sehen wir den Turm, als die Warth bezeichnet, mit einem Spitzdach versehen, hoch aufragen. Früher, als man jedes alte Mäuerlein und jeden alten Straßenzug auf römischen Ursprung zurückführte, hat man angenommen, dass dieser Turm als Glied eines römischen Signalsystems gedient habe. Es ist aber in den erhaltenen Gemäuern keine Spur römischen Ursprungs vorhanden. Solche Warttürme, wie sie eine Reihe alter Städte besitzen, stammen fast alle aus der Zeit des 14. und 15. Jahrhunderts. Diese Türme sind vielfach nach dem gleichen Schema gebaut, haben etwa die gleiche Höhe und etwa das gleiche Verhältnis von Höhe zum Durchmesser (l zu 3). In jenen Zeiten, in denen die Verteidigung der Städte ausschließlich durch die Bürgerschaft durchgeführt werden musste, waren diese Warttürme ein Stück der Stadtbefestigung. Sie dienten in unruhigen Zeiten dazu, das Herannahen verdächtiger Scharen durch Signale an die Hauptbefestigungstürme der Stadt - in Pforzheim wohl den Bergfrit des Schlosses - zu melden. Die zum Teil noch vorhandenen Ringmauern bildeten sogenannte Fliehhöfe als Zuflucht für Bürger oder Landleute, die auf freiem Felde von der Gefahr überrascht wurden. Der Eingang in diese Warttürme war immer einige Meter über dem Erdboden und wurde auf Leitern erreicht, die bei Gefahr eingezogen wurden.

Im Einzelnen wissen wir über die Geschichte des Turmes nichts. Sicherlich hat er in den unruhigen Zeiten des pfälzischen Kriegs im 15. Jahrhundert, in den Bauernkriegen, im Dreißigjährigen Krieg usw. manchmal Flüchtlingen als Zuflucht gedient und hat als Warner die Bürger der Stadt auf die Schanzen gerufen. Gerade das Ungewisse über Entstehung und Schicksale des alten Turmes gibt dem verwitterten Gemäuer einen gewissen romantischen Reiz. Jedenfalls freuen wir uns, dass der alte Geselle, der schon so manche kritische Tage der Stadt von seiner Höhe aus mit angesehen hat, als Denkmal früherer Zeiten erhalten ist. Und wenn ihm auch, wie das heutzutage oft der Fall ist, sein jüngerer Bruder, der große Wasserturm auf dem Wartberg, weit über den Kopf gewachsen ist, so gilt die Liebe der Pforzheimer doch diesem bescheidenen alten Wahrzeichen der Stadt.

Beschreibung

Der Turm war durch eine vollständige Ringmauer mit Schießscharten umgeben und nur über Leitern zugänglich, bevor er 1869 restauriert und mit Tür und Treppe versehen wurde. 1975 erfolgte die Überdachung. Der Turm hat einen Grundriss mit etwa 2,50 m innerem Durchmesser nd eine spitzbogige geschlossene Einsteigeöffnung auf der Südwestseite. Eine Wendeltreppe führt zur oberen Plattform, deren Brüstungsmauern vier querlängliche Öffnungen hat. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt ca. 11 Meter.

Hinweis

Zur Besichtigung wird der beim Turmpaten hinterlegte Schlüssel benötigt. Turmpate ist der Pächter des nahegelegenen Restaurants L'Osteria am Wartberg in der Wartbergallee 100.

Literatur

  • Lacroix, Emil - Hirschfeld, Peter - Paeseler,Wilhelm; Die Kunstdenkmäler der Stadt Pforzheim, S. 352